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Auf dem Weg zur Erholung - Finanzielle Restrukturierung / Jahresergebnisse 2009

Durch die vereinbarten Massnahmen zur finanziellen Restrukturierung wird sich die Eigenkapitalbasis des Unternehmens um bis zu CHF 1,3 Mrd. erhöhen und die Nettoverschuldung um bis zu rund 77 Prozent reduzieren (vorbehaltlich der Genehmigung durch die Aktionäre bei der Generalversammlung am 18. Mai 2010).

  • Im Geschäftsjahr 2009 bewirkte die beispiellose Abschwächung der globalen Konjunktur einen starken Rückgang des Umsatzvolumens und einen hohen Nettoverlust. Einmalaufwendungen in Höhe von rund CHF 350 Mio. belasteten den Unternehmensertrag zusätzlich.
  • Betriebliche Restrukturierungsmassnahmen führten 2009 zu wiederkehrenden Einsparungen von rund CHF 237 Mio. Die betriebliche Restrukturierung wird bis Ende 2011 fortgesetzt, wobei im Vergleich zu 2008 bis zu CHF 400 Mio. wiederkehrende Einsparungen erwartet werden.
  • Die Investitionen in Forschung und Entwicklung lagen mit CHF 210 Mio. bzw. 7,3 Prozent des Umsatzes (2008: 5,3 Prozent) erneut auf hohem Niveau.
  • Auch 2010 wird ein Jahr der betrieblichen und finanziellen Restrukturierung sein. Der Konzern erwartet ein moderates Wachstum und eine Rückkehr in die operative Gewinnzone in der zweiten Jahreshälfte.

 Kennzahlen Oerlikon Konzern per 31. Dezember 2009*

In CHF Mio.    1. Januar bis 31. Dezember 2009 1. Januar bis 31. Dezember 2008   Delta
 Bestellungseingang   2 996  4 209  -28.8%
 Bestellungsbestand  997   1 147  -13.1%
 Umsatz   2 877   4 632 -37.9%
 EBITDA   -165  471  -
 EBIT   -589   -59  -
 Konzernergebnis   -592   -422  -
 Geldfluss aus operativer Geschäftstätigkeit  -92   411  -
 Restrukturierungskosten   107   66  -
 Mitarbeitende   16 369   18 372 -10.9%

*2009 Fortgeführte Aktivitäten, 2008 angepasst.

Pfäffikon SZ, 1. April 2010 - Der Oerlikon Konzern gab heute die Jahresergebnisse für 2009 sowie den erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen mit seinen Kreditgebern und dem Aktionär Renova bezüglich der umfassenden Restrukturierung der Konzernfinanzierung bekannt. Es wird erwartet, dass sich durch die vereinbarten Massnahmen - die ein Bezugsrechtsangebot über CHF 1 Mrd. umfassen und im ersten Halbjahr 2010 implementiert werden - die Eigenkapitalbasis von Oerlikon um bis zu CHF 1,3 Mrd. erhöhen und die Nettoverschuldung um zwischen 1,05 Mrd. bis 1,3 Mrd. (bis zu rund 77 Prozent) reduzieren wird (siehe zusammenfassende Darstellung weiter unten). „Zusammen mit der laufenden betrieblichen Restrukturierung wird die finanzielle Rekapitalisierung die Grundlage dafür bilden, das Geschäft von Oerlikon wieder in die Rentabilitätszone zu führen und zu ihrer nachhaltigen langfristigen Entwicklung beizutragen", sagt Vladimir Kuznetsov, Präsident des Verwaltungsrats. Hans Ziegler, CEO des Oerlikon Konzerns, kommentiert: „Wir sind derzeit dabei, Oerlikon operativ und finanziell auf ein solides und dauerhaft tragfähiges Fundament zu stellen, was das Unternehmen unseren Erwartungen zufolge in die Lage versetzen wird, ein profitables Wachstum zu erzielen."

Die beträchtliche Verschuldung infolge der fremdfinanzierten Übernahme von Saurer im November 2006 und die darauf folgende beispiellose Weltwirtschafts¬krise in den Jahren 2008 und 2009 haben die Finanzposition von Oerlikon erheblich geschwächt. Der plötzliche und starke Einbruch der Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen von Oerlikon während der Rezession hat die Rentabilität des Konzerns schwer beeinträchtigt und das derzeitige Verschuldungsniveau untragbar werden lassen.

Das Unternehmen hat nun eine Einigung mit seinem grössten Aktionär Renova sowie dem zuständigen Bankenkonsortium über eine syndizierte Kreditfazilität von CHF 2,5 Mrd. zur umfassenden Restrukturierung der Konzernfinanzierung von Oerlikon erzielt. Zu den Eckpunkten der Restrukturierung gehören:

  • Herabsetzung des Aktienkapitals durch eine Nennwertreduktion von CHF 20 auf CHF 1 je Aktie;
  • Anschliessende Kapitalerhöhung mittels Bezugsrechtsangebot im Wert von CHF 1 Mrd. in Form von 268,7 Mio. neu auszugebenden Aktien an bestehende Aktionäre zum Bezugspreis von CHF 3,72 je Aktie, wobei Renova sich verpflichtet, ihre Bezugsrechte auszuüben und die Kreditgeber eine Deckungsverpflichtung übernehmen und diejenigen neuen Aktien im Wege der Umwandlung von Schulden zeichnen werden, die im Zuge der Bezugsrechtsemission nicht von den Publikumsaktionären gezeichnet wurden;
  • Mögliche weitere Kapitalerhöhung um bis zu CHF 150 Mio. durch die Ausgabe von bis zu 40,4 Mio. zusätzlichen neuen Aktien an die Kreditgeber gegen Umwandlung von Schulden in Höhe eines Nominalbetrages, der dem Ausgabepreis von CHF 3,72 entspricht;
  • Gewährung von Optionsscheinen an die Kreditgeber für den Erwerb von Aktien im Umfang von 1% bis zu 5% des Aktienkapitals von Oerlikon auf vollständig verwässerter Basis, die am 30. Juni 2014 ablaufen, wobei diese Optionen mit Aktien aus neu zu schaffendem bedingten Kapital bedient werden;
  • Gewährung einer Option an die Kreditgeber für den Erwerb aller oder eines Teils der 1,3 Mio. eigenen Aktien von Oerlikon (entsprechend 9,3% des derzeitigen Aktienkapitals) zum Marktwert bis 14. April 2010 gegen Umwandlung von Schulden;
  • Schuldenerlass durch die Kreditgeber in der Grössenordnung von zwischen CHF 25 Mio. und CHF 125 Mio. sowie
  • Abschluss eines Vertrages mit den Kreditgebern über eine neue Fazilität mit drei Tranchen in Höhe von insgesamt rund CHF 1,49 Mrd. bis CHF 1,74 Mrd. (je nachdem, in welchem Umfang die Publikumsaktionäre Bezugsrechte im Rahmen des Bezugsrechtsangebots ausüben werden), die den ausstehenden Restbetrag der bestehenden syndizierten Kreditfazilitäten ersetzt und eine Laufzeit bis 30. Juni 2014 hat. Der Vertrag über die neuen Fazilitäten enthält auch die Bedingung, dass eine Mehrheit der Mitglieder des Verwaltungsrats von Renova und jeder anderen Partei bzw. Gruppe, die mehr als 20% der Stimmrechte von Oerlikon kontrolliert, unabhängig sein muss.

 

Es wird erwartet, dass diese Massnahmen insgesamt zu einer Senkung der Nettoverschuldung von Oerlikon um rund CHF 1,05 Mrd. bis CHF 1,30 Mrd. führen werden. Die vereinbarten Massnahmen zur finanziellen Restrukturierung bedingen sich gegenseitig und bedürfen der Genehmigung durch die Aktionäre anlässlich der Generalversammlung vom 18. Mai 2010 .

„Die finanzielle Restrukturierung wird eine deutliche Stärkung unserer Eigenkapitalbasis bewirken und den Verschuldungsgrad von Oerlikon auf ein nachhaltiges Niveau senken. Zusätzlich werden die Massnahmen kurzfristige Refinanzierungsrisiken und Rückzahlungsrisiken bis zur Fälligkeit des neuen Kreditfazilitäten im Juni 2014 beseitigen. In Verbindung mit den laufenden betrieblichen Restrukturierungsmassnahmen wird die Restrukturierung der Konzernfinanzierung das Fundament für die erneute Rentabilität der Geschäftssegmente von Oerlikon und dessen langfristig nachhaltige Entwicklung schaffen", so Jürg Fedier, CFO des Oerlikon Konzerns.


Ergebnisse für das Jahr 2009 
Trotz des nach wie vor schwierigen Marktumfelds schafft die geplante Restrukturierung der Konzernfinanzierung die Grundlage für eine langfristige nachhaltige Entwicklung von Oerlikon. „Wir müssen unsere betriebliche Restrukturierung erst noch zu Ende führen. Gleichzeitig beginnen wir uns nun jedoch auf die erwartete Erholung vorzubereiten", erklärt COO Thomas Babacan.

Das von der massiven Wirtschaftskrise geprägte Geschäftsjahr 2009 war eines der schwierigsten in der Geschichte von Oerlikon. Der infolge der Krise schwache Markt in Verbindung mit den zunehmenden Schwierigkeiten des Industriesektors, sich projektbezogene Finanzierungsmittel zu beschaffen, führte dazu, dass die Investitionsausgaben in fast allen Branchen, in denen der Oerlikon Konzern aktiv ist, in einem bislang noch nie dagewesenen Umfang eingefroren wurden. In der Folge wurde der Oerlikon Konzern vom drastischen Rückgang des Geschäftsvolumens hart getroffen. Der Bestellungseingang sank von CHF 4,2 Mrd. im Jahr 2008 um 28,8 Prozent auf CHF 3,0 Mrd. im Jahr 2009. Per 31. Dezember 2009 belief sich der Bestellungsbestand auf CHF 1,0 Mrd. (Vorjahr: CHF 1,1 Mrd.). Der Umsatz ging von CHF 4,6 Mrd. (2008) um 37,9 Prozent auf CHF 2,9 Mrd. (2009) zurück.

Zur Anpassung der Kostenbasis an das geringere Geschäftsvolumen und zur Sicherstellung der künftigen nachhaltigen Tragfähigkeit des Konzerns hatte die Geschäftsleitung bereits zahlreiche betriebliche Massnahmen angekündigt, darunter:

  • umfassende betriebliche Restrukturierungs- und Kostensenkungsmassnahmen,
  • weitere Straffung des operativen Geschäftsportfolios,
  • Reduzierung des Umlaufvermögens und Beschränkung von Investitionen, sowie
  • Veränderungen im Management sowohl auf Konzernebene als auch in den Segmenten.

 

Einzelheiten zu den betrieblichen Restrukturierungsmassnahmen

Das Restrukturierungsteam arbeitete eng mit den Geschäftseinheiten zusammen, um über 700 Einzelmassnahmen zu identifizieren, die unter anderem die Konsolidierung von Standorten, die Einstellung von Produktlinien, temporäre Werkschliessungen, die Verlängerung von Urlaubszeiten und Arbeitszeitverkürzungen umfassten. Das Ziel dieser Anstrengungen ist es, die wiederkehrenden Kosten gegenüber 2008 bis Ende 2011 um insgesamt bis zu CHF 400. Mio. zu senken. 2009 wurden bereits Einsparungen von wiederkehrenden Kosten in Höhe von rund CHF 237 Mio. erreicht. Insgesamt beliefen sich die Restrukturierungskosten 2009 auf CHF 107 Mio. Im gleichen Zeitraum wurden insgesamt fast 2000 Stellen abgebaut und weitere 1100 Mitarbeitende verliessen das Unternehmen im Rahmen von Desinvestitionen. Per 31. Dezember 2009 betrug die Zahl der Mitarbeitenden 16 369. Über 6000 Beschäftigte mussten im Laufe des Jahres in Kurzarbeit gehen, für über 4000 war dies zum Jahresende noch immer der Fall. Zu den Restrukturierungsmassnahmen, die sich nach wie vor in der Planungs- und Implementierungsphase befinden, gehört der Abbau von weiteren 1700 Stellen bis Ende 2011. 2010 dürften die Restrukturierungskosten zwischen CHF 50 Mio. und CHF 70 Mio. liegen.

Zur Schonung der liquiden Mittel unternahm Oerlikon in allen operativen Einheiten beträchtliche Anstrengungen zur weiteren Reduzierung des Umlaufvermögens. Auf Konzernebene konnte das Umlaufvermögen 2009 um mehr als CHF 300 Mio. verringert werden. Gleichzeitig reduzierte Oerlikon den Investitionsaufwand im Laufe des Jahres in erheblichem Umfang. Im Jahr 2009 beliefen sich die Investitionen auf CHF 130 Mio., was einem Rückgang gegenüber 2008 von 61 Prozent entspricht. Dadurch sank das Verhältnis von Investitionen zu Abschreibungen für das Geschäftsjahr auf 0,6 (Vorjahr: 1,4).

Der operative Geldfluss vor Veränderungen des Nettoumlaufvermögens belief sich auf CHF -92 Mio. (Vorjahr: CHF 411 Mio.), während der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit CHF 90 Mio. erreichte (Vorjahr: CHF 123 Mio.). Der Geldfluss aus Investitionstätigkeit betrug CHF -18 Mio. (Vorjahr: CHF -300 Mio.).

 

Zusätzliche Belastung des Konzernergebnisses durch Sonderposten

Zusätzlich zum operativen Geschäft wurde das Konzernergebnis durch Wertberichtigungen auf den Goodwill im Segment Oerlikon Textile sowie Abschreibungen auf die Lagerbestände bei Oerlikon Solar beeinträchtigt.

Die vorzeitige Anwendung des revidierten IAS 36-Standards im Jahr 2009 sieht Allokationen auf den und Bewertungen des Goodwills auf Ebene der Geschäftseinheiten vor. Bisher erfolgten die Allokation und somit auch die Testung des Goodwills auf der Segmentebene. Im Ergebnis führt diese Reallokation dazu, dass Über- oder Unterbewertungen zwischen den Geschäftseinheiten nicht kumuliert und kompensiert werden können. Dies führte zu einer Wertberichtigung auf den Goodwill in Höhe von CHF 202 Mio. bei Oerlikon Textile. Darüber hinaus gab Oerlikon eine ausserordentliche Abschreibung im Solar-Segment von CHF 40 Mio. bekannt. Aufgrund technologischer Fortschritte in der Herstellung und im Produktdesign in Verbindung mit den anhaltenden Herausforderungen des Marktes beschlossen das Management und der Verwaltungsrat, die Lagerbestände neu zu bewerten.

Das Nettoergebnis wurde hingegen durch die Freigabe einer Steuerrückstellung in Höhe von CHF 50 Mio. und den Ertrag aus nicht fortgeführten Aktivitäten (Veräusserung der Unternehmensteile Space, Esec, Optics, Wafer Etch im Laufe des Jahres), der sich auf CHF 104 Mio. belief, positiv beeinflusst.

Die operative Performance des Konzerns für 2009 resultierte in einem EBIT von CHF -589 Mio. (Vorjahr: CHF -59 Mio.) und einem Verlust von CHF -592 Mio. (Vorjahr: CHF -422 Mio.). Das Konzernergebnis 2008 wurde durch Wertberichtigungen auf den Goodwill von CHF 345 Mio. geschmälert.

 

Ein technologiebasiertes Industrieunternehmen mit forschungsintensiven Aktivitäten 

Trotz der weltweiten Wirtschaftskrise und strengen Kostensenkungsmassnahmen blieben die Investitionen in die strategische Forschung und Entwicklung (F&E) auf hohem Niveau. Dadurch soll der technische und damit der Wettbewerbsvorsprung des Konzerns nicht nur gehalten, sondern möglichst noch ausgebaut werden. 2009 betrugen die F&E-Ausgaben CHF 210 Mio. (Vorjahr: CHF 246 Mio.). Dies entspricht 7,3 Prozent des Umsatzes (2008: 5,3 Prozent). Auch wenn die F&E-Investitionen 2009 sehr gezielt erfolgten, wurden sie in einigen Bereichen sogar erhöht, insbesondere bei Solar. Oerlikon bleibt daher selbst in schwierigen Zeiten ein innovatives Unternehmen.

Ausblick für 2010 

Auch das Jahr 2010 wird von betrieblicher und finanzieller Restrukturierung geprägt sein. Während 2009 eine grundlegende Neuausrichtung des Kurses erfolgte, wird 2010 ein entscheidendes Jahr im Hinblick auf den erfolgreichen Abschluss der Umsetzung dieser Massnahmen sein, wobei einige wenige Komponenten der betrieblichen Restrukturierung sich bis in Jahr 2011 hinziehen dürften. Die wichtigsten der heute angekündigten finanziellen Restrukturierungsmassnahmen werden voraussichtlich im Laufe der ersten Jahreshälfte 2010 realisiert werden und die Finanzposition des Konzerns wieder auf ein nachhaltiges Niveau führen. Parallel zu den laufenden Restrukturierungsaktivitäten unternimmt Oerlikon alle notwendigen Schritte, um von sich bessernden Marktbedingungen maximal zu profitieren.

Im Hinblick auf die Marktentwicklung erwartet der Oerlikon Konzern 2010 eine moderate Erholung der Geschäftsvolumina, die sich dann 2011 und in den Folgejahren beschleunigen wird. Oerlikon Textile und Oerlikon Advanced Technologies gehen für 2010 von einem deutlichen Umsatzzuwachs gegenüber 2009 aus, während Oerlikon Coating und Oerlikon Vacuum ein moderates Wachstum erwarten. Für Oerlikon Drive Systems ist 2010 weiterhin mit stabilen Umsätzen auf niedrigem Niveau zu rechnen. Oerlikon Solar wird sich auf die Bearbeitung des Auftragsbestands konzentrieren und prognostiziert einen niedrigeren Umsatz gegenüber dem Vorjahr. Da es sich bei Bestellungen in diesem Segment normalerweise um Grossaufträge handelt, würde allerdings nur ein einziger zusätzlicher Auftrag oder der Verlust eines Auftrags genügen, um eine erhebliche Änderung der Situation herbeizuführen. Das Konzernergebnis wird auch 2010 durch hohe Restrukturierungs- und Finanzierungskosten belastet werden. CEO Hans Ziegler kommentiert: „Insgesamt gehen wir von einem leichten Wachstum der Volumina im laufenden Geschäftsjahr und einer Rückkehr in die operative Gewinnzone in der zweiten Jahreshälfte aus."


Segmentüberblick: Anzeichen für eine Erholung

Während des Berichtszeitraums zeigten sich im operativen Geschäft auf Segmentebene erste Anzeichen für eine Stabilisierung und in den Hauptgeschäftsbereichen eine Trendwende in der zweiten Jahreshälfte 2009. Ausgehend von einem äusserst niedrigen Niveau verzeichneten Oerlikon Textile, Coating, Vacuum und Advanced Technologies ein beträchtliches Plus an Neubestellungen, Umsätzen und eine höhere Rentabilität (vor Restrukturierungskosten) im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2009.

Oerlikon Textile: Das Segment verzeichnete 2009 Neubestellungen über CHF 1170 Mio. (-14,2 Prozent im Jahresvergleich), wobei sich der Auftragsbestand auf insgesamt CHF 489 Mio. (Vorjahr: CHF 443 Mio.), der Umsatz auf CHF 1046 Mio. (-38,1 Prozent) und der EBIT auf CHF -424 Mio. (Vorjahr: CHF -281 Mio.) belief. Im EBIT enthalten sind Restrukturierungskosten von CHF 49 Mio. und eine Wertberichtigung auf den Goodwill in Höhe von CHF 202 Mio. Das Ergebnis für 2008 wurde durch eine Wertberichtigung auf den Goodwill in Höhe von CHF 200 Mio. und Restrukturierungskosten von CHF 55 Mio. belastet. Aufgrund der sich verschlechternden Marktbedingungen wurden die initiierten Restrukturierungsprogramme im Laufe des Jahres ausgeweitet. Die anvisierten Kosteneinsparungen wurden erreicht: Die Fixkosten konnten um über 20 Prozent gesenkt werden, wodurch sich der Break-even-Punkt um CHF 400 Mio. verringerte. Eine Gegenüberstellung der beiden Halbjahre 2009 deutet darauf hin, dass Mitte 2009 eine Erholung im Textilmaschinensektor einsetzte. Die Märkte für Synthetikfaseranlagen und insbesondere für Textilmaschinenkomponenten nahmen beschleunigt Fahrt auf, und dieser folgte ein stetiger Aufwärtstrend für Naturfaserausrüstungen, insbesondere in Indien und Indonesien. Insgesamt stiegen die Bestellungseingänge von Oerlikon Textile in der zweiten Jahreshälfte um mehr als 45,8 Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten, während der Umsatz um 43,3 Prozent zunahm.

Oerlikon Coating: Rechtzeitige, systematische Kostensenkungsmassnahmen ermöglichten es Oerlikon Coating, das Jahr 2009 trotz eines beispiellosen Umsatzrückgangs um 36,0 Prozent auf CHF 326 Mio. mit einem positiven Betriebsergebnis vor Restrukturierungskosten von CHF 12 Mio. (Vorjahr: CHF 83 Mio.) zu beschliessen. Der ausgewiesene EBIT betrug CHF -4 Mio. (Vorjahr: CHF 78 Mio.). Die Gegenüberstellung des ersten und zweiten Halbjahrs lässt Anzeichen für eine Erholung erkennen: Der Umsatz in der zweiten Jahreshälfte 2009 verbesserte sich stetig und lag schliesslich 6 Prozent über jenem der ersten sechs Monate, der ausgewiesene EBIT stieg im gleichen Zeitraum von CHF -6 Mio. auf CHF 2 Mio. Dieser Zuwachs war überwiegend der Tatsache zu verdanken, dass das Segment sein weltweites Coating Center-Netz kontinuierlich an die Verlagerung des Marktes nach Asien anpasste. 2009 wurden wir drei neue Coating Center in China eröffnet, sodass das Segment dort nunmehr über sieben Standorte (bzw. 24 in ganz Asien) verfügt. Auch in anderen Schwellenmärkten wie Osteuropa setzt sich die positive Entwicklung fort. In Russland nahm im ersten Quartal 2010 ein Coating Center den Betrieb auf. Ende 2009 betrieb Oerlikon Coating weltweit Coating Centers an 85 Standorten und war damit unangefochtener Marktführer.

Oerlikon Solar: 2009 erzielte das Segment Solar einen Umsatz von CHF 442 Mio. (-26,1 Prozent im Vorjahresvergleich). Der Bestellungseingang belief sich auf CHF 511 Mio. (-9,7 Prozent) und der Auftragsbestand auf CHF 317 Mio. (Vorjahr: CHF 429 Mio.). Der EBIT betrug CHF -78 Mio. (Vorjahr: CHF 107 Mio.) inklusive Restrukturierungskosten in Höhe von CHF 9 Mio. und Abschreibungen auf den Lagerbestand von rund CHF 40 Mio. Aufgrund der Art der Projekte bei Oerlikon Solar, die eine kleine Zahl von Grossaufträgen umfassen, ist ein direkter Vergleich zwischen den beiden Halbjahren 2009 in diesem Segment nicht aussagekräftig. Der Umsatzrückgang bei Oerlikon Solar ist auf die Finanzkrise und den weltweiten Abschwung zurückzuführen. Dadurch wurden neue Projekte und Folgeaufträge storniert oder verschoben. Ferner verschärfte sich der Preiswettbewerb im Bereich konventionelle Siliziumwafertechnologie. Zudem wurde ein Folgeauftrag eines taiwanesischen Kunden storniert. Trotz des schwierigen Marktumfelds gelang es dem Unternehmen, den Zuschlag für zwei wichtige Aufträge zu erhalten: Das russische Unternehmen Hevel LLC bestellte eine 120 MW-End-to-end-Produktionslinie für Micromorph®-Module und das griechische Unternehmen HelioSphera platzierte einen Folgeauftrag.

Oerlikon Vacuum: Umfassende Kostensenkungsmassnahmen ermöglichten es auch Oerlikon Vacuum, das Jahr 2009 trotz eines starken Umsatzrückgangs von 30,3 Prozent auf CHF 324 Mio. mit einem positiven Betriebsergebnis vor Restrukturierungskosten von CHF 10 Mio. zu beenden. Der EBIT betrug CHF -3 Mio. (Vorjahr: CHF 49 Mio.). Der Bestellungseingang erreichte CHF 325 Mio. (-29,3 Prozent) und der Auftragsbestand war mit CHF 68 Mio. per 31. Dezember 2009 stabil. Ein Vergleich der beiden Halbjahre 2009 zeigt ein Umsatzwachstum von 17.4 Prozent in den letzten sechs Monaten sowie einen Zuwachs bei den Bestellungseingängen von 24.1 Prozent.

Oerlikon Drive Systems: 2009 gingen der Bestellungseingang von Oerlikon Drive Systems um 51,4 Prozent auf CHF 569 Mio. und der Umsatz um 45,2 Prozent auf CHF 660 Mio. zurück. Der Auftragsbestand lag Ende 2009 bei CHF 93 Mio. (Vorjahr: CHF 183 Mio.). Inklusive Restrukturierungskosten sank der EBIT auf CHF -50 Mio. (Vorjahr: CHF 65 Mio.).

Oerlikon Advanced Technologies: 2009 war ein Jahr der Transformation für Oerlikon Advanced Technologies. Die Geschäftseinheiten Oerlikon Space, Esec und Optics sowie die Wafer Etch-Aktivitäten von Oerlikon Systems wurden veräussert. Gleichzeitig wurden gezielte Investitionen in die Forschung und Entwicklung getätigt, um die Neuausrichtung auf zukunftsorientierte Nanotechnologieanwendungen voranzutreiben. 
Die Leistung von Advanced Technologies wies 2009 zwei sehr unterschiedliche Trends auf. Der schwache Halbleitermarkt liess den Umsatz für das Gesamtjahr um 52,4 Prozent auf CHF 79 Mio. (Vorjahr: CHF 166 Mio.) sinken. Der Auftragsbestand belief sich auf CHF 30 Mio. (+25,0 Prozent) und der Bestellungseingang auf CHF 95 Mio. (-31,2 Prozent). Der EBIT erreichte 2009 CHF -7 Mio., inklusive Restrukturierungskosten in Höhe von CHF 4 Mio. (Vorjahr: CHF -88 Mio., inklusive einer Wertberichtigung auf den Goodwill von CHF 52 Mio. und Restrukturierungskosten von CHF 3 Mio.) An der Entwicklung der Neubestellungen war sehr deutlich zu erkennen, wie die Erholung in diesem Geschäftsfeld Fahrt aufnimmt, auch waren einige erste Erfolge im Bereich fortgeschrittene Nanotechnologie zu verzeichnen. Der Bestellungseingang stieg in der zweiten Jahreshälfte 2009 um 96,9 Prozent im Vergleich zu jenem der ersten sechs Monate und der Umsatz legte um 82,1 Prozent zu. Auch der EBIT verbesserte sich in der zweiten Jahreshälfte und lag schliesslich bei CHF 6 Mio. gegenüber CHF -12 Mio. in den ersten sechs Monaten.

Über Oerlikon

Oerlikon (SIX: OERL) zählt weltweit zu den führenden Hightech-Industriekonzernen mit einem Fokus auf Maschinen- und Anlagenbau. Das Unternehmen steht für innovative Industrielösungen und Spitzentechnologien für Textilmaschinen, Dünnfilm-Beschichtungen, Antriebe, Vakuum- und Solarsysteme sowie und Advanced Technology. Als Unternehmen mit schweizerischem Ursprung und einer über 150-jährigen Tradition ist Oerlikon mit rund 16 000 Mitarbeitern an 157 Standorten in 36 Ländern und einem Umsatz von CHF 2,9 Mrd. 2008 ein Global Player. Das Unternehmen investiert jährlich über CHF 200 Mio. in Forschung und Entwicklung. Mehr als 1 200 Spezialisten entwerfen Produkte und Services von morgen. Das Unternehmen ist in den jeweiligen, globalen Märkten an erster oder zweiter Position.


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