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Die weltweite Präsenz stärken Oerlikon expandiert in den Wachstumsmärkten

China

Laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ist die chinesische Wirtschaft 2015 um 6,9 % gewachsen (2014: 7,4 %). Die Verlangsamung in China war Anfang 2015 nicht voraussehbar. Sie ist hauptsächlich auf die Überkapazität in bedeutenden Branchen und die allgemein schwache Weltwirtschaft zurückzuführen. Um das Wachstum zu stützen, plant die chinesische Regierung, den Industriesektor umzubauen und zu erweitern. Die „One Belt, One Road“-Strategie zielt darauf ab, Investitionen in Infrastrukturen zu lenken, die den Handel, die Koordination und die Vernetzung im gesamten asiatischen Raum fördern. Die Regierung prüft auch eine Digitalisierung des Produktionssektors durch Robotisierung, 3-D-Druck und Industry 4.0. Ein weiterer Schwerpunkt sind industrielle Dienstleistungen. Mit den Programmen und dem 13. Fünfjahresplan (2016–2020) werden zahlreiche neue Branchen und Unternehmen entstehen, die für ein stärkeres Gleichgewicht sorgen.
2015 erzielte Oerlikon 24 % des Konzernumsatzes in China, wo über 1 500 Mitarbeitende an 23 Standorten beschäftigt sind. China bleibt ein wichtiger und attraktiver Markt für Oerlikon. Der Konzern ist dank seiner führenden Technologien und der engen Kundenbeziehungen gut positioniert. Vor allem das Segment Manmade Fibers, das über 60 % seines Umsatzes in China erzielt, ist ein geschätzter Partner im Textil- und Bekleidungssektor. Das Segment ist seit Jahren ein VIP-Teilnehmer am China Annual Textile Round Table Forum, das vom China National Textile and Apparel Council (CNTAC) organisiert wird. Im Polykondensationsgeschäft hat das Segment ein gute Ausgangslage dank des Joint Ventures mit der chinesischen Huitong Chemical  geschaffen. Der chinesische Automobilmarkt ist ein weiterer Sektor, in dem Oerlikon Beziehungen zu wichtigen Akteuren pflegt wie beispielsweise zu Dongfeng Motor, einem der grössten Automobilhersteller Chinas.
Im vergangenen Jahr führte der Konzern gemeinsam mit Dongfeng einen „Innovation Technology“- und einen „Advanced Manufacturing“- Anlass durch.

Indien

Während sich die meisten Schwellenländer im Berichtsjahr schwer taten, stellte Indien in der Weltwirtschaft einen Lichtblick dar. Getragen wurde die Konjunktur vom robusten Wachstum im Dienstleistungs- und Produktionssektor. Laut IWF nahm das reale BIP 2015 um 7,3 % zu. Damit ist Indien die am stärksten wachsende Wirtschaft und hat sogar China übertroffen. Allerdings gab es auch Herausforderungen: Der Landwirtschaftssektor stagnierte, weil die Monsunregenmenge um 12 % unter den üblichen Werten lag. Auch die Automobilindustrie bewegte sich seitwärts. Indien hat bedeutende strukturelle und wirtschaftliche Reformen umgesetzt. Weitere Reformen sollen folgen, um Beschaffungsengpässe zu verringern und den Binnenhandel sowie die Exporte anzukurbeln. Der IWF erwartet in Indien für die nächsten zwei Jahre ein leichtes Wachstum.
Oerlikon erzielte im Berichtsjahr 5 % seines Umsatzes in Indien und beschäftigt an 16 Standorten mehr als 2 500 Mitarbeitende. In Indien konzentriert sich Oerlikon vorwiegend auf den inländischen Markt. Das Segment Surface Solutions, das über zehn Service- und Produktionszentren in Indien verfügt, expandiert im Gleichschritt mit den langfristigen Wachstumsaussichten der Automobilbranche. Mit der Eröffnung des dritten Werks in Sanand im Staat Gujarat hat das Segment Drive Systems seine Produktionskapazität erhöht. So sollen die Kunden im Automobilsektor mit einer Reihe von Hightech-Produkten bedient werden: von Getriebesynchronisierern bis zu kompletten Getrieben einschliesslich CVT-Getrieben für landwirtschaftliche Traktoren, Getrieben für Freizeitfahrzeuge und Achsen für Radlader und andere On- und Offroad-Anwendungen. Da auch das indische Textilgeschäft wächst, gewinnt es für das Segment Manmade Fibers, das seit mehr als 30 Jahren in Indien tätig ist, zunehmend an Bedeutung. Um die lokale Präsenz zu verstärken, hat das Segment 2015 mit dem Bau eines neuen Kundenservicezentrums in Vadodara begonnen.

Europa

2015 begann in Europa positiv, mit einem BIP-Wachstum im ersten Quartal von 0,5 % – was einer annualisierten Wachstumsrate von 2,1 % entspricht. Das wäre der beste Wert seit dem Ende der europäischen Rezession im Frühling 2013 gewesen. Allerdings verlangsamte sich die Erholung im weiteren Jahresverlauf und die Entwicklung verlief uneinheitlich: Während Frankreich einen Aufschwung erlebte, schwächte sich die Konjunktur in Deutschland, der grössten Volkswirtschaft Europas, ebenso ab wie in Italien und Spanien und in Griechenland und Finnland. Insgesamt profitierte Europa von fallenden Energiepreisen und der Politik der Lockerung der Europäischen Zentralbank (EZB). Aufgrund der expansiven Geldpolitik blieb der Euro schwach, was die Exporte begünstigte, und die Eurozone erzielte einen hohen Leistungsbilanzüberschuss. Das reale BIP-Wachstum in 2015 betrug laut IWF 1,5 %. Laut IWF dürfte das BIP Europas in den nächsten Jahren rund 1,9 % zunehmen, was zu einem gewissen Grad durch das Programm zur quantitativen Lockerung der EZB gestützt wird. 2015 erzielte Oerlikon 38 % seines Umsatzes in Europa. 6 972 Mitarbeitende sind an 83 Standorten auf dem ganzen Kontinent tätig. Dies entspricht rund 50 % des konzernweiten Personalbestands. Für Oerlikon bleibt Europa nicht nur die wichtigste Region in Bezug auf den Konzernumsatz, sondern auch das Zentrum für die Forschung und Entwicklung. Oerlikon wird weiterhin stark in die Innovation investieren wird, um den technologischen Vorsprung
und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Das Segment Manmade Fibers hat deshalb ein neues Technologiezentrum in Chemnitz (Deutschland) eröffnet. Hier werden vorwiegend Extrusionsanlagen für Bändchen und Monofilamente sowie Spulköpfeund Inline-Texturiergeräte, Zwirnmaschinen und Kohlefaserwickler entwickelt und getestet. Das Segment Surface Solutions hat in der Slowakei wurde das erste Beschichtungskompetenz-zentrum für die Automobilindustrie eröffnet. Italien bleibt ein Hub für das Segment Drive Systems. Hier werden Lösungen für Hochleistungs-, Hybrid- und Elektrofahrzeuge sowie für die Sektoren Landwirtschaft, Öl und Gas sowie Bau entwickelt und hergestellt.

Amerika

Nach schwachem Start hat die US-Wirtschaft 2015 dank des stabilen Binnenkonsums und Arbeitsmarkts an Dynamik gewonnen. Das BIP ist laut IWF um 2,5 % gestiegen. Die kanadische Wirtschaft ist in der ersten Jahreshälfte aufgrund der stark fallenden Ölpreise geschrumpft, verzeichnete im gesamten Jahr aber dennoch ein Wachstum von 1,2 %. Sowohl Kanada als auch die USA dürften laut dem IWF 2016 weiter zulegen. Der US-Markt wird weiterhin durch die Inlandnachfrage gestützt, die wiederum durch höhere Haushaltseinkommen und einen robusteren Arbeitsmarkt begünstigt wird. Der starke US-Dollar und die schwache globale Nachfrage werden die Produktion und die Investitionen bremsen. In Kanada dürften die Stimulierungsmassnahmen bis Mitte 2017 das Wachstum stützen, der sinkende Ölpreis könnte aber zu einem weiteren Rückgang im Energiesektor führen. In Südamerika hat sich die Wirtschaft aufgrund tiefer Rohstoffpreise weiter abgekühlt. Laut der Economic Commission for Latin America and the Caribbean ist die Wirtschaftsleistung in Südamerika 2015 um 0,3 % zurückgegangen. Oerlikon beschäftigte 2015 über 1 850 Mitarbeitende an 38 Standorten in Nord- und Südamerika. Nordamerika trug rund 19 % zum Konzernumsatz bei. Oerlikon sieht in Nord- und Südamerika weiteres Wachstumspotenzial für alle drei Segmente. Das Segment Surface Solutions betreibt zurzeit ein Netzwerk von 33 Serviceund Produktionszentren und ist ein wichtiger Zulieferer für die US-amerikanischen Automobil-, Luftfahrt-, Energie- und Lebensmittelsektoren. 2015 eröffnete das Segment in Guelph (Kanada), das erste Technologiezentrum, welches Lösungen von Oerlikon Balzers und Oerlikon Metco für die Automobil- und die Luftfahrtindustrie anbietet. Zudem hat das Segment die Laser Cladding Services mit Sitz in Houston (USA), übernommen, um die Position im Energiesektor zu stärken. Das Segment Manmade Fibers beliefert hauptsächlich Hersteller von BCF, die für die Teppichproduktion verwendet werden. Das Segment Drive Systems beliefert den USMarkt von Indiana aus, wo es Antriebe und Getriebe für die Landwirtschaft, den Bau, den Öl- und Gassektor sowie den Bergbau entwickelt und herstellt. In Südamerika sind alle drei Segmente mit Schwerpunkt in in Brasilien tätig. Das Segment Drive Systems hat sein Vertriebsnetz über Partner in Argentinien, Chile, Kolumbien und Peru erweitert und konzentriert sich dabei auf die Sektoren Industrie, Off-Highway, Bau und Landwirtschaft.