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Jenny Wang « Ich arbeite gern mit Menschen »

Als HR Director im südchinesischen Suzhou erlebt Jenny Wang das rasante Wachstum von Oerlikon am grössten Textilmarkt der Welt hautnah mit.

Jenny Wang«Es gibt zwei Paradiese in China: Das eine ist Suzhou, das andere Hangzhou», zitiert Jenny Wang eine alte chinesische Redensart. Suzhou liegt in der Provinz Jiangsu, rund eine Autostunde von Schanghai entfernt. Die von Kanälen durchzogene Stadt wird mitunter auch das Venedig des Ostens genannt und ist seit Jahrhunderten führend in der Seidenherstellung. Jenny Wang wurde hier geboren. Zunächst hatte sie Informatik studiert, im Berufsalltag aber schnell gemerkt, dass ihr die Materie wenig zusagt: «Ich wollte mit Menschen arbeiten», sagt sie. Auf Umwegen landete sie schliesslich im Human-Resources-Bereich und kam im Jahr 2002 als HR Supervisor zur damaligen Barmag Suzhou. Bei der Integration von Barmag und Saurer hat sie sämtliche HR-Funktionen übernommen und seither sukzessive weiterentwickelt. Das rasante Wachstum an diesem Standort hat sie hautnah miterlebt. Heute ist die 38-Jährige als HR Director für alle Business Units von Oerlikon Textile sowie für Oerlikon Graziano in Suzhou verantwortlich.

Mehr als die Hälfte der Einwohner in der Zehn-Millionen-Stadt stammt aus anderen Gegenden des Landes. Die Menschen sind hierhergezogen, weil es einfacher ist, Arbeit zu finden, und weil die Lebensqualität hoch ist. Für ihre Gärten wie den «Garten des bescheidenen Beamten» ist die heutige Industriemetropole im ganzen Reich der Mitte bekannt. Ihre Freizeit verbringt Wang am liebsten mit ihrer vierjährigen Tochter. Oder sie trifft sich mit Kolleginnen, die auch im HR-Bereich arbeiten, um sich auszutauschen: «Die Entwicklung in China ist so dynamisch, dass wir immer auf dem neuesten Stand bleiben müssen.» Wang schätzt es, für ein europäisches Unternehmen zu arbeiten: «Ich glaube, westliche Firmen haben einen reiferen Führungsstil», sagt sie und fügt gleich hinzu, dass Oerlikon heute eigentlich ein normales chinesisches Unternehmen sei, das mit lokalen Mitarbeitenden produziere und den lokalen Markt beliefere. Die Herausforderung bestehe darin, qualifizierte Mitarbeitende zu finden: «China hat zwar eine grosse Bevölkerung, das Bildungswesen jedoch ist stark verbesserungswürdig. Oft sind die Abgänger nicht auf dem von uns verlangten Niveau», erklärt Wang. Sie hat deshalb ein Rekrutierungsprogramm geschaffen, mit dem qualifizierte Universitätsabgänger nach strengen Kriterien ausgewählt und dann gezielt auf ihre zukünftigen Aufgaben im Unternehmen vorbereitet werden.