Geschäftsbericht 2015 Corporate Website

Konzernlagebericht

Der Oerlikon Konzern bewies im Jahr 2015 seine Widerstandsfähigkeit angesichts zunehmend schwieriger globaler Marktbedingungen und konnte seine operative Profitabilität (normalisiert) sowie seine Technologieführerschaft behaupten.

Auf die Marktherausforderungen reagierte der Konzern mit entschiedenen Massnahmen, um die Ertragskraft zu schützen und die Segmente Manmade Fibers und Drive Systems auf die aktuelle Marktdynamik auszurichten. Zudem hat Oerlikon eine klare Strategie definiert, um die Position als globaler Technologieführer für Oberflächenlösungen und moderne Werkstoffe auszubauen. In Einklang mit der Strategie hat der Konzern im Jahr 2015 den Verkauf des Segments Advanced Technologies abgeschlossen und die Veräusserung des Segments Vacuum angekündigt. Dadurch fokussiert sich der Konzern weiter und kann seine Ressourcen gezielter ausrichten. Die Veräusserung, die bis Mitte 2016 abgeschlossen sein sollte, wird im Geschäftsbericht 2015 unter «Nicht fortgeführte Aktivitäten» ausgewiesen, und die Ergebnisse des Jahres 2014 wurden zur besseren Vergleichbarkeit rückwirkend angepasst. Die angekündigten Massnahmen in den Segmenten Manmade Fibers und Drive Systems hatten Restrukturierungskosten von CHF 112 Mio. und Wertminderungen auf Goodwill und Anlagevermögen in Höhe von CHF 476 Mio. zur Folge.

Infolge der schwierigen Marktbedingungen ging der Bestellungseingang des Konzerns, bereinigt um die angekündigte Veräusserung des Segments Vacuum, um 4,2 % auf CHF 2 537 Mio. zurück (2014: CHF 2 647 Mio.). Der Bestellungsbestand nahm um 33,0 % auf CHF 431 Mio. ab, gegenüber CHF 643 Mio. per Ende 2014. Der Konzernumsatz sank im Berichtsjahr um 5,5 % auf CHF 2 671 Mio., gegenüber CHF 2 825 Mio. im Vorjahr. Einschliesslich der genannten Reorganisationskosten lag das EBITDA bei CHF 338 Mio., was einer EBITDA-Marge von 12,7 % entspricht. Ohne die Restrukturierungskosten betrug das EBITDA CHF 450 Mio., bei einer EBITDA-Marge von 16,9 %. Das entspricht dem Vorjahresniveau, als das EBITDA – angepasst und auf normalisierter Basis beruhend – bei CHF 477 Mio. und die EBITDA-Marge bei 16,9 % lagen. Das angepasste EBIT für 2015, einschliesslich der Restrukturierungsskosten und Wertminderungen, betrug CHF –306 Mio., oder –11,4 % des Umsatzes. Auf normalisierter Basis lag das EBIT bei CHF 282 Mio. oder 10,6 % des Umsatzes. Im Vorjahr betrug das angepasste EBIT auf normalisierter Basis CHF 326 Mio. oder 11,6 % des Umsatzes. Das Nettofinanzergebnis von Oerlikon blieb mit CHF –33 Mio. gegenüber CHF –26 Mio. im Jahr 2014 relativ stabil. Der Steueraufwand ging leicht auf CHF 63 Mio. zurück, im Vergleich zum Vorjahr mit CHF 75 Mio. Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten betrug im Berichtsjahr 2015 CHF –402 Mio. und das Konzernergebnis CHF –418 Mio. Ohne Wertminderungen, Restrukturierungskosten, Amortisation von erworbenen immateriellen Vermögenswerten (von Metco, nach Steuern) sowie Ergebnisse nicht fortgeführter Aktivitäten betrug das normalisierte Konzernergebnis CHF 207 Mio., was einem Gewinn je Aktie von CHF 0.61 entspricht. Der Geldfluss aus operativer Geschäftstätigkeit vor Veränderung des Nettoumlaufvermögens war mit CHF 393 Mio. weiterhin stark. Ohne Berücksichtigung der Restrukturierungskosten und Wertminderungen, bereinigt um die entsprechenden Steuereffekte, betrug der normalisierte ROCE (Return on Capital Employed) 11,1 %.

Die erfolgreiche Integration von Oerlikon Metco ins Segment Surface Solutions hat im Berichtsjahr bessere Synergien ermöglicht als erwartet. Oerlikon hat ihre Strategie weiter vorangetrieben, ein weltweit führendes Unternehmen für Oberflächenlösungen und moderne Werkstoffe zu werden. Im Rahmen dieser Strategie wird der Konzern weitere Investitionen tätigen. Neben Investitionen in das bestehende Geschäft kommen auch weitere Akquisitionen in Frage – sowohl grössere, transformative Transaktionen als auch kleinere, ergänzende Übernahmen. Die erste Übernahme wurde 2015 abgeschlossen: Der Kauf des Geschäfts von Laser Cladding Services LLC. erweitert die bestehenden Services im Bereich Laserauftragsschweissen und den entsprechenden Zielmarkt. Die solide Bilanz des Konzerns unterstützt die Strategie des organischen und anorganischen Wachstums.

Oerlikon hat die Präsenz in wichtigen Märkten ausgebaut, um die Kundennähe und die Servicequalität zu verbessern. Das Segment Surface Solutions eröffnete in Guelph, Ontario (Kanada), sein erstes Servicezentrum, welches Technologien von Oerlikon Balzers sowie von Oerlikon Metco anbietet. Darüber hinaus wurde ein erstes europäisches Automobilkompetenzzentrum in der Slowakei, ein neues Verkaufsbüro in Dubai und ein Zentrum für additive Fertigung in Westbury, New York (USA), eröffnet. Das Segment Manmade Fibers eröffnete ein neues Servicezentrum in Dalton, Georgia (USA), und ein neues Technologiezentrum in Chemnitz (Deutschland). Das Segment Drive Systems weihte sein drittes Werk in Indien ein und bestimmte Vertriebspartner in Argentinien, Chile, Kolumbien und Peru, um sein Geschäft in Südamerika zu erweitern. Zudem hat das Segment Drive Systems seinen Vertrieb im Mittleren Osten verstärkt, um in der Region neue Märkte zu erschliessen und das Vertriebsnetzwerk auszubauen.

Performance in den Segmenten

Das Segment Surface Solutions erzielte 2015 ein starkes und profitables Wachstum und baute das Geschäft weiter aus. Der Bestellungseingang stieg um 27,8 % auf CHF 1 233 Mio., gegenüber CHF 965 Mio. im Vorjahr. Der Umsatz nahm um 26,3 % auf CHF 1 229 Mio. zu, nach CHF 973 Mio. im Jahr 2014. Umsatz und Bestellungseingang wuchsen primär aufgrund der Konsolidierung von Metco. Daneben wurde aber auch organisches Wachstum erreicht. Das EBITDA des Segments erhöhte sich auf CHF 264 Mio., was einer EBITDA-Marge von 21,4 % entspricht. Im Jahr zuvor betrug das EBITDA CHF 183 Mio. und die EBITDA-Marge 18,8 %. Das EBIT lag bei CHF 157 Mio. bei einer EBIT-Marge von 12,7 % (2014: EBIT: CHF 98 Mio., Marge: 10,0 %).

Das profitable Wachstum im Segment Surface Solutions zeigt sich auch darin, dass in fünf Quartalen in Folge eine EBITDA-Marge von über 20 % erzielt wurde. Das Segment ist auf attraktive Märkte ausgerichtet und nutzt die Chancen, die sich durch die höhere Nachfrage nach leichteren, beständigeren und leistungsfähigeren Materialien ergeben. Durch die Bündelung der Kräfte von Oerlikon Balzers und Oerlikon Metco kann das Segment den Kunden das breiteste Technologieportfolio für Oberflächenlösungen und eines der umfangreichsten globalen Netzwerke mit über 145 Serviceund Produktionszentren in 37 Ländern anbieten. Das Segment ist auch in den angrenzenden Markt der additiven Fertigung eingetreten und hat dafür einen eigenen Geschäftsbereich geschaffen. Es hat die ersten Werkstoffe für additive Fertigung eingeführt und Bauteile im 3-D-Druck hergestellt, um seine Kompetenz in der additiven Fertigung aufzuzeigen. Das Segment belieferte den Markt 2015 mit neuesten Technologien für die Werkzeugbeschichtung – beispielsweise mit einem neuen Produkt der Familie S3p BALIQ für extrem glatte und dichte Beschichtungen, INNOVENTA mega, einem PVD-System (Physical Vapor Deposition) mit extrem hohem Durchsatz, und BALINIT ALTENSA, der Hochgeschwindigkeitslösung für effizientes Verzahnen. Weitere Neuheiten sind Schutzschichten für Turbinenschaufeln und, in Zusammenarbeit mit der Medizinaltechnologiefirma Stryker, eine silberhaltige antimikrobielle PVD-Beschichtung für den Schutz von medizinischen Komponenten, Werkzeugen und Instrumenten.

Das Segment Manmade Fibers war 2015 mit einigen Herausforderungen konfrontiert, die in erster Linie auf die unerwartete Konjunkturabschwächung in China und die kurzfristige Überprüfung des 13. Fünfjahresplans (2016–2020) durch die chinesische Regierung zurückzuführen sind. Dies verschärfte die Überkapazitäten und führte zu Auftragsverschiebungen im chinesischen Textilsektor. Neue Vorschriften für den Umgang mit Chemikalien in China, der tiefe Ölpreis und die schwache Weltwirtschaft haben die Performance des Segments ebenfalls belastet. Als Antwort auf die ungünstigen Marktentwicklungen hat das Segment eine Restrukturierung eingeleitet, die Kostenbasis verringert, Operational-Excellence-Programme forciert und Fixkosten gesenkt. Aus diesen Massnahmen resultierten im Berichtsjahr Restrukturierungskosten von CHF 43 Mio.

Der Bestellungseingang ging um 18,6 % auf CHF 733 Mio. zurück, nach CHF 901 Mio. im Jahr 2014. Der Umsatz verringerte sich im Jahr 2015 um 26,0 % auf CHF 794 Mio., gegenüber CHF 1 073 Mio. im Vorjahr. Das EBITDA wurde durch die genannten Restrukturierungskosten belastet und lag im Berichtsjahr bei CHF 85 Mio., was einer Marge von 10,6 % entspricht. Ohne Restrukturierungskosten lag das normalisierte EBITDA bei CHF 128 Mio. oder 16,1 % des Umsatzes. Im Vorjahr betrug das EBITDA CHF 217 Mio. und die Marge lag bei 20,3 %. Das EBIT lag auf normalisierter Basis 2015 bei CHF 110 Mio. bzw. 13,8 % des Umsatzes (EBIT auf normalisierter Basis 2014: CHF 199 Mio., Marge: 18,6 %). Mit den Restrukturierungskosten betrug das EBIT CHF 67 Mio.

Im Jahr 2015 hat das Segment sein Technologieportfolio mit einer neuen Version des Plant Operation Center (POC) erweitert, einer Softwarelösung, die den gesamten Spinn- und Texturierproduktionsprozess gemäss Industrie 4.0 steuert. Es hat zudem RoTac3 eingeführt, eine umweltfreundliche und energieeffiziente rotierende Garn-Tangeleinheit, sowie EvoTape, das eine grössere Prozessstabilität bei der Bändchenextrusion für die Herstellung von Teppichen, Agro- und Geotextilien ermöglicht. Im Jahr 2015 wurden auch die neuesten Ergänzungen der erfolgreichen WINGS-Produktlinie (Winding INtegrated Godet Solution) lanciert. Das Segment hat durch ein Joint Venture mit Huitong Chemical in China seine Position im Polykondensationsmarkt gestärkt. Das neu gegründete Joint Venture ist das einzige Unternehmen weltweit, das den Kunden umfassende Industrielösungen anbieten kann – von der kontinuierlichen Polykondensation bis zum fertigen Endprodukt in der Chemiefaserspinnerei oder zur Herstellung von PET-Werkstoffen.

Auch das Segment Drive Systems sah sich 2015 vor Herausforderungen gestellt: Vier seiner sechs Märkte, nämlich Bergbau, Öl & Gas, Landwirtschaft und Bau, kamen durch die stark rückgängigen Öl- und Rohstoffpreise und die Konjunkturabschwächung in China unter Druck. Oerlikon hat zur Erschliessung künftigen Wachstumspotenzials Massnahmen ergriffen, um das Geschäft zu verschlanken, ihr Produkt- und Kundenportfolio zu fokussieren, angrenzende Märkte zu adressieren und die betriebliche Effizienz zu verbessern. Diese Massnahmen führten im Berichtsjahr zu Restrukturierungskosten von CHF 68 Mio., und es wurden Wertminderungen für Goodwill und Anlagevermögen im Umfang von CHF 476 Mio. vorgenommen, weil davon auszugehen ist, dass die Schwäche in den genannten vier Märkten anhalten wird.

Der Bestellungseingang ging um 26,9 % auf CHF 571 Mio. zurück, gegenüber CHF 781 Mio. im Jahr 2014. Der Umsatz des Segments verringerte sich im Berichtsjahr um 16,8 % auf CHF 648 Mio., im Vergleich zu CHF 779 Mio. im Vorjahr. Das EBITDA lag auf normalisierter Basis ohne den Restrukturierungseffekt bei CHF 49 Mio., was 7,5 % des Umsatzes entspricht (2014: CHF 82 Mio.; Marge: 10,5 %). Mit den Restrukturierungskosten lag das EBITDA bei CHF –19 Mio. bzw. bei –3,0 % des Umsatzes. Das EBIT betrug auf normalisierter Basis ohne Restrukturierungskosten und Wertminderungseffekte CHF 10 Mio. bzw. 1,6 % des Umsatzes (2014: EBIT auf normalisierter Basis: CHF 41 Mio., Marge: 5,3 %). Das EBIT einschliesslich der Restrukturierungs- und Wertminderungseffekte lag bei CHF –534 Mio.

Das Segment Drive Systems führte eine neue Reihe von Torque-Hub-Antrieben für selbstfahrende landwirtschaftliche Sprühmaschinen ein und entwickelte eine neue Power Transfer Unit (PTU) für die nächste Generation von Kupplungsgetrieben der Mercedes-AMG-Modelle. Im Rahmen der Anstrengungen zur Effizienzsteigerung wurden neue computergesteuerte Montagezellen eingeführt, beispielsweise im Werk Rivoli in Italien. Sehr erfolgreich ist die neue Montagestrasse für Mercedes im italienischen Werk Lusern, wo das synchronisierte U-förmige Montageband mit One-Piece-Flow-Anordnung gemäss den Grundsätzen der schlanken Produktion zu einer Produktionssteigerung von 25 % geführt hat. Das Segment hat zudem ein gemeinsames Forschungsprojekt mit dem Segment Surface Solutions ins Leben gerufen, um neue Reibungsstoffe zu entwickeln und weitere Synergien zu nutzen.

Ein globales, ausgewogenes Unternehmen

Das Segment Surface Solutions ist mit 46 % des Konzernumsatzes das grösste Segment des Konzerns. Das Segment Manmade Fibers erwirtschaftete 30 % des Konzernumsatzes, während das Segment Drive Systems 24 % zum Konzernumsatz beitrug. Als Unternehmen mit globaler Präsenz verfügt Oerlikon über 170 Standorte in 37 Ländern. Im Berichtsjahr war Europa der stärkste Markt des Konzerns. Hier wurden 38,3 % des Umsatzes oder CHF 1 023 Mio. erzielt. Dies entspricht einer Zunahme von 2,4 % gegenüber dem Vorjahr mit CHF 999 Mio. Dicht darauf folgt Asien mit 37,7 % des Konzernumsatzes, obwohl der Gesamtumsatz um 10,7 % auf CHF 1 007 Mio. zurückgegangen ist, gegenüber CHF 1 128 Mio. im Vorjahr. Dies ist hauptsächlich durch die geringeren Volumen im chinesischen Markt bedingt. Nordamerika macht mit insgesamt CHF 520 Mio. im Berichtsjahr 19,5 % des Konzernumsatzes aus. Gegenüber 2014 mit CHF 552 Mio. entspricht dies einem Rückgang um 5,8 %. Der Anteil der übrigen Regionen am Konzernumsatz betrug 4,5 % oder CHF 121 Mio. Im Berichtsjahr ist der Serviceumsatz von Oerlikon im Verhältnis zum Gesamtumsatz auf 33,6 % per Ende 2015 gestiegen. Im Vorjahr belief sich der Serviceanteil auf 29,4 %.

Starke Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von 38 %

Per 31. Dezember 2015 belief sich die Bilanzsumme auf CHF 4 097 Mio., im Vergleich zu CHF 4 966 Mio. per Bilanzstichtag 2014. Das Eigenkapital des Oerlikon Konzerns (zurechenbar auf die Konzernaktionäre) betrug CHF 1 554 Mio., was einer Eigenkapitalquote von 38 % entspricht. Zum Ende des Vorjahres betrug das Eigenkapital CHF 2 188 Mio., bei einer Eigenkapitalquote von 44 %. Der Rückgang von Bilanzsumme und Eigenkapital gegenüber dem Vorjahr ist in erster Linie bedingt durch die Wertminderungen von CHF 476 Mio. für Goodwill und Anlagevermögen im Segment Drive Systems. Die Nettoliquidität belief sich auf CHF 79 Mio., gegenüber CHF 114 Mio. per 31. Dezember 2014.

Im Berichtsjahr verlängerte Oerlikon den syndizierten Kreditrahmenvertrag bis Juni 2017 zu einem tieferen Zinssatz, der sowohl das günstige Zinsumfeld als auch das verbesserte Risikoprofil des Konzerns reflektiert. Die Massnahme dient der Verlängerung des Fälligkeitsprofils des Konzerns und erhöht die finanzielle Flexibilität. Die solide finanzielle Basis erlaubt es Oerlikon, das Portfolio im Sinne der Strategie weiterzuentwickeln, um langfristiges profitables Wachstum zu erwirtschaften.

Anhaltend starker operativer Geldfluss

Mit CHF 393 Mio. erzielte Oerlikon erneut einen starken Geldfluss aus betrieblicher Tätigkeit vor Veränderung des Nettoumlaufvermögens1 (2014: CHF 427 Mio.). Das Nettoumlaufvermögen1 betrug CHF 391 Mio., was 15 % des Konzernumsatzes entspricht (2014: CHF 394 Mio., 14 % des Konzernumsatzes).

Sorgfalt bei Investitionen und dem Einsatz von Ressourcen hatte für Oerlikon auch 2015 höchste Priorität. Die Investitionen (CAPEX) beliefen sich auf CHF 150 Mio., gegenüber CHF 151 Mio. im Jahr 2014. Ohne die Abschreibung von erworbenen immateriellen Vermögenswerten lag das Verhältnis von CAPEX zu Abschreibungen bei 1,09 und damit innerhalb des Zielkorridors von 1,0 bis 1,2. Bedeutende Investitionen des Konzerns waren ein gemeinsames Servicezentrum für die Technologien von Oerlikon Balzers und Oerlikon Metco in Guelph, Ontario (Kanada), ein neues Automobilkompetenzzentrum für das Segment Surface Solutions in der Slowakei und ein Zentrum für additive Fertigung in Westbury, New York (USA). Das Segment Manmade Fibers eröffnete zudem ein neues Servicezentrum in Dalton, Georgia (USA), und ein neues Technologiezentrum in Chemnitz (Deutschland). Das Segment Drive Systems weihte sein drittes Werk in Indien ein und führte im italienischen Rivoli computergesteuerte Montagezellen ein, um die Produktionseffizienz zu verbessern.

Der Geldfluss aus Investitionstätigkeit belief sich auf CHF –107 Mio., was hauptsächlich auf die CAPEX-Ausgaben zurückzuführen ist. Der Vergleichswert des Vorjahres lag bei CHF –1 058 Mio., was in erster Linie dem Abschluss der Metco-Transaktion und den CAPEX-Ausgaben zuzuschreiben war. Der Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit belief sich auf CHF –142 Mio., wobei der Mittelabfluss vornehmlich auf die Dividendenzahlung von CHF 105 Mio. und den Zinsaufwand von CHF 41 Mio. zurückzuführen war. Im Vorjahr betrug der Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit CHF 334 Mio.; darin eingeschlossen waren Erlöse aus der Platzierung von zwei vorrangigen Anleihen und Einzahlungen aus Kapitalerhöhung infolge der Ausübung von Optionsrechten. Ende 2015 wies Oerlikon einen Bestand an flüssigen Mitteln von CHF 851 Mio. aus, gegenüber CHF 826 Mio. im Vorjahr.

Die Investitionen in FuE beliefen sich auf CHF 103 Mio. oder 3,9 % des Konzernumsatzes, gegenüber CHF 96 Mio. oder 3,4 % im Vorjahr. Oerlikon beabsichtigt, auch weiterhin rund 4 % des Umsatzes in Innovationen zu investieren.

Oerlikon ist der Auffassung, dass Dividenden einen bedeutenden Beitrag zum Shareholder-Value leisten. Daher beantragt der Verwaltungsrat an der Generalversammlung vom 5. April 2016 die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von CHF 0.30 je Aktie, was dem Dividendenbetrag des Vorjahres entspricht.

Unternehmenskennzahlen 2015 auf einen Blick
  • Der Bestellungseingang belief sich auf CHF 2 537 Mio. (–4,2 %), gegenüber CHF 2 647 Mio. im Vorjahr.
  • Der Auftragsbestand betrug CHF 431 Mio., gegenüber CHF 643 Mio. im Vorjahr.
  • Der Umsatz ging um 5,5 % zurück auf CHF 2 671 Mio. (2014: CHF 2 825 Mio.).
  • Das EBITDA lag im Berichtsjahr bei CHF 338 Mio., was einer Marge von 12,7 % entspricht; ohne Restrukturierungskosten betrug das normalisierte EBITDA im Berichtsjahr CHF 450 Mio. bei einer EBITDA-Marge von 16,9 %. Im Vorjahr betrug das EBITDA auf normalisierter Basis CHF 477 Mio., die Marge lag bei 16,9 %.
  • Das EBIT für 2015, einschliesslich der Restrukturierungskosten und Wertminderung, belief sich auf CHF –306 Mio. (2014, angepasst: CHF 323 Mio.).
  • Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten, einschliesslich Restrukturierungskosten und Wertminderungen, betrug CHF –402 Mio., gegenüber CHF 222 Mio. im Vorjahr. Das Konzernergebnis 2015 unter Berücksichtigung dieser Effekte betrug CHF –418 Mio.; auf normalisierter Basis betrug das Konzernergebnis CHF 207 Mio. nach Ausschluss von Wertminderungen, Restrukturierungskosten und anderer nicht zahlungswirksamer Grössen. Das entspricht einem Gewinn je Aktie von CHF 0.61.
  • Der Personalbestand betrug 13 723 (2014: 14 039 Mitarbeitende).
  • Der normalisierte ROCE erreichte 11,1 %, ohne Restrukturierungs- und Wertminderungseffekte und bereinigt um die entsprechenden Steuereffekte.
  • Der Verwaltungsrat schlägt eine Dividende von CHF 0.30 je Aktie vor, was dem Dividendenbetrag des Vorjahres entspricht.

1Nettoumlaufvermögen (net working capital) ist definiert als Forderungen aus Lieferungen und Leistungen inklusive Vorräten, abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und abzüglich kurzfristiger Anzahlungen von Kunden.

Umsatz 2015 nach Segment1 in CHF Mio.

  • Segment Surface Solutions
  • Segment Manmade Fibers
  • Segment Drive Systems

1Fortgeführte Aktivitäten.

Umsatz 2015 nach Absatzgebiet1 in CHF Mio.

  • Europa
  • Asien-Pazifik
  • Nordamerika
  • Übrige Regionen

1Fortgeführte Aktivitäten.

Normalisiertes EBITDA 2015 nach Segment1 in CHF Mio.

  • Segment Surface Solutions
  • Segment Manmade Fibers
  • Segment Drive Systems
  • Übrige

1Fortgeführte Aktivitäten.

Operativer Geldfluss1 in CHF Mio.

1Vor Veränderung des Nettoumlaufvermögens.

Eigenkapital1 in CHF Mio. (in % der Aktiven)

1Zurechenbar auf die Konzernaktionäre.

Investitionen in CHF Mio.

  • In % des Umsatzes.

1Angepasst.

2Fortgeführte Aktivitäten.

Mitarbeitende

1Angepasst für angekündigte Veräusserung des Segments Vacuum; Erhöhung hauptsächlich durch Kauf von Metco.

2Fortgeführte Aktivitäten.

Mitarbeitende 2015 nach Segment1

  • Segment Surface Solutions
  • Segment Manmade Fibers
  • Segment Drive Systems
  • Andere

1Fortgeführte Aktivitäten.

Mitarbeitende 2015 nach Region1

  • Europa
  • Asien-Pazifik
  • Nordamerika
  • Übrige Regionen

1Fortgeführte Aktivitäten.