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Dünnfilm-Solartechnik von Oerlikon auf dem Siegeszug

Oerlikon Solar erhält CHF 320 Mio.-Auftrag zur Lieferung schlüsselfertiger 160 Megawatt Solar-Fabrik

Pfäffikon SZ, 6. Dezember 2006 - Oerlikon Solar hat von der deutschen API GmbH, Offenbach, einen Auftrag im Gesamtwert von CHF 320 Mio. erhalten. Die Bestellung umfasst acht Kai 1200-Anlagen, 40 Laserscribing- und 16 TCO-Systeme sowie die dazugehörige Prozesstechnik. Oerlikon Solar liefert schlüsselfertige Produktionsanlagen, die auf eine jährliche Kapazität von 160 Megawatt kommen. Mit den Anlagen will API in Deutschland die grösste europäische Fabrik zur Herstellung von Dünnfilm-Solar-Modulen bauen. Hinter der API steht eine Gruppe saudischer Investoren, die mit dieser ersten Investition in den Zukunftsmarkt Dünnschicht-Solar einsteigt.

Die Entwicklung des jungen Solargeschäfts von Oerlikon übertrifft alle Erwartungen. Der Geschäftsbereich, der erst Anfang 2006 gegründet wurde, konnte bereits Grossaufträge der Schott Solar GmbH sowie der ErSol Thinfilm GmbH mit einem Auftragsvolumen von über CHF 100 Mio. verbuchen. „Mit dem aktuellen Auftrag stossen wir in ganz neue Dimensionen vor - sowohl hinsichtlich des Investitionsvolumens als auch der Kundenbasis", sagt Thomas Limberger, CEO von Oerlikon. „Dieser Auftrag zeigt, welches Potenzial in dem Oerlikon Dünnfilm-Solarbereich liegt, der zusätzlich zum starken Wachstum mit hohen zweistelligen Gewinnmargen glänzt", so Limberger.

Hintergrund der starken Nachfrage nach Produktionseinheiten für Dünnschicht-Solarmodule mit amorphem Silizium sind die vielfachen Vorteile dieser Technik - und zwar sowohl gegenüber konventionellen Siliziumzellen als auch anderen Dünnschicht-Verfahren. „Wir haben die verschiedensten Solar-Techniken eingehend untersucht und uns klar für die amorphe Silizium-Dünnschicht-Technik von Oerlikon entschieden", sagt Ekram Saleh, Geschäftsführer der API. Im Vergleich zu konventionellen Solarzellen, die aus hochreinem Silizium gefertigt werden müssen, braucht die Dünnschicht-Technik 200mal weniger Rohmaterial. Zudem können grosse Flächen von 1,4 Quadratmetern bedampft und vollautomatisch zu Solarmodulen verarbeitet werden. In Summe führt diese Technologie zu enormen wirtschaftlichen Vorteilen: die Energiekosten liegen mit der sauberen Dünnfilmtechnik um bis zu 40 Prozent niedriger als bei den heute gängigen Solarzellen. „Auf Basis dieser Technologie wird Solarenergie langfristig auch wirtschaftlich eine Alternative zu fossilen Brennstoffen oder Atomenergie", so Saleh.

Oerlikon ist weltweit der einzige Anbieter schlüsselfertiger Produktionsanlagen für Dünnschicht-Solarmodule, der die gesamte Wertschöpfungskette von der Vorbehandlung des Glassubstrats über die Beschichtung bis hin zur Konfektionierung der Module abdeckt. Um auch den Prozessschritt des sogenannten „Laserscribing" mit eigenen Technologien und Geräten abdecken zu können, hat Oerlikon vor wenigen Tagen die englische Exitech übernommen (siehe Pressemitteilung vom 5. Dezember 2006). Erst durch das Laserscribing wird die beschichtete Glasfläche in einzelne Solarzellen unterteilt und zu einem funktionsfähigen Modul verschaltet.

In dem Zukunftsmarkt Solarenerige nimmt Oerlikon Solar schon heute mit der amorphen Siliziumtechnik eine führende Rolle ein. Diese wird zusätzlich durch die nächste Produkt-Generation unterstützt, die jetzt zur industriellen Marktreife entwickelt wird: die multikristalline Dünnfilmtechnik (MyCSi). „Damit bauen wir unseren Technologievorsprung gegenüber den Wettbewerbern vor allem aus den USA weiter aus", so Oerlikon CEO Limberger. Die multikristallinen Solarmodule reichen mit höheren Wirkungsgraden von über 10 Prozent an die Werte konventioneller Solarzellen heran - bei deutlich geringeren Herstellkosten. Die Produktionsanlagen für amorphe und multikristalline Dünnfilm-Solarmodule sind kompatibel, so dass die Betreiber ihre Systeme nachrüsten können. Zur Zeit befinden sich die Produktionssysteme für multikristalline Dünnfilm-Module bei Oerlikon Solar in der industriellen Erprobung - die Markteinführung ist für das zweite Halbjahr 2007 geplant. „Strategisch sind wir in diesem Milliardenmarkt mit seinen hohen Wachstumsraten hervorragend positioniert", so Limberger.

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