Zurück zur Stories Übersicht

Organische Erfindung, synthetische Nachhaltigkeit

Oerlikon kooperiert mit der Textilindustrie, um nachhaltige Innovationen bei Kunstfasern zu fördern.

print

Von Randy B. Hecht

Die meisten Menschen verbinden Umweltbewusstsein oft mit biologischen und natürlichen Produkten. Aber die Realität ist immer etwas komplexer als die weit verbreitete Meinung – deshalb ist nachhaltige Innovation so oft auf unkonventionelle Denkweisen angewiesen.

Wussten Sie zum Beispiel, dass nach Angaben des World Resources Institute für die Herstellung eines Baumwollhemds 2.700 Liter Wasser benötigt werden? Nach Angaben der Organisation entspricht dies einem Trinkwasservorrat von zweieinhalb Jahren für eine Person. Umgekehrt hat der technologische Fortschritt die Produktion von Kunstfasern wie Polyester nachhaltiger gemacht, da für ihre Herstellung deutlich weniger Wasser benötigt wird.

Das ist wichtig in einer Welt, die mit zunehmender Dürre und Wasserknappheit zu kämpfen hat, während Kleidung und andere Textilien zunehmend als Wegwerfartikel angesehen werden. Weltweit wird das Volumen der Faserproduktion auf 110-120 Millionen Tonnen pro Jahr geschätzt. Davon entfallen 75 Millionen Tonnen auf synthetische Fasern. Mittlerweile bedeutet das Aufkommen der „Fast Fashion“, dass durchaus brauchbare Kleidung einfach weggeworfen wird, weil sie nicht mehr dem neuesten Trend entspricht, oder die Käufer sie schon ein paar Mal getragen haben. Die meisten dieser Kleidungsstücke landen (zusammen mit Haushaltstextilien) auf einer Mülldeponie oder in einer Verbrennungsanlage, anstatt wiederverwendet zu werden.

Neue Effizienz- und Umweltstandards setzen

Angesichts der Klimakrise steht die Textilindustrie vor ihren eigenen Herausforderungen: Wie kann sie ihren Teil zur Erfüllung der Ziele des Pariser Abkommens beitragen, um den Energieverbrauch zu senken, Rohstoffe wiederzuverwenden und Abfälle zu recyceln? Oerlikon arbeitet seit mehr als einem Jahrzehnt daran, die technologische Unterstützung zu bieten, die zur Bewältigung dieser Herausforderungen notwendig ist.

Im Jahr 2007 führte Oerlikon seine WINGS-Technologie (Winding INtegrated Godet Solution) ein, welche die Produktion revolutionierte, indem sie die Prozesskomplexität reduzierte, die Energieeffizienz der Komponenten optimierte und die Produktionseffizienz auf über 99,8 Prozent steigerte. Das Ergebnis: Unsere Textilpartner konnten den Energieverbrauch um bis zu 40 Prozent senken. Dies entspricht einer kumulierten Einsparung von 10 Millionen Tonnen CO2, was dem jährlichen Energieverbrauch von einer Million Haushalten entspricht. Darüber hinaus ermöglichten Innovationen in der Texturierung den Garnherstellern eine erhebliche Reduzierung des Abfalls. Und intelligente Softwarelösungen ermöglichen weitere Effizienzsteigerungen in der Produktion.

Die WINGS-Innovation hat nicht nur neue Maßstäbe für die Nachhaltigkeit gesetzt und den Bedarf der Textilhersteller an Wasser und Chemikalien gesenkt, sondern auch die Sicherheitsstandards der Branche neu definiert und die ergonomischen Bedingungen für das Bedienungspersonal der Maschinen kontinuierlich verbessert. Diese zusätzlichen Vorteile spiegeln das Engagement von Oerlikon wider, neue Standards für soziale und ökologische Leistungen zu setzen.

Die Auswirkungen dieser Produktionsfortschritte gehen über die Herstellung von synthetischen Kleidungsstücken hinaus, die weltweit von Milliarden von Menschen getragen werden. Diese Prozessverbesserungen erhöhen die Nachhaltigkeit der Teppiche in Ihrem Zuhause, der Airbags, die Sie beim Autofahren schützen, der Sicherheitsgurte, auf die Sie sich in Autos und an Bord von Flugzeugen verlassen, der Fasern, die in medizinische Geräte integriert sind, und vieles mehr.

Eine Vision für den weiteren Fortschritt in Sachen Nachhaltigkeit

Die Herausforderung besteht nun darin, synthetische Fasern in die Kreislaufwirtschaft zu integrieren, damit diese Ressourcen sinnvoll wiederverwendet werden können, anstatt als Abfall entsorgt zu werden. Zu den neuen Innovationen von Oerlikon gehören Technologien, die das Recycling erleichtern – zum Beispiel durch die Umwandlung von geschreddertem Polyester in neue Produkte. Neben den Investitionen in das Textilrecycling blickt Oerlikon auch auf künftige nachhaltige Innovationen für die Branche. Ein besonders interessanter Fortschritt ist die Entwicklung von Biopolymeren, die zusammen mit verwandten Materialien in den nächsten 5-10 Jahren die nächste Generation einer bahnbrechenden Technologie darstellen dürften.

Dabei ist ein ökologisches Detail nicht zu übersehen: Oerlikon verlässt sich auf das innovative Denken und die umweltbewusste Einstellung seiner Wissenschaftler und Ingenieure. Wie in allen Geschäftsbereichen von Oerlikon liegt auch bei Kunstfasern unser Fokus auf dem Umweltschutz, und wir sind sehr stolz darauf, eines der 50 führenden Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit und Klima zu sein. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, sehen Sie sich das Video an über die Klimaschutzmaßnahmen von Oerlikon.

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Einen Kommentar schreiben
Zugehörige Stories