Um die geforderten Genauigkeiten und Eigenschaften – höchste Verschleißfestigkeit und Formgenauigkeit bei wenig Verzug – zu erreichen, tüftelten die Ingenieure von Scot Forge lange Zeit an der richtigen Beschichtung für die Presse. Schon bald stand Nitrieren auf der Liste der Möglichkeiten – jedoch waren die Teile der Presse so groß, dass konventionelle Methoden nicht in Frage kamen. »Wir sind recht früh im Planungsprozess dazu gestoßen; die neue Presse existierte erst auf dem Papier und nun suchten die Scot Forge Ingenieure nach Möglichkeiten, wie man diese riesigen Teile behandeln könnte«, erklärt Craig Reuter, Kundenbetreuer von Oerlikon Balzers in den USA. Unter der Leitung von Roman Gaida, Global Business Development Manager für Components Nitriding bei Oerlikon Balzers in Liechtenstein, und den Ingenieuren von Scot Forge konnte eine Lösung ausgearbeitet werden, mit der selbst Teile wie die vier Haupt-Kolbenstangen mit ihren jeweils 22 Tonnen Gewicht und die weiteren Kolbenstangen mit je 8,4 Meter Länge und acht Tonnen Gewicht behandelt werden konnten. »Wir konnten Scot Forge schließlich eine Lösung aus einer Hand bieten, ohne dass sie auf weitere Anbieter ausweichen mussten«, erklärt Roman Gaida.
BALITHERM IONIT, ein Prozess zur Plasmanitrierung von Stählen, wurde von Oerlikon Balzers speziell für die Oberflächenbehandlung von großen Bauteilen entwickelt. Um deren Sicherheit während des gesamten Vorganges zu gewährleisten, wurde ein Hochfrequenz-Plasmagenerator mit einem automatischen Kontrollsystem kombiniert. Die INAURA Beschichtungsanlage, in der dieser Prozess stattfindet, kann Bauteile mit einer Länge von bis zu zehn Metern, einem Durchmesser von drei Metern und einem Gewicht von bis zu 40 Tonnen aufnehmen – groß genug also für die verschiedenen Teile der neuen Scot-Forge-Presse.
»Die riesigen Teile der Scot-Forge-Presse gehören mit zu den größten Bauteilen, die Oerlikon Balzers jemals mit BALITHERM IONIT behandelt hat. Das stellte uns vor eine neue Herausforderung: Die Standardbefestigungen waren nicht dafür geeignet, die Teile in unserer INAURA aufzunehmen. So arbeiteten wir eng mit den Entwicklern von Scot Forge zusammen, um auch die passenden Halterungen zu konstruieren«, illustriert Craig Reuter die gemeinsame Zusammenarbeit.