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Ein kleiner Schritt für einen Menschen…

Oerlikon auf der Paris Air Show: Tradition, Innovation und Kooperation

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von Agnes Zeiner

Zweieinhalb Stunden. Länger dauerte er nicht, dieser Spaziergang. Dennoch sollte er unsere Welt für immer verändern. Jedes Kind kennt die beiden berühmtesten Zitate der Apollo 11 Mission und ihres Kommandanten Neil Armstrong: «Der Adler ist gelandet», meldete er der NASA-Mannschaft auf der Erde, als er und Buzz Aldrin mit ihrer Mondlandefähre Eagle auf dem Erdtrabanten gelandet waren; und «Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit!» mit der er als erster Mensch vor einem halben Jahrhundert, am 20. Juli 1969, seinen Fuss auf den Mond setzte.

Damit war der Traum vom «Menschen auf dem Mond» Wirklichkeit geworden. Was als intellektuelles und technologisches Wettrüsten im Kalten Krieg begann, ist heute Grundlage vieler Entwicklungen, ohne die unser Leben nicht mehr denkbar wäre – von Babynahrung bis zu Bildsensoren in Smartphones. Rund 130 Spinoff-Technologien, die direkt oder indirekt von ihren Ingenieuren (mit-)entwickelt wurden, und die heute unser tägliches Leben begleiten, listet etwa die amerikanische Raumfahrtbehörde auf ihrer neuen Website «Home&City».

Was für unser tägliches Leben gilt, gilt erst recht für die Luftfahrtbranche. «Die Raumfahrt ist für die Flugzeugindustrie das, was die Formel 1 für die Automobilindustrie ist. Die Erkenntnisse, die hier gewonnen werden, fliessen direkt in Entwicklungen für die Luftfahrt ein, und kommen so am Ende uns allen zu Gute, die wir für Geschäfte oder für einen entspannten Urlaub in ein Flugzeug steigen», erklärt Richard Schmid, Leiter der Entwicklungsabteilung von Oerlikon Metco (die innerhalb des Konzerns nicht zufällig mit vollem Namen als «Business Unit Oerlikon Metco Aero & Energy» firmiert).

Seit 80 Jahren Partner der Luftfahrt-Branche

Oerlikon ist seit rund 80 Jahren als Zulieferer für die Luftfahrt-Branche tätig, und die Liste der Innovationen und Beiträge zu Entwicklungen ist lang. „Nur ein Beispiel: In den Anfängen der Raumfahrt forschten unsere Mitarbeiter im Bereich der Niederdruck-Plasmasimulation. Heute wird Plasma von Oerlikon Balzers dazu verwendet, um hauchdünne Schutzschichten auf Materialien aufzutragen, etwa durch plasma-assisted chemical vapour deposition, PACVD. Und Oerlikon Metco nutzt die Niederdruck-Plasmaspray-Technologie (low pressure plasma spray technology; LPPS) um Oxidationsschutzschichten auf Hochdruckturbinen aufzubringen. Damals aber wurde Plasma genutzt, um extrem hohe Temperaturen zu simulieren. So konnten Versuche gemacht werden, was mit Flugobjekten passiert, wenn sie wieder in die Erdatmosphäre eintreten. Solche Tests haben auch dazu beigetragen haben, dass wir heute Menschen in den Weltall schicken können – und, was noch wichtiger ist, sie auch heil wieder zurück auf die Erde zu bringen», schlägt Richard Schmid den Bogen über die Jahrzehnte.

Heute bietet Oerlikon eine Vielzahl an Lösungen für die Luftfahrt an, seien es sogenannte Thermal Barrier Coatings, die Flugzeugturbinen gegen Hitze schützen; Clearance Control Lösungen, durch die Treibstoff eingespart wird; dünne Schichten, die die Lebensdauer von Turbinen und Komponenten um ein Vielfaches erhöhe, indem sie beispielsweise Fahrgestelle vor Korrosion durch Salz schützen. Und auch in der additiven Fertigung für die Luftfahrt ist Oerlikon dank Partnerschaften mit Flugzeug- und Turbinenherstellern vorne mit dabei.

Partnerschaften schlagen Brücken zwischen Unternehmen, Forschung und Bildung

Jedoch nicht nur am Ende, sondern auch am Anfang der Innovationskette arbeitet Oerlikon eng mit Partnern zusammen. So wurde gerade während der derzeit stattfindenden Paris Air Show (17. bis 23. Juni 2019) eine weitere Kooperation angekündigt: Oerlikon wird zusammen mit dem französischen Luftfahrt-Konzern Safran, dem nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung CNRS (Centre national de la recherche scientifique) und der Universität Limoges ein gemeinsames Forschungslabor sowie eine Technologie-Plattform für Oberflächenbehandlung in Südwest-Frankreich aufbauen. Roland Fischer, CEO des Oerlikon Konzerns: „Wir glauben fest an den Wert von Partnerschaften, welche Brücken zwischen Unternehmen, F&E und Bildung schlagen. Durch die Kombination unseres fortschrittlichen F&E-Fachwissens über funktionale Beschichtungen, Oberflächenlösungen und additive Herstellungsverfahren mit der Agenda von Safran in Sachen F&E können wir dazu beitragen, die Luft- und Raumfahrt effizienter, sicherer, leiser und schneller zu machen.»

Full-Service Anbieter auf der Paris Air Show

Richard Schmid sagt: «Neil Armstrong hatte recht: Die Mondlandung vor 50 Jahren war ein gigantischer Schritt für die Menschheit. Viele kleine Schritte sind jedoch nötig, um so etwas zu ermöglichen, damals wie heute. Auf der Paris Air Show zeigen alle Geschäftseinheiten von Oerlikon, wie wir als Full-Service Anbieter für unsere Kunden solche Schritte – solche Entwicklungen – in Technologien und Lösungen umsetzen. Wir tun das gemeinsam mit unseren Partnern, und entlang der gesamten Innovationskette. Damit diese Entwicklungen nicht allein der Raum- und Luftfahrtindustrie zu Gute kommen, sondern allen Branchen und Märkten und am Ende uns allen als Endverbrauchern.»

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