Der Oerlikon Konzern

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Konzernstruktur

Oerlikon ist ein weltweit tätiger Technologiekonzern, der marktführende Technologien und Dienstleistungen für Oberflächenlösungen, Anlagen zur Herstellung von Chemiefasern und Antriebslösungen in verschiedenen Sektoren anbietet. Der Konzern gliedert sich in drei Segmente: Surface Solutions, Manmade Fibers und Drive Systems. Jedes Segment bietet Technologien und Lösungen unter gut eingeführten Kompetenzmarken an und verfolgt Strategien, die sich an den Bedürfnissen und Anforderungen des jeweiligen Marktes orientieren.

Oerlikon ist weltweit an 186 eigenen Standorten in 37 Ländern tätig. Der Konzern ist an der SIX Swiss Exchange kotiert.

Er verfügt über eine ausgezeichnete Innovationskultur sowie über langjährige Kundenbeziehungen und eine starke Marktpräsenz in Europa, den USA und Asien, insbesondere in China und Indien. Weltweit bedient der Oerlikon Konzern die Hauptendmärkte von seinen wichtigsten Standorten aus über Innovations-, Produktions- und Servicezentren. In Zukunft wird sich der Konzern noch stärker in den Schlüsselbranchen Luftfahrt, Automobil, Werkzeugbau, allgemeine Industrie, Energie und Textilien (Bekleidung und Industrietextilien) sowie in acht Schlüsselländern (China, Frankreich, Deutschland, Indien, Japan, Russland, Südkorea und USA) engagieren.

 Nachhaltigkeit und wichtige Entwicklungen im Konzern

Oerlikon ist einer verantwortungsvollen Unternehmensführung verpflichtet und orientiert sich dabei insbesondere an den Richtlinien des «Swiss Code of Best Practice for Corporate Governance» von economiesuisse. Neben den Statuten, die den Unternehmenszweck, die Gesellschaftsordnung und die Reglemente offiziell festhalten, hat der Konzern einen klar definierten Verhaltenskodex, der den ethischen und rechtlichen Rahmen sämtlicher Geschäftsaktivitäten vorgibt.

Nachhaltigkeit wird in allen Geschäftsbereichen von Oerlikon umgesetzt: vom Kundenservice über FuE,

Innovation und Operational Excellence (diese umfasst die Fertigung, die Beschaffungskette sowie den Bereich Gesundheit, Sicherheit und Umwelt) bis hin zur Personalpolitik, zum Risikomanagement und zur Erfüllung gesetzlicher, regulatorischer, ethischer und intern festgelegter Anforderungen.

Im Geschäftsjahr 2017 führte Oerlikon eine Reihe von Initiativen zur Verbesserung der Business- und Operational Excellence durch und unternahm zudem Schritte zur weiteren Straffung der Organisation, um die Effizienz zu steigern.

Kundenservice

Oerlikons Nähe zu den Kunden, ein umfassendes Verständnis ihrer Produktionsprozesse und -systeme sowie die gemeinsame Entwicklung von Lösungen stehen im Zentrum der erfolgreichen langjährigen Beziehungen zu Kunden weltweit. Der Konzern arbeitete auch 2017 an der Optimierung seines globalen Netzwerks, um Kundennähe, Key-Account-Management und Kundendienst zu verbessern. 33,7 % des Konzernumsatzes 2017 wurden durch das Servicegeschäft generiert.

Das Segment Surface Solutions verbesserte den Kundenservice und führte in den USA das Shop-in-Shop-Konzept ein. Zugleich wurde vermehrt auf Aussendienstverträge und Querverkäufe von Komponenten und Ersatzteilen in China und den USA gesetzt. Darüber hinaus wurde das Key-Account-Management in vielversprechenden Gebieten wie der Halbleiterindustrie und dem High-End-Deko-Markt aufgebaut. Das Segment Manmade Fibers entschloss sich zu einem Relaunch des Webshops, der Kunden umfassende Onlinedienste bietet, darunter neueste Produktspezifikationen, Onlinebearbeitung und -verfolgung von Aufträgen sowie die Überprüfung von Prozessen zu Wartung, Aktualisierung und Lieferung von Originalteilen.

Das Segment Drive Systems führte ebenfalls einen Onlinekundendienst – den SparePartsShop – ein, über den Kunden einen einfachen Zugang zum Online-Katalog mit einem umfassenden Angebot an Ersatzkomponenten wie Shifting Solutions™, Fahrzeuggetrieben und On-/Off-Highway-Antriebssträngen erhalten.

2017 eröffnete und erweiterte das Segment Surface Solutions, auch durch Akquisitionen, 11 neue Produktions- und Servicestandorte unter anderem in Frankreich, Deutschland, den USA, Japan, Malaysia, Indien und Schweden. Das Segment Manmade Fibers eröffnete eine neue Servicestation in Indien, die den Kunden innovative und nachhaltige Lösungen anbietet.

Es konnte zudem neue langfristige Wartungsverträge gewinnen, so unter anderem zum Betrieb von Wartungswerkstätten an drei Kundenproduktionsstandorten in China und Indien. Seit Ende Dezember 2017 betreibt Oerlikon ein globales Netz für Oberflächenlösungen an 156 Standorten in 37 Ländern.

Um die engere Zusammenarbeit mit ihren Kunden zu fördern, hielt Oerlikon auch zahlreiche Technologie- oder Innovationstage ab. So führte das Segment Surface Solutions Tech Days gemeinsam mit Renault (Frankreich), Cummins (USA), Meusburger (Österreich) und Groupe PSA (Frankreich) durch. Das Segment Drive Systems organisierte ebenfalls Tech Days – gemeinsam mit TAFE (Indien) und CNH (USA) zum Thema Antriebstechnologien für die Landwirtschaft sowie gemeinsam mit Maserati (Italien) zum Thema elektromechanische, elektrische und hybride Antriebssysteme. Oerlikon erhält immer wieder Auszeichnungen für ihre Technologien und den Kundendienst. Zu nennen sind hier der A3TS Innovation Award für BALIFOR M, die Auszeichnung als «Preferred Supplier» von Bosch im dritten Jahr in Folge, der THK Rhythm Award, der Lieferantenpreis von Cummins und der Delphi Pinnacle Award für Oberflächenlösungen sowie Preise für neue Produktentwicklungen von Volvo und John Deere für die Antriebssysteme.

Oerlikon hat ihr Serviceangebot im Bereich der additiven Fertigung durch die Inbetriebnahme von zwei Metalldruckern vom Typ EOS M400 AM in Atlanta erweitert. Die Drucker weisen die grössten Ausmasse aller bisherigen Pulverbettfusionsdrucker auf. Auf diese Weise kann Oerlikon im Bereich AM einen hochdifferenzierten Service anbieten und ein breiteres Portfolio an Komponenten für die AM-Produktion abdecken. Zusätzlich hat der Konzern ein Qualifikationsprogramm für Erstausstatter in der Luftfahrt entwickelt und möchte durch die Entwicklung technologischer Lösungen für Flugzeuge von Beginn an Partner der Wahl für OEMs werden.

FuE und Innovation

2017 investierte der Konzern erneut 4 % des Jahresumsatzes in FuE, was CHF 107 Mio. entspricht, und meldete weltweit 91 Patente an. Die Innovationspipeline wird durch einen einzigartigen Forschungs- und Engineering-Ansatz gespeist, der auf die Kundenbedürfnisse und das Marktpotenzial ausgerichtet ist. Der FuE-Bereich von Oerlikon arbeitet mit akademischen Institutionen und Branchenexperten zusammen, um die Entwicklung von wissenschaftlichen und technologischen Projekten voranzutreiben, die auch anspruchsvolleren technologischen, sozialen und ökologischen Anforderungen wie Energieeinsparungen und bessere ökologische Nachhaltigkeit genügen.

Oerlikon brachte 2017 zahlreiche neue Technologien und Lösungen auf den Markt. Zu den Produkten, die das Segment Surface Solutions einführte, gehören BALIFOR M – eine Molybdän-Nitrid-Beschichtung, die sehr gut mit Schmiermitteln und Additiven der Autoindustrie verträglich ist; BALIQ UNIQUE – eine Palette einzigartiger Beschichtungsfarben zur Unterscheidung von Werkzeugen und frühzeitiger Erkennung von Verschleiss; BALINIT DIAMOND – Beschichtungen für Werkzeuge, die bei der Bearbeitung anspruchsvoller Luftfahrtlegierungen zur Verbesserung der Schnittparameter für Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt eingesetzt werden; eine neue Friction-Systems-Lösung der S3-Familie; Beschichtungslösungen für Heizgeräte

in Elektroautos sowie für Bremsscheiben in Autos; Lager-Isolierbeschichtungen für Hochgeschwindigkeitszüge; Spezifikation und Anwendung von Halbleiter-Beschichtungen; und MultiCoat-Pro – eine neues Beschichtungssystem, das mehrere thermische Spritzverfahren gleichzeitig steuern kann. Neben Anlagen und Technologien brachte Oerlikon 2017 auch fünf neue Legierungen für den AM-Markt heraus.

Das Segment Manmade Fibers brachte 2017 die neue Anlage WINGS FDY 1800 auf den Markt, mit der sich die Garnproduktion um weitere 20 % steigern lässt. Zudem wurde das Verfahren für synthetische Stapelfaserspinnereien optimiert, um eine effizientere Spinnproduktion und eine bessere Faserqualität zu ermöglichen. Das Segment Drive Systems lancierte mit dem Kunden CNH das neue Getriebe CNH Dual Clutch, das kürzere Schaltzeiten und eine längere Lebensdauer von Antriebstechnologien für hochwertige Traktoren in der Landwirtschaft gewährleistet. Ebenfalls eingeführt wurde das einstufige Getriebe für batteriebetriebene Elektrofahrzeuge EMR3 und ein neues skalierbares Hybrid-Hinterachsmodul (HRAM) mit einem voll integrierten Elektromotor, der über zwei Getriebeübersetzungen direkt mit den Rädern verbunden ist.

Operational Excellence

Das Operational-Excellence-Programm (OOE) von Oerlikon wird zentral von Group Business Services geführt und soll die operative Performance des Konzerns in den Bereichen Fertigung, Beschaffung sowie Gesundheit, Arbeitssicherheit und Umwelt (Health, Safety and Environment, HSE) optimieren. Der Konzern strebt in allen Bereichen Weltklasseniveau an.

Die laufenden Initiativen und Massnahmen zeigen Wirkung, was sich in einer höheren Effizienz und Produktivität im Fertigungsprozess und in der Beschaffungskette, einem gesteigerten Sicherheitsbewusstsein und einem Rückgang der Unfälle zeigt. Im Grunde unterstützt OOE Bemühungen um mehr Sicherheit am Arbeitsplatz bei gleichzeitigen Kosteneinsparungen für den Konzern.

Erstklassige Fertigung

Im Jahr 2017 führte die Anwendung des Operational-Excellence-Programms von Oerlikon in Fertigungsprozessen zu Innovationen, Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen. Darunter sind zu nennen:

  • Viele Standorte von Oerlikon führten Projekte zur Wertstromanalyse durch und erzielten damit Verbesserungen beispielsweise beim Betriebskapital, bei der Durchlaufzeit oder in der bereichsübergreifenden Kommunikation.
  • Das Segment Surface Solutions führte 2017 umfangreiche Schulungen im Bereich Operational Excellence durch, die auch 2018 fortgesetzt werden, um Produktivität und Effizienz zu erhöhen. Angesichts der zahlreichen Standorte weltweit entwickelte das Segment hierfür ein Instrument zur Projektüberwachung. Damit lässt sich der Status der Umsetzung aller Massnahmen und Projekte erfassen und überprüfen. Im Rahmen des Programms entwickelten das Management und die Mitarbeitenden 2017 eine Vielzahl von Optimierungsmöglichkeiten. Diese sollen in den kommenden Jahren gezielt umgesetzt werden.
  • Am Standort von Oerlikon Metco in den Niederlanden wurde das Beschichtungsverfahren für Turbinenschaufeln der nächsten Generation optimiert und eine neue Maschinengeneration mit automatischen Prozessüberwachungsfunktionen installiert
  • Oerlikon Metco Salzgitter optimierte die Arbeitsabläufe sowohl in der Produktion als auch in den angrenzenden Produktionsbereichen und schuf damit die Voraussetzungen für die Belieferung der Luftfahrtindustrie.
  • Der Geschäftsbereich Automotive Solutions des Segments Surface Solutions entwickelt ein Konzept für das automatische Handling von Teilen, um so Effizienz und Ressourceneinsatz zu verbessern und zugleich die Mitarbeitenden bei monotonen Tätigkeiten zu entlasten.
  • „„Im Segment Manmade Fibers wurde in Remscheid, Deutschland, eine Software weiterentwickelt, um die bestehenden Kommunikations- und Fertigungsprozesse zu verbessern und verständlicher zu machen.
  • Die Segmente Manmade Fibers und Drive Systems erweiterten ihr Shop-Floor-Management auf alle Produktionsstandorte. Linienvorgesetzte nutzen dieses Instrument, um die Produktionsprozesse und den Fertigungsstatus für ihre Mitarbeitenden transparent zu machen. Diese Transparenz wiederum macht es möglich, Probleme über einen integrativen Bottom-up-Ansatz einzubringen und zu lösen.
  • Neue Wertstromoptimierungen im Segment Drive Systems haben zu einer deutlichen Optimierung der Produktionsprozesse geführt, was nach Kundenaudits neue Bestellungseingänge generierte.
  • Weltweit waren drei Viertel aller Mitarbeitenden in den Betriebs- und Serviceteams der Segmente Manmade Fibers und Drive Systems in laufende Prozessverbesserungen eingebunden. So setzten sie etwa gezielt eine Person ein, die für Operational Excellence zuständig ist und somit die kontinuierliche Verbesserung von Prozessen fest in der Organisation etabliert. An wöchentlichen Sitzungen werden die Verbesserungsvorschläge der Teams direkt in der Werkstatt umgesetzt.

Erstklassiges Supply-Chain-Management

Im Jahr 2017 wurden weitere Anstrengungen unternommen, das Supply-Chain-Management auf Weltklasseniveau zu bringen:

  • „„Einsparungen wurden erzielt durch intensivierte Anstrengungen im Supply-Chain-Management des Segments Surface Solutions und mit proaktiver Unterstützung des neu eingerichteten Geschäftsbereichs Additive Manufacturing.
  • Die Zusammenlegung des Konzernhauptsitzes mit dem Segment Surface Solutions ermöglichte auch im Supply-Chain-Management weitere Straffung und Synergien.
  • Vorteile brachte ausserdem die fortgesetzte Fokussierung auf die Umsetzung von Initiativen und Programmen im Bereich der Beschaffungskette in beiden Segmenten (Manmade Fibers und Drive Systems).
  • „„Die Supply Chain Academy wurde erweitert, sodass nun alle Mitarbeitenden im Bereich Beschaffung weltweit die wichtigen Ad-hoc-Schulungen (durch E-Learning und in Präsenzkursen) absolvieren konnten.
  • „„Die Implementierung des eProcurement zur Nutzung von Chancen in einer zunehmend digitalisierten Welt wurde fortgeführt, um so Exzellenz im Bereich Beschaffung zu erreichen.
  • Regionale Gremien wurden gebildet, und ein neues regionales Shared-Services-Konzept im Bereich Beschaffung wird umgesetzt, um lokale Synergien besser zu nutzen.
  • Das Qualitätsniveau im Beschaffungsprozess wie auch die Wertschöpfung durch Einbindungsprogramme und Qualitäts- und Entwicklungsaktivitäten für Lieferanten wurden beibehalten oder verstärkt.

Health & Safety

Auch 2017 räumte Oerlikon der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz hohe Priorität ein. Ziel ist die Vision «Zero Harm to People» («Keine Gefährdung von Menschen»). Gesundheit und Sicherheit sind integraler Bestandteil der Geschäftsprozesse des Konzerns. Weitere Initiativen wurden lanciert, um die Häufigkeit und Schwere von Unfällen zu verringern und Gesundheit und Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu steigern.

Zur weiteren Verbesserung der Sicherheit hat Oerlikon die TAFR (Total Accident Frequency Rate) als wichtigste Sicherheitskennzahl des Konzerns eingeführt.

Im Gegensatz zur LTAFR (Lost Time Accident Fequency Rate), die nur Unfälle mit Ausfallzeiten (Arbeitsunfähigkeit von einem oder mehreren Tagen) berücksichtigt, beinhaltet die TAFR auch Unfälle mit Behandlungsbedarf wie leichtere Unfälle (Verletzungen, die von medizinischem Fachpersonal wie einem Arzt behandelt werden müssen, aber keine Absenzen nach sich ziehen). Die TAFR konnte 2017 auf 0,86 reduziert werden, was im Vergleich zu 1,33 im Jahr 2016 eine Reduktion von 35 % bedeutet. Zugleich fiel auch die LTAFR mit 0,36 gegenüber 0,39 im Vorjahr tiefer aus.

Die Health&Safety-Organisation wurde gestrafft durch die Zusammenlegung der früheren HSE-Ausschüsse des Konzerns und jenem des Segments Surface Solutions unter der Leitung von Group HSE. Die Festlegung von Richtlinien und Prozessen im Bereich HSE sowie die Überwachung der Implementierung der Programme und der Ergebnisse werden vom HSE-Ausschuss koordiniert. Weil die Ausschussmitglieder in direktem Kontakt mit ihren jeweiligen Gesellschaften oder Standorten stehen, konnten die Top-down- und die Bottom-up-Kommunikation sowie auch die abteilungsübergreifende Kommunikation verbessert werden. Folgende Meilensteine wurden im Geschäftsjahr 2017 erreicht:

  • Um das Bewusstsein dafür zu stärken, wie wichtig Gesundheit und Wohlbefinden sind, wurde für den dritten weltweiten HSE-Tag das Motto «Fit4Life» gewählt. Der Schwerpunkt lag auf Empfehlungen, wie man fit bleiben kann sowie auf fünf Faktoren für Gesundheit und Wohlbefinden: Bewegung, Ernährung, Schlaf, Stress und toxische Substanzen (wie Alkohol und Drogen).
  • Das 2013 eingeführte und 2015 aktualisierte Health&Safety-Managementsystem von Oerlikon wurde plangemäss, also bis Ende 2017, an allen Standorten umgesetzt.
  • „„Die Safety Observation Tours wurden durch Schulungen und Coachings für die Verantwortlichen verbessert. Der Schwerpunkt lag dabei auf sicherem Verhalten.
  • „„Zur sicheren Verwendung von Schneidewerkzeugen und Messern wurden Arbeitsanweisungen herausgegeben, einschliesslich der Information, welche Ausrüstung zulässig und welche verboten ist.
  • „„Die Mitarbeitenden erhielten Schulungen zu einem vereinfachten Risikobewertungsverfahren, damit jede und jeder Einzelne weiss, was in Risikosituationen zu tun ist. Dazu gehören das Recht und die Pflicht, die Arbeit einzustellen und in Situationen, die als unsicher empfunden werden, Expertenhilfe in Anspruch zu nehmen. Auch ein Prozess mit entsprechenden Schulungen über Risikobewertung in letzter Minute wurde eingeführt.
  • Die Balanced Scorecard (BSC) im Bereich HSE, die bereits in den Dünnfilm-Geschäftsbereichen von Oerlikon eingesetzt wurde, gilt nun für den gesamten Konzern. Die Scorecard ermöglicht es, die Umsetzung von Präventivmassnahmen faktisch zu verfolgen. Jeder Standort erhält dabei einen Punktewert, der als Ziel 100 betragen sollte.
  • „„In der Business Unit Balzers Industrial Solutions wurden ein Change-Process-Management sowie ein spezifisches Programm für Chemikaliensicherheit eingeführt.
  • Der Standort Pune von Oerlikon Balzers erhielt im Rahmen der 6. FICCI Safety Systems Excellence Awards for Industry die Silbermedaille in der Kategorie mittelgrosse Betriebe (geringe Gefahr) des Produktionssektors. Die Entscheidung fiel in einem strengen dreistufigen Verfahren: Beurteilung der Anwendung, Audit vor Ort und Abschlusspräsentation.
  • Oerlikon Metco Friction Systems Italy war eines von zwei Unternehmen, die eine Auszeichnung für die Entwicklung eines konsequenten Sicherheitsmanagementsystems und für kontinuierliche Verbesserungen im Bereich Gesundheit und Sicherheit erhielten. Für diesen Preis musste das Unternehmen drei Evaluierungsschritte und ein Audit durch erfahrene HSE-Prüfer durchlaufen.
  • „„Das Segment Manmade Fibers schulte zur Bewältigung des starken Anstiegs des Bestellungseingangs fast 300 Temporärarbeitskräfte und schaffte es trotzdem, die TAFR um 30 % zu senken.
  • „„Das Segment Drive Systems gewann den jährlichen Safety Excellence Award für seine «globale Koordination innerhalb der HSE-Community des Segments Drive Systems» und erreichte eine hervorragende Reduktion der TAFR um 57 % gegenüber dem Vorjahr.

Umweltschutz

Ganz im Sinne der Bemühungen von Oerlikon um Beiträge zur ökologischen Nachhaltigkeit sind die Technologien und Lösungen des Konzerns auf eine Verringerung des Energie- und Ressourcenverbrauchs sowie des Schadstoffausstosses ausgelegt. Konzernintern trifft Oerlikon gezielt Massnahmen, um diese Ziele zu erreichen. Einige der 2017 erreichten Meilensteine:

  • Implementierung einer konzernweiten Datenbank aller Umweltvorfälle.
  • Beinahe alle Metco Standorte, ein Drittel der Dünnfilmstandorte und 80 % der Standorte des Segments Drive Systems haben ein nach ISO 14001 zertifiziertes Umweltmanagementsystem. Diese Standorte haben auch die Rezertifizierungs- und Überwachungsaudits erfolgreich bestanden.
  • „„Alle deutschen Standorte des Segments Manmade Fibers mit Energiemanagementsystem wurden nach DIN EN ISO 50001 rezertifiziert.
  • Das neue Blockheizkraftwerk am Standort Remscheid des Segments Manmade Fibers erzielte im ersten Betriebsjahr nachhaltige Energieeinsparungen (Wirkungsgrad von rund 90 %). Die Kraftwerksleistung entspricht ungefähr dem Energiebedarf von 1 500 Haushalten.

Mitarbeitende

Die Mitarbeitenden von Oerlikon werden ermuntert, ihr Verhalten am Verhaltenskodex und an den Kernwerten des Konzerns auszurichten: Integrität, Teamgeist, Bestleistung und Innovation stehen dabei im Mittelpunkt. So soll ein integratives und respektvolles Arbeitsumfeld für alle Mitarbeitenden geschaffen werden.

Oerlikon will für bestehende und potenzielle Mitarbeitende der bevorzugte Arbeitgeber sein. Aus diesem Grund wurden 2017 weitere Schritte unternommen, um ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das durch Zusammenhalt und Unterstützung geprägt ist und Diversität, Engagement und Entwicklung fördert.

Engagement der Mitarbeitenden

Um den Einbezug und das Engagement der Mitarbeitenden zu fördern, wurde konzernweit und segmentübergreifend eine Mitarbeiterumfrage durchgeführt. Diese wurde mit Unterstützung externer Berater umgesetzt, um Vertraulichkeit und Offenheit zu gewährleisten. Etwa 13 500 festangestellte Mitarbeitende in allen drei Segmenten und an allen Standorten wurden eingeladen, an der in 26 Sprachen verfügbaren Umfrage teilzunehmen. Die hohe Rücklaufquote von knapp 80 % ist ein deutlicher Hinweis auf die Motivation und die Bereitschaft der Mitarbeitenden von Oerlikon, ihre Meinung zu äussern. Die ersten Ergebnisse sind ermutigend und zeigen Bereiche auf, auf die der Fokus gelegt werden kann, um Oerlikon zu einem grossartigen Arbeitsplatz zu machen und zu einem Unternehmen, auf das die Mitarbeitenden stolz sind.

Personalentwicklung und Diversität

Da Oerlikon der bevorzugte Arbeitgeber werden möchte, hat der Konzern Massnahmen getroffen, um die Personalentwicklung und die Diversität in Bezug auf Alter und Geschlecht zu fördern. So wurden 2017 insgesamt 1 640 neue Mitarbeitende eingestellt, von denen 34 % aus China oder Indien stammen. Knapp 60 % dieser neuen Mitarbeitenden waren jünger als 35 Jahre. Sie sind Ausdruck für die Bemühungen von Oerlikon, junge Talente zu gewinnen und die Altersdiversität im Konzern zu erhöhen. Rund ein Fünftel der neuen Kräfte ist weiblich.

Kultur und Wandel

Die Unternehmenskultur ist wichtig für die Zusammenarbeit von Teams sowie für die Effizienz und Produktivität eines Unternehmens. Um die Kultur der Zusammenarbeit zu stärken, wurden 2017 bei Oerlikon folgende Massnahmen umgesetzt:

  • Die 2016 eingeführten Führungsgrundsätze von Oerlikon wurden anhand von vier Workshops implementiert. Die Workshops zu je einem Themenbereich richteten sich an alle Ebenen der Segmente. Das Programm zu den Führungsgrundsätzen wurde zunächst im Segment Manmade Fibers, dann am Hauptsitz von Oerlikon in der Schweiz und bald danach bei den Führungskräften und dem Management in Asien, Europa sowie Nord- und Südamerika eingeführt.
  • Ein Head of Transformation wurde ernannt, der direkt dem CEO unterstellt ist und für das Management und das Vorantreiben des kulturellen Wandels in der weltweiten Organisation verantwortlich ist
  • Das Entwicklungsprogramm «High Performance Team Culture» wurde lanciert. Es soll die gesamte Organisation einbinden, die Zusammenarbeit in den Teams stärken und zu höheren Leistungen motivieren. Gestartet wurde das Programm in der Konzernleitung und den jeweiligen Teams im Sommer 2017. Die Laufzeit beträgt mindestens 18 Monate, um sicherzustellen, dass die jeweiligen Geschäftsleitungsteams und die Verantwortlichen für den Wandel in der Unternehmenskultur mit ihrer Botschaft alle Ebenen der Organisation erreichen.

Fast-Track Programme für junge Talente

Um Talente zu erkennen, zu gewinnen und zu befähigen, sich weiterzuentwickeln und zum Wachstum des Konzerns beizutragen, hat Oerlikon ein Fast-Track-Programm für junge Talente ins Leben gerufen.

Unter der Bezeichnung Oerlikon Horizon soll dieses weltweite Fast-Track-Programm die nächste Generation von Talenten für Führungspositionen ausbilden.

Aus allen Segmenten können junge Talente dafür nominiert werden. Die ersten Kandidaten beginnen im Mai 2018 mit dem zweijährigen Programm. Im Segment Manmade Fibers ist mittlerweile die zweite Rekrutierungsrunde von Kandidaten für das Young-Leader-Programm abgeschlossen. Das Programm, an dem in diesem Jahr 15 Mitarbeitende teilnahmen, ist für Kandidaten aus dem gesamten Segment eine attraktive Chance.

Weiterbildung und Entwicklung

Zur Unterstützung von Weiterbildung und Karriereentwicklung der Mitarbeitenden bietet Oerlikon Schulungen, Entwicklungsprogramme und Onlinekurse an. Angebote im Jahr 2017:

  • An LeaD, dem segmentübergreifenden Kurs für das mittlere Management, nahmen 50 Manager aus Asien (40 %), Europa (40 %) sowie aus Nord- und Südamerika (20 %) teil. LeaD ist ein siebentägiges intensives Entwicklungsprogramm für Führungskräfte mit erfahrungsorientierten Lernmethoden in drei Modulen. Diese Programme finden weltweit statt, um die Teilnahme zu erleichtern und auf geografische Besonderheiten eingehen zu können.
  • Im Segment Surface Solutions wurden weltweit 19 Verkaufsschulungen durchgeführt. Über 300 Verkaufs- und Vertriebsleiter nahmen teil, die ihnen Unterstützung, Werkzeuge sowie Fertigkeiten für das persönliche und berufliche Wachstum in ihrer Funktion als Speerspitze des Vertriebs lieferten.
  • Im Segment Drive Systems verlief das Programm «Enablers of Change» weiterhin erfolgreich. Es handelt sich dabei um ein Programm, das eine offene und positive Einstellung in Bezug auf Wandel, persönliche Stärke und Verantwortlichkeit fördert. Rund 130 Mitarbeitende wurden zu Moderatoren ausgebildet, und Ende 2017 hatten mehr als 1 300 Mitarbeitende das Programm absolviert.

Führungsqualitäten und Nachfolge

Mit ihrem verstärkten Fokus auf interne Nachbesetzungen und Wissenserhalt leitete Oerlikon im Sommer 2017 einen aktualisierten Prozess zur Bestimmung und Anerkennung ihrer wichtigsten Leistungsträger ein.

Der Konzern lancierte schrittweise eine Reihe von Pilotprojekten, die eine verlässlichere Analyse der Kandidaten für eine Nachfolge und der jeweiligen Nachfolgerisiken ermöglicht, insbesondere bei Büroangestellten.

Auf diese Weise bereitet sich die Organisation besser auf ein zukünftiges Wachstum vor und konzentriert sich stärker auf die interne Nachbesetzung und den Wissenserhalt. Die Aufnahme externer Talente kommt nur dort ergänzend hinzu, wo es strategisch erforderlich ist, etwa bei der Expansion in neue Märkte oder Produktlinien.

Auszeichnungen

Das Bestreben von Oerlikon, ihren Mitarbeitenden einen besseren Arbeitsplatz zu bieten, wurde von externen Stellen durch Zertifizierungen und Preise gewürdigt.

Das Segment Drive Systems erhielt 2017 in Indien eine Zertifizierung des Great Place to Work® Institute – einer Einrichtung zum Aufbau einer zukunftsweisenden, attraktiven, und erfolgsfördernden Arbeitsplatzkultur. Die Methode des Great Place to Work Institute gilt als streng und objektiv. Sie ist der Goldstandard für eine ausgezeichnete Arbeitsplatzkultur in Unternehmen, Hochschulen und staatlichen Einrichtungen.

Die Ergebnisse werden alljährlich weltweit in anerkannten Medien wie «Fortune», «Handelsblatt», «The Economic Times» und «Le Figaro Économie» veröffentlicht. Organisationen mit ausgezeichneter Arbeitsplatzkultur erzielen eine dreimal so gute Performance wie die allgemeinen Marktindizes und verzeichnen bis zu 50 % weniger Personalfluktuation. Die Zertifizierung bestätigt das Resultat der Umfrage «Speak Up» im Segment, die hohe Werte im Bereich Engagement und einen Promotorenüberhang von 64 % ergab.

Risikomanagement

Oerlikon verfügt über einen umfassenden Risikomanagement-Ansatz, der sämtliche Unternehmensrisiken konzernweit identifiziert, bewertet und überwacht – und zwar über das gesamte Spektrum an Markt-, Kredit- und operationellen Risiken hinweg. Das Risikomanagement-System ist führungsmässig und organisatorisch im gesamten Unternehmen integriert.

Compliance

Die Compliance des Oerlikon Konzerns stellt sicher, dass die Geschäftspraktiken weltweit im Einklang stehen mit dem Code of Conduct und den daraus abgeleiteten internen Vorschriften sowie mit gesetzlichen und regulatorischen Bestimmungen. Die Verantwortung für die Compliance liegt auf Konzernstufe. Hier werden Standards und präventive Massnahmen festgelegt sowie Informationen, Schulungen und Beratungen angeboten. Als an der SIX Swiss Exchange kotierte Aktiengesellschaft erfüllt Oerlikon sämtliche gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen der SIX und der Schweizer Behörden.

In Übereinstimmung mit Schedule 19 des britischen Finance Act 2016, kann die Steuerstrategie der Gesellschaften der OC Oerlikon Corporation AG, Pfäffikon, Schweiz, auf ihrer Website (https://www.oerlikon.com) eingesehen und heruntergeladen werden.

HSE Firmenveranstaltung

Um das Bewusstsein für Gesundheit und Sicherheit zu schärfen, wurde «Fit4life» als Thema für den globalen «Health & Safety day» 2017 von Oerlikon ausgewählt. Die Mitarbeitenden wurden ermutigt, gesündere Ernährungs-, Arbeits- und Be- wegungsgewohnheiten anzunehmen.

Reduzierung von Arbeitsunfällen mit Ausfalltagen

Im Einklang mit den Bemühungen von Oerlikon, ein sicheres Arbeitsumfeld für die Mitarbeitenden zu schaffen, reduzierte Oerlikon Graziano die Anzahl der Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen von 2011 bis 2017 von 188 auf 6.

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