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Das Quartett, das die additive Fertigung voranbringen kann

Damit die Musik im 3-D-Druck spielt

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Ein Konzert, das haben wohl alle schon erlebt, kann uns tief berühren und noch lange, nachdem der letzte Ton verklungen ist, in uns nachwirken. Musikerinnen und Musiker, die zusammen spielen, sind der Beweis für den berühmten Ausspruch von Aristoteles: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner einzelnen Teile.

Das gilt auch für die additive Fertigung (also den 3-D-Druck). Um ihre Möglichkeiten voll nutzen zu können, so zeigt sich immer deutlicher, braucht es das Zusammenspiel verschiedener Akteure aus Regierung, Industrie, Wissenschaft und Verbänden.

Die Wissenschaft entwickelt zwar die Technologien, die aus Werkstoffen dreidimensionale Komponenten für die Energie-, Automobil- oder Medizinindustrie entstehen lassen. Zur Vermarktung dieser Kompetenzen bedarf es jedoch des Wechselspiels aller Beteiligten. Nur so können wir das gesamte Potenzial dieser Industrie abschöpfen, die über ein geschätztes Marktvolumen von 7,9 Mrd. US-Dollar[1] in 2016 und eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 27,29 % (2017-2022) verfügt.

Dieses Zusammenspiel kann die Entwicklung in einem Tempo vorantreiben, das ein Komponist als presto bezeichnen würde: schnell. Überdies kann eine solche sektorübergreifende Allianz neben Forschung und Entwicklung auch die weltweite Einhaltung von Branchenstandards fördern. „Um die Entwicklung internationaler Standards für unterschiedlichste Unternehmen und Organisationen zu beschleunigen, verfolgen wir einen koordinierten Ansatz“, sagt Ralph Resnick, Gründungsdirektor von America Makes, dem amerikanischen Innovationsinstitut für additive Fertigung. „Unser Ziel können wir nämlich nur erreichen, indem wir einen weltweiten Dialog führen.“

Disruptive Kraft voll entfalten

Je ausgereifter die Anwendungsmöglichkeiten der additiven Fertigung werden, desto grösser wird die Wahrscheinlichkeit, dass sie verschiedenste Branchen wie Luftfahrt, Automobilindustrie, Energieerzeugung und Medizin massgeblich verändern wird. Schon heute revolutionieren Prototypenverfahren und Kleinserienfertigung die Bereiche Design, Technik und Prozessverbesserung in der Produktion. Aber wenn es darum geht, die additive Fertigung zu einer Technologie für kundenindividuelle Massenproduktion zu machen, unterliegt sie immer noch zu vielen Einschränkungen. Zu den Markteintrittsschwellen beim 3-D-Druck zählen hohe Anlageinvestitionen, lange Vorlaufzeiten, begrenzte Prozessstabilität und ein Mangel an Experten.

„Der Schlüssel, um diese Herausforderungen zu überwinden und das disruptive Potenzial der additiven Fertigung auszuschöpfen, sind solide Partnerschaften mit Entscheidungsträgern aus Industrie, Wissenschaft, Politik und Verbänden“, sagt Prof. Dr. Michael Süss, Verwaltungsratspräsident des Oerlikon Konzerns. Diese Allianzen sollen nicht nur die Technologie weiterentwickeln, sondern auch ein stabiles Ökosystem für Unternehmen aufbauen helfen.

Jedes Mitglied des Virtuosen-Quartetts hat dabei eine spezifische Rolle: Die Wissenschaft fördert die Kompetenzen und technischen Fähigkeiten, die zur Weiterentwicklung der additiven Fertigung nötig sind. Die Industrie zeigt Möglichkeiten zur Vermarktung dieser Entwicklungen auf. Die Regierungen schaffen die politischen Rahmenbedingungen, um die Möglichkeiten des 3-D-Drucks rascher realisieren zu können. Die Verbände schliesslich stärken die Beziehungen dieser Akteure untereinander und treiben Technologie, Standards und Zertifizierung voran.

Die Führungsrolle bei einer gewinnbringenden Zusammenarbeit

Oerlikon lebt ihr Engagement für derartige interdisziplinäre Partnerschaften zum Beispiel, indem sie eng mit America Makes und der General Electric-Tochter GE Additive zusammenarbeitet oder eine Forschungspartnerschaft mit der Technischen Universität München (TUM) unterhält.

„Mit unserer Strategie Industry on Campus arbeiten Forschungsabteilungen renommierter Unternehmen in unmittelbarer Reichweite der korrespondierenden TUM-Fakultäten. Hieraus erwachsen ständige Befruchtungseffekte für den Lehr- und Forschungsbetrieb, aber auch für unternehmerische Initiativen“, sagt Prof. Dr. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der TUM. „Gerade im Bereich der additiven Fertigung sehen wir sehr viele spannende Möglichkeiten, und wir möchten hier an der Spitze mit dabei sein.“

Das Joint Venture kann auch auf die Unterstützung von Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner zählen. „In Bayern sind zahlreiche führende Technologieunternehmen und Vorreiter der additiven Fertigung angesiedelt“, sagt die Ministerin. „Wir möchten auch künftig eine Spitzenposition einnehmen, wenn es darum geht, zukunftsträchtige Technologien anzuziehen, die Arbeitsplätze sichern und unsere Wirtschaft stärken. Deshalb ist es wichtig, dass wir die geeignete politischen Rahmenbedingungen schaffen, eine entsprechende Infrastruktur bereitstellen und aktiv in Initiativen wie BAYERN DIGITAL investieren.“

Oerlikon ist Mitorganisatorin der ersten „Munich Technology Conference on Additive Manufacturing“ (MTC), die am 11. und 12. Oktober 2017 stattfindet. Das Unternehmen bekräftigt so sein Engagement für eine globale Zusammenarbeit. Oerlikon freut sich darauf, im Rahmen der Konferenz mit visionären Referenten, Teilnehmerinnen und Teilnehmern Ideen auszutauschen und sich von ihnen inspirieren zu lassen. Sie soll der Auftakt sein für weitere Kooperationen, die zukunftsträchtige Innovationen und Anwendungen beschleunigen.

[1] Quelle: Global 3D Printing Market By Technology, Process, Industry, Geography, Trends, Forecast 2017-2022 von Orbis Research.

 

Von Randy B. Hecht

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