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Oerlikon erhöht Umsatzziel für 2007
um 5-10 Prozent

Umsatz und EBIT mit Rekordzuwachs

  • Umsatz steigt um 247 Prozent auf CHF 2,7 Mrd. (pro forma +24 Prozent )
  • EBIT wächst um 83 Prozent auf CHF 231 Mio. (pro forma +22 Prozent)
  • Bestellungseingang überschreitet mit einem Zuwachs von 212 Prozent die CHF 3 Mrd.-Marke (pro forma +16 Prozent)
  • Operativer Cash Flow erreicht mit einem Plus von 203 Prozent
  • CHF 367 Mio. (pro forma +46 Prozent)
  • Umsatz von Oerlikon Solar verfünffacht
  • Oerlikon Textile mit Wachstumssprung um 37,4 Prozent auf CHF 1,3 Mrd.
  • China entwickelt sich mit hohem Tempo zu einem der Kernmärkte
  • Syndizierung des CHF 2,5 Mrd.-Kredits unter Führung der Citigroup erfolgreich zu Investmentgrade-Konditionen abgeschlossen.

* Pro-forma-Darstellung unterstellt eine Erstkonsolidierung der Saurer Gruppe vom 01.01.2006

Pfäffikon SZ, 28. August 2007 - Der Oerlikon Konzern meldet einen sehr erfreulichen Geschäftsverlauf für das erste Halbjahr 2007. Mit einem Zuwachs von 247 Prozent auf CHF 2,7 Mrd. (pro forma +24 Prozent) erreicht das organische Wachstum ein Rekordniveau. „Wir erhöhen daher unser Umsatzziel für das Gesamtjahr von über CHF 5 Mrd. um 5 bis 10 Prozent", sagt Oerlikon CEO Dr. Uwe Krüger. Der EBIT steigt um 83 Prozent auf CHF 231 Mio. (pro forma +22 Prozent), der Bestellungseingang durchstösst mit einem Plus von 212 Prozent die CHF 3 Mrd.-Marke (pro forma +16 Prozent). Der operative Cash Flow wächst um 203 Prozent auf CHF 367 Mio. (pro forma +46 Prozent). „Die Akquisition der Saurer AG trägt schon nach kurzer Zeit Früchte und erweist sich für die Oerlikon Gruppe als Wachstumsmotor", sagt Georg Stumpf, Verwaltungsratspräsident der Oerlikon Gruppe. „Die guten Ergebnisse im ersten Halbjahr resultieren aus einer verbesserten operativen Leistungsfähigkeit, grösserer Kundennähe und der Verschlankung der Entscheidungswege", sagt CEO Dr. Uwe Krüger.

Die Betrachtung der einzelnen Segmente zeigt, dass fast alle Bereiche zu dem Erfolg des ersten Halbjahrs beigetragen haben. Ein herausragendes Umsatzwachstum von 32,3 Prozent auf CHF 478 Mio. wies das Segment Oerlikon Coating aus - hier vor allem getragen durch die Business Unit Oerlikon Solar, die weitere Grossaufträge verbuchte und den Umsatz auf CHF 127 Mio. mehr als verfünffachte. Doch auch Oerlikon Balzers entwickelte sich überdurchschnittlich und eröffnete in China und Polen neue Beschichtungs-zentren. Der EBIT des Segments stieg um 53 Prozent auf CHF 77 Mio.

Einen hervorragenden Geschäftsverlauf verzeichnete auch Oerlikon Textile. Die hohe Nachfrage vor allem im Stapelfasermarkt setzte das Segment in operatives Wachstum von 37,4 Prozent auf CHF 1,3 Mrd. und zusätzliche Marktanteilsgewinne um und erzielte damit das beste Halbjahresergebnis in seiner Geschichte. Insgesamt führten zahlreiche Massnahmen zur Effizienzsteigerung, die verbesserte Fixkostenausnutzung sowie ein straffes Management gleichzeitig dazu, dass sich der EBIT im ersten Halbjahr 2007 gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf CHF 102 Mio. mehr als verdreifachte. Insgesamt übertrifft das Halbjahresergebnis damit die Erwartungen, so auch jene, die in die Übernahme der Saurer AG gesetzt wurden. „Asien - und hier speziell China - entwickelt sich mit hohem Tempo zu einem unserer Kernmärkte", sagt CEO Dr. Uwe Krüger. Stellt China mit einem Umsatzanteil von 31 Prozent für Oerlikon Textile schon heute die dominierende Region dar, verzeichneten auch Oerlikon Coating, Oerlikon Vacuum sowie Oerlikon Drive Systems überproportionale Zuwächse in dieser Region. Der Umsatzanteil des chinesischen Marktes für die gesamte Gruppe erreicht inzwischen 17 Prozent. Mit dem Ausbau der dortigen Fertigungskapazitäten sowie weiteren Verlagerungen, etwa von Oerlikon Vakuum, nimmt China auch als Produktionsstandort eine immer wichtigere Rolle ein.

Oerlikon Drive Systems nutzte die gute industrielle Konjunktur und steigerte den Umsatz um 15,6 Prozent auf CHF 556 Mio. bei einem EBIT-Wachstum von 22,6 Prozent auf CHF 42 Mio. Gleiches gilt für Oerlikon Vacuum, das den Umsatz im ersten Halbjahr 2007 um 6,3 Prozent auf CHF 223 Mio. anhob. Auch hier wirkten sich umfangreiche Optimierungen positiv auf die Gewinnmarge aus. Der EBIT steigerte sich um 19,5 Prozent auf CHF 26 Mio.

Strategischer Handlungsbedarf besteht im Segment Oerlikon Components, das mit rund 7 Prozent des Konzernumsatzes das kleinste Segment der Oerlikon Gruppe darstellt. Hier ging der Umsatz im ersten Halbjahr 2007 um 16,1 Prozent auf CHF 182 Mio. zurück, der EBIT liegt bei CHF 2 Mio. Während die Business Units Oerlikon Space sowie Oerlikon Solutions mit guten Resultaten aufwarteten, konnten Oerlikon Esec sowie Oerlikon Optics trotz führender Produkte die geringe Nachfrage in den jeweiligen Märkten nicht ausgleichen. Für Oerlikon Esec ist jedoch aufgrund einer Belebung im Halbleitermarkt sowie einer Produktoffensive mit deutlich besseren Ergebnissen für das zweite Halbjahr zu rechnen.

Integration von Saurer verläuft erfolgreich

Basis der Erfolge im ersten Halbjahr 2007 ist die hohe Integrations- und Innovationsfähigkeit der Oerlikon Gruppe - quasi die DNA des Unternehmens. Die erfolgreich verlaufene Integration der Sauer Geschäftseinheiten zeigt sich sowohl in vielen vereinheitlichten Prozessen und Systemen wie auch in einer intensiven Zusammenarbeit zwischen den Business Units. Das neue Beschichtungszentrum von Oerlikon Coating in China etwa entsteht auf dem Gelände der Oerlikon Textile Fabrik in Suzhou; Oerlikon Graziano erhielt nur deshalb den Zuschlag für einen langfristigen Grossauftrag, weil zusammen mit weiteren Oerlikon Standorten ein globales Servicekonzept entworfen und implementiert werden kann. Oerlikon Balzers hat für Oerlikon Graziano die Beschichtung von Getriebebauteilen übernommen; beide Business Units arbeiten bei der Entwicklung neuer Anwendungen eng zusammen. Auch zahlreiche Kooperationen in Forschung und Entwicklung belegen die Fortschritte in der Zusammenführung der Unternehmensteile, etwa um eine innovative Steuerungssoftware von Oerlikon Textile anderen Geschäftseinheiten nutzbar zu machen oder das Know-how im Bereich magnetgelagerter Antriebssysteme auf Turbomolekularpumpen zu übertragen.
Die hohe Innovationskraft der Oerlikon Gruppe wurde im ersten Halbjahr 2007 besonders in der Geschäftseinheit Oerlikon Solar offensichtlich. Im Berichtszeitraum wurde die weltweit erste Fabrik zur Herstellung von Dünnschichtsilizium-Solarmodulen bei ersol Thin Film, Erfurt, mit einer Jahreskapazität von 40 Megawatt peak in Betrieb genommen. Sämtliche vertraglich festgelegten Parameter bezüglich Lieferfristen, Moduleffizienz und Produktionsleistung wurden erfüllt. Die Inbetriebnahme belegt die industrielle Reife der Oerlikon Dünnschichtsilizium-Technologie und den Innovationsvorsprung des Geschäftsbereichs. Dieser Nachweis hat wesentlich dazu beigetragen, weitere Kunden zu überzeugen und Aufträge abzuschliessen. Hierzu gehört das taiwanesische High-Tech-Unternehmen CMC Magnetics.

Ausbau des Solargeschäfts

Dem Ausbau des Solargeschäfts kommt innerhalb der Oerlikon Gruppe höchste Priorität zu. Die Produktionskapazitäten am Standort Trübbach werden bis 2008 mindestens verdoppelt. Weitere Vertragsabschlüsse sehen die Lieferung der nächsten Generation, der zweifach beschichteten Micromorph Tandem-Module vor. Micromorph Tandem wird in naher Zukunft Wirkungsgrade von über 10 Prozent erreichen und stösst damit in Grössenordnungen konventioneller kristalliner Solarzellen vor. Auf Grundlage dieser Technologie, weiterer Effizienzsteigerungen in Produktionstechnik sowie Skaleneffekten beim Bau grösserer Fabriken zur Herstellung von Solarmodulen ist die Wettbewerbsfähigkeit der Solarenergie zu konventionellen Energieträgern (Grid Parity) schon mittelfristig realisierbar. Das Umsatzziel für Oerlikon Solar für 2007 von über CHF 300 Mio. wird sicher erreicht. Darüber hinaus ist es das Ziel, die kommenden Jahre mit mindestens 50 Prozent pro Jahr zu wachsen und damit die Marktführerschaft zu konsolidieren.

Doch nicht nur Oerlikon Solar konnte mit innovativen Produkten seine Marktstellung weiter ausbauen. Beispielhaft für den Konzern seien als weitere Erfolge erwähnt: Oerlikon Coating verbuchte zahlreiche Aufträge für die neue Beschichtungstechnologie P3eTM, Oerlikon Textile nahm die erste Nonwoven-Integrationsanlage für Vliesstoffe in Betrieb, Oerlikon Vakuum lieferte ein umfassendes Vakuumsystem für eine Glasbeschichtungsanlage mit über hundert Turbomolekularpumpen, Oerlikon Fairfield verzeichnete die ersten Aufträge für Windkraftanlagen, Oerlikon Esec brachte die neue Wire Bonder Produktgeneration auf den Markt.

Anpassungen der Organisation

Um die Dynamik des Geschäftsverlaufs weiter zu erhöhen und die Ergebnissituation zu verbessern, beschloss die Konzernleitung im ersten Halbjahr 2007 eine Reihe organisatorischer Anpassungen:

  • Strategische Management-Holding mit klarer Rollenverteilung: Den Business Units wurde unter Führung der strategischen Management-Holding volle Umsatz- und Ergebnisverantwortung gegeben. Marktnähe, Flexibilität und Geschwindigkeit der Geschäftseinheiten werden dadurch erhöht.
  • Vereinfachte Strukturen: Die Matrixorganisation mit regionalen Verantwortlichkeiten und parallelen Zuständigkeiten der Geschäftsbereiche wurde zugunsten der Business Units aufgelöst.
  • Einsparungen: Administrations- und Marketingkosten werden auf das notwendige Mass zurückgenommen, vor allem in der Konzernzentrale; weitere Kosteneinsparungen, wie durch Synergien im Einkauf, wurden identifiziert und erschlossen.
  • Qualität: Um das hohe Qualitätsniveau der Oerlikon Gruppe dauerhaft zu sichern und weiter zu steigern, werden mithilfe der Six-Sigma-Methodik systematisch die Geschäftsprozesse vereinheitlicht und beschleunigt.
  • Forschung & Entwicklung: Oerlikon wird den dezentralen F&E-Ansatz beibehalten, durch die stärkere Koordination seitens der Konzernzentrale jedoch systematisch die potenziellen Synergien erschliessen und die Zusammenarbeit mit renommierten Universitäten und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen auf der ganzen Welt intensivieren.

Dort, wo organisatorische Anpassungen nicht erfolgversprechend bzw. ausreichend sind, wurden strategische Neuausrichtungen beschlossen - etwa für die Geschäftseinheit Oerlikon Optics. Innerhalb von eineinhalb Jahren werden unprofitable Produktlinien entweder auslaufen oder nach Shanghai verlagert und gleichzeitig die Produktentwicklung zukunftsträchtiger Applikationen wie im Bereich Kleinstprojektoren (Picobeamer) verstärkt. Anerkennung finden die Leistungen der Oerlikon Gruppe durch den syndizierten Kreditvertrag über CHF 2,5 Mrd., der mit der Citigroup als weltweit führender Bank sowie weiteren renommierten Finanzinstituten abgeschlossen wurde. Die Syndizierungsphase für den Konsortialkredit wurde am 17. August 2007 mit der Vertragsunterzeichnung erfolgreich beendet. Die Transaktion stiess auch in der allgemeinen Syndizierung auf ein reges Interesse, sodass insgesamt 19 Banken dem Konsortialkredit beigetreten sind. Dieser syndizierte Kredit teilt sich in eine 3-jährige Tranche (Term Loan) in der Höhe von CHF 600 Mio. und in eine 5-jährige Revolving-Kreditlimite über CHF 1,9 Mrd. und wird zur Refinanzierung bestehender Finanzschulden (vorwiegend aufgrund der Akquisition der Saurer AG) sowie für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet. Die Konditionen des Kredits sowie die Breite Teilnahme erstklassiger internationaler Banken unterstreichen das Investmentgrade-Rating von Oerlikon. Es wurden keine Vermögenswerte verpfändet.

Die von der Saurer AG emittierte Anleihe über CHF 200 Mio. hat eine Laufzeit bis zum 28. August 2013. Aus diesem Grund hat Oerlikon die Diskussion mit der federführenden Bank dieser Anleihe aufgenommen, um diesbezüglich eine optimale Zukunftsstrategie auszuarbeiten. Mit der Unterzeichnung des syndizierten Kredits ist Oerlikon in der Lage, Optionen von der Weiterführung der Anleihe bis zu deren Rückzahlung zu verfolgen.

Ausblick

Für die zweite Jahreshälfte 2007 erwartet Oerlikon die Fortsetzung des positiven Trends sowie spürbare Verbesserungen im Geschäftsfeld Oerlikon Components. Für die zentralen Wachstumstreiber wie Oerlikon Textile oder Oerlikon Solar gehen wir von weiterhin überproportionalen Zuwächsen aus. „Mit gezielten Massnahmen zu Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen werden wir die Ertragslage innerhalb der gesamten Gruppe nachhaltig verbessern", sagt CEO Dr. Uwe Krüger. Die Strategie, die technologische Lösungskompetenz von Oerlikon durch Eigenentwicklungen und gezielte Akquisitionen weiter auszubauen, wird auch im zweiten Halbjahr 2007 fortgesetzt. „Insgesamt sind wir überzeugt, die Umsatzziele für das Gesamtjahr von über CHF 5 Mrd. um bis zu 10 Prozent zu übertreffen und einen EBIT von über CHF 500 Mio. zu erzielen", sagt Verwaltungsratspräsident Georg Stumpf.

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