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Turmhohe Erwartung – überragende Leistung

Warum die Begriffe "innovativ" und "bewährt" manchmal keine Gegensätze, sondern Synonyme sind

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Der Freedom Tower, One World Trade Center, der im Jahr 2015 eröffnet wurde, ist 541 Meter hoch. Das sind genau 1776 Fuß. In den USA, wo meist in Fuß und nicht in Meter gemessen wird, hat diese Zahl eine besondere Bedeutung: Denn am 4. Juli 1776 proklamierten die damals 13 britischen Kolonien in Nordamerika ihre Unabhängigkeit von Großbritannien. Damit wurde an diesem Unabhängigkeitstag die künftige Supermacht USA geboren. Da ist es nur folgerichtig, dass der neu erbaute Freedom Tower diese Unabhängigkeit und den Geist der Freiheit auch in seiner Höhe symbolisch widerspiegelt. Und dass die Spitze dieses größten Bauwerks der westlichen Hemisphäre nicht nur als riesige Antenne fungieren, sondern auch strahlend und weit leuchten sollte, das verstand sich auch von selbst.

Den Auftrag, diese höchste Spitze der westlichen Welt zu beschichten, bekam das Unternehmen Drytec Trans-Canada aus Quebec, Profis in der Oberflächenbehandlung und dem Korrosionsschutz. Die Ingenieure gingen bei der Spitze des World Trade Centers folgendermaßen vor: Die Spitze wurde in 17 Sektionen aufgeteilt. Jede davon bestand aus einem Geflecht aus 12 Rohren. Genauso wie das World Trade Center riesig ist, ist es proportional auch die Spitze. Denn auch wenn diese Spitze von weitem dünn aussieht: an ihrem breitesten Punkt misst sie gute sechs Meter. Zudem umfasst ihr Aufbau zahlreiche Ecken, Winkel und schwer erreichbare Punkte, was einen vollständigen und gleichmäßigen Auftrag der Beschichtung mehr als schwierig macht – jeder, der schon einmal ein Modellflugzeug mit einem Airbrush besprüht hat, weiß, wie schwer es ist, alle Ecken und Winkel zu erwischen! Hinzu kam, dass der Überzug nicht nur eine Schutzfunktion haben sollte, sondern die Spitze auch nach wie vor als Antenne funktionieren sollte. Und gut aussehen sollte sie natürlich auch. Als ob das alles nicht genug wäre, mussten die Techniker auch noch die Zeit im Auge behalten: Der Zinküberzug musste innerhalb eines bestimmten Zeitfensters aufgetragen werden, damit die gesamte Beschichtung gleichmäßig verlief und damit auch nicht der kleinste Teil der Spitze schutzlos den Elementen – wir sprechen hier immerhin von mehr als 500 Meter Höhe! – ausgesetzt war.

Dadurch war dieser Auftrag, so glamourös er war, selbst für die Experten von Drytec eine Herausforderung. Mehr als ein Jahr verbrachten die Techniker damit, Werkzeuge für die Beschichtung der Spitze zu testen.  Die Möglichkeit, zu einer Legende in ihrem Fach zu werden, war hoch. Die Möglichkeit des Absturzes aber auch: Denn das Team würde nur eine Chance haben! Die Beschichtung musste gleich beim ersten Versuch sitzen. Einen zweiten Versuch gab es nicht. Lange Stunden machten sich  die Techniker Gedanken und spielten den Ablauf der Beschichtung immer wieder durch. Schliesslich mangelte es nur noch am richtigen Werkzeug. “Um dieses Projekt unter optimalen Bedingungen zu realisieren, mussten wir als ein Team denken”, sagte Gaétán Hébert, Koordinator für Wartung und Materialbeschaffung. “Wir wussten, dass wir dieses Projekt unmöglich mit unserer eigenen Ausrüstung realisieren konnten.  Daher setzten wir uns mit Oerlikon Metco als möglichem Partner in Verbindung.”

Infografik-Freedomtower-Final-preview

Klicken Sie auf die Infografik, um mehr über das One World Trade Center zu erfahren.

Und tatsächlich – die Flammspritzpistole Metco 16E von Oerlikon erwies sich als das Verbindungsglied zwischen der Vision und der konkreten Durchführung des Projekts, um die legendäre Spitze des World Trade Centers lückenlos in Zink zu hüllen. Dabei handelte es sich bei der Flammspritzpistole, die Drytec für das Projekt testete, nicht einmal um die neueste Technologie. Doch sie war noch immer innovativ. Denn “innovativ”, heißt nicht, unbedingt “neu”. Es heißt, den Kunden mit einem Produkt derart zu begeistern, wie es keinem anderen Anbieter gelingt.

“Es ist unser Ziel, die Firma zu sein, die Kunden stets die am besten geeignete Lösung und Technologie anbieten kann”, sagt daher auch Andreas Bachmann, Head Communications bei Oerlikon Metco. “Bei einigen technischen Herausforderungen – einschließlich hochkarätiger Projekte wie dem Freedom Tower – liegt die optimale Lösung nicht zwingend im neuesten Fortschritt oder der jüngsten Errungenschaft, sondern vielmehr in dem Produkt, das sich über viele Jahre als zuverlässig erwiesen hat und auf bestmöglicher Erfahrung gründet. Beim One World Trade Center hat dies den ganzen Unterschied gemacht – und dieser Unterschied ist das, was uns von anderen Unternehmen differenziert. Nämlich unseren Kunden neue und innovative  aber auch bewährte Oberflächentechnologien anbieten zu können.“

Wie jede Geschichte, wo es erst einmal ein Problem gibt, hat auch diese ein Happy End. Für Drytec, für Oerlikon und natürlich am meisten für das World Trade Center selbst. Wovon sich jeder überzeugen kann, der die leuchtende Spitze einmal selbst in Augenschein nimmt.

So wurde das Unternehmen Drytec zum Teil der Legende “World Trade Center”.  Und allzu oft zeigen sich Amerikaner überrascht, wenn sie hören, dass ein kanadisches Unternehmen die Spitze des Towers gebaut hat.  Und dass ein Schweizer Unternehmen geholfen hat, sie nicht nur zu verschönern, sondern vor allem wetterfest und funktional zu machen.

“Wir wussten, dass dieses Projekt die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich ziehen würde”, sagt Hébert von Drytec. “Wir sind heute mehr denn je überzeugt, dass wir alle Projekte – gleich wie komplex – realisieren können. Und wenn uns einmal etwas fehlt, dann haben wir hoffentlich Partner wie Oerlikon, die genau so professionell und innovativ sind wie wir.”

Die Skyline von New York ist die Stadtsilhouette mit dem größten Wiedererkennungswert und findet sich auf Millionen von Wohnzimmer-Postern wieder. Der Freedom Tower am Südzipfel Manhattans ist einer der Blickfänge dieser Skyline. Er zeigt uns, was wir alles erreichen können, wenn wir frei sind, unsere Erfindungsgabe und unseren Einfallsreichtum einzusetzen. Nicht den Status Quo akzeptieren, sondern vom Problem und vom Kunden aus zu denken und dafür die bestmögliche Lösung zu finden. Diese Lösung muss nicht unbedingt die neueste sein, so wie die Idee der Freiheit auch nicht neu ist. Sie muss aber die beste sein. Ebenso, wie es unsere freiheitliche Welt ist. Innovation ist die Fähigkeit, für jedes Problem die beste Lösung zu finden – und ist damit genau so zeitlos wie die Freiheit.

Time Picture

Sehen Sie sich die Aussicht von der Spitze des One World Trade Centers an (©TIME)

Von Randy B. Hecht und Veit Etzold

Beitragsbild ©Fotolia, John Anderson

1 comments

  1. Schibli Marcel

    What a beautiful view….

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