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Mehr Anlagenverfügbarkeit in der Hot Fill PET Produktion dank DLC Beschichtung
Streckblasmaschinen fertigen pro Stunde Zehntausende PET-Flaschen für Hot‑Fill‑Getränke. Damit die Massenproduktion stabil läuft, müssen Blasformen extrem belastbar sein – hier setzt Röders auf über 50 Jahre Engineering-Erfahrung. Für Stahlformen in Hot‑Fill‑Anwendungen empfiehlt der Formenbauer aus Soltau die DLC‑Beschichtung BALINIT® DYLYN PRO von Oerlikon Balzers. Ein US‑Kunde senkte damit den Reinigungsaufwand seiner Formen auf rund ein Viertel und reduzierte kostenintensive Stillstände deutlich.
Beim Hot‑Fill‑Prozess werden kohlensäurefreie Getränke wie Säfte oder Eistees typischerweise bei 85 bis etwa 100 °C abgefüllt. PET (Polyethylenterephthalat) eignet sich dafür, weil sich der Werkstoff im Streckblasverfahren zu temperatur- und vakuumstabilen Flaschen formen lässt. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Blasform: Der erhitzte Preform muss unter hohem Blasdruck sicher fließen, die Kavität vollständig füllen und sich anschließend sauber entformen.
Röders liefert Blasformen seit den 1970er‑Jahren und fertigt heute mehrere tausend Formen pro Jahr. Basis dafür sind eigene HSC‑Fräsmaschinen (High Speed Cutting), mit denen sich Hochglanzoberflächen bis Ra < 10 nm herstellen lassen – ohne manuelles Nachpolieren.
Helge Heuer (links) und Steffen Lühning (rechts) von Röders begutachten gemeinsam mit Jens Oppermann von Oerlikon Balzers eine der Blasformen, die in firmeneigenen Fräsmaschinen hergestellt und danach beschichtet wurden. Foto: Oerlikon Balzers
Für zusätzliche Prozesssicherheit sorgt BALINIT® DYLYN PRO: Die kohlenstoffbasierte DLC‑Schicht (Diamond-Like Carbon) wurde für Anwendungen in der Lebensmittel- und Medizinindustrie entwickelt, ist chemisch unbedenklich und von der US‑Food and Drug Administration (FDA) zertifiziert. Sie schützt vor Korrosion und Verschleiß und reduziert dank ausgeprägter Antihaft‑Eigenschaften Reibung und Abrieb zwischen Form und PET. Das mindert Stick‑Slip, verbessert Materialfluss und Formfüllung und erleichtert die Entformung – mit positiven Effekten auf die optische Qualität der Flaschen und vor allem auf die Anlagenverfügbarkeit.
Bei der Massenherstellung von PET-Flaschen übernehmen Blasformen eine Schlüsselrolle. Im Vorfeld liefern Tests im Flaschen- und Blaslabor von Röders wertvolle Erkenntnisse, wissen Steffen Lühning und Helge Heuer von Röders wie auch Jens Oppermann von Oerlikon Balzers (v. links). Foto: Oerlikon Balzers
In der Praxis muss ein US‑Kunde von Röders seine Streckblasmaschinen pro 8‑Stunden‑Schicht nur noch einmal zur Formenreinigung anhalten; zuvor waren mehrere Stopps erforderlich. Auch die Reinigungsdauer sank, weil sich Beläge schneller entfernen lassen. „Bei großen Linien mit 20 Blasstationen und im Schnitt rund 30.000 Flaschen pro Stunde lassen sich die Kosteneffekte im Dauerbetrieb signifikant hochrechnen“, sagt Steffen Lühning, Sales Manager Blasformen bei Röders. Weniger Stillstände verbessern die Gesamtanlageneffektivität (OEE), senken Stückkosten und erhöhen die Lieferfähigkeit.
„In manchen Fällen lässt sich sogar der Blasdruck und damit der Energieeinsatz reduzieren – ein Vorteil in Regionen mit hohen Energiekosten“, ergänzt Helge Heuer, Technical Sales Manager Blasformen bei Röders. Zudem unterstützt die Antihaft‑Wirkung die Verarbeitung von recyceltem PET (rPET), dessen Qualitätsschwankungen Ablagerungen begünstigen können: Beschichtete Formoberflächen wirken dem entgegen.
Über Röders GmbH
Um 1800 als Zinngießerei gegründet, ist die heutige Röders GmbH seit sechs Generationen familiengeführt und aktiv in den Hauptgeschäftsfeldern Fräs- und Schleifmaschinen, Blasformen für PET-Flaschen sowie Zinnwaren-Herstellung. Mit weltweit rund 600 Mitarbeitenden hat Röders Niederlassungen auch in China, Frankreich, Kanada, Taiwan, USA und Vietnam.
Am deutschen Stammsitz in Soltau unterhält das Unternehmen ein Technologiezentrum zur Entwicklung moderner Blasformtechnik und zur Prozessoptimierung, etwa durch Quick-Change-Systeme oder Senkung des Blasdrucks und Energieverbrauchs mittels Low-Pressure-Formböden. Röders kooperiert mit namhaften Blasmaschinenherstellern und Abfüllern, sein Flaschen- und Blaslabor ist zertifiziert von PepsiCo und autorisiert von Coca-Cola Europacific Partners.