Aluminium ist der Schlüssel für das nachhaltige Automobil. Beim Stanzen und Gießen des Metalls vertraut Beijing Benz Automotive auf die Technologien von Oerlikon Balzers.
Im Land, in dem Eisen geboren wurde, wird Metallstanzen neu erfunden
Würde jemand behaupten, der Ursprung der Automobilindustrie gehe zurück auf das 5. Jahrhundert vor Christus, man würde ihn nicht ernst nehmen. Immerhin ist es das Jahrhundert, in dem ein gewisser Pheidippides 42 Kilometer von Marathon nach Athen gelaufen ist, um den Sieg der Griechen über die Perser zu verkünden. Eine Strecke, die er doch bequem im Mietwagen zurücklegen hätte können – wenn es sie denn gegeben hätte.
Doch gänzlich falsch wäre die Behauptung auch nicht. Im alten China wurde damals bereits Eisen verarbeitet. Dabei wurde auch eine Methode zur Herstellung von Stahl entwickelt. Ergo: Die Pionierarbeit der Chinesen hat entscheidend dazu beigetragen, dass wir uns heute einfach hinters Steuer setzen und über Autobahnen düsen können anstatt wie Pheidippides große Distanzen per pedes zurücklegen zu müssen.
Apropos Pionierarbeit. Für die meisten ist das Automobil eine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Tatsächlich gab es den ersten motorisierten Wagen – also ein Gefährt, das nicht von Pferdekraft bewegt wird – bereits 1886. Verantwortlich dafür waren die Herren Benz und Daimler.
Zu all dem passt, dass Forschung und Entwicklung bei Beijing Benz Automotive Co. Ltd. florieren. Beijing Benz Automotive ist eine Tochtergesellschaft von Mercedes-Benz, zu dessen Prioritäten seit langem auch der Umweltschutz gehört. Wie alle anderen großen Hersteller will auch Mercedes-Benz durch die Reduzierung des Fahrzeuggewichts den Kraftstoffverbrauch und damit die Emissionen senken. Dass das Fahrzeug dabei nicht an Stabilität und Stärke verlieren darf, versteht sich von selbst.
Theoretisch ist Aluminium das naheliegende Material für diese Herausforderung. Doch in der Praxis stoßen die Autobauer damit auch auf Schwierigkeiten. Die Gewichtsreduzierung, so Li Shanshan, »stellt hohe Anforderungen an das Gießen der Einzelteile, etwa bei der Aluminiumlegierung.« Li ist Stamping Senior Manager, Manufacturing Engineering, bei Beijing Benz Automotive. Sie sagt: »Die dafür relevanten Parameter können nicht einfach von den bereits vorhandenen Parametern des Stahlgießens übernommen werden. Wir müssen stattdessen noch einmal ganz von vorne anfangen.«