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Andy Lock « Ich könnte nicht mehr am Schreibtisch arbeiten »

Als Teil des Expansionsteams von Oerlikon Balzers begleitet der Engländer Andy Lock den Aufbau von neuen Beschichtungszentren im Ausland – von der Planung bis zur Inbetriebnahme.

Andy Lock«Fremde Länder zu bereisen, verschiedene Kulturen und Lebensarten kennenzulernen, das gefällt mir. Wahrscheinlich könnte ich nicht mehr in der Produktion oder am Schreibtisch arbeiten wie früher», meint Andy Lock. Der 57-jährige Brite ist Teil des Expansionsteams von Oerlikon Balzers und verantwortlich für den Aufbau von neuen Zentren für das weltweite Beschichtungsnetzwerk. Lock, der im Norden Londons aufgewachsen ist, hat zunächst eine Lehre in einem Ingenieursbetrieb absolviert. Später erwarb er ein Higher National Diploma in Engineering und arbeitete in einer Giesserei. 1986 bewarb er sich auf eine Stellenausschreibung von Balzers. Gesucht wurde ein Produktionsleiter für einen neuen Standort in England. «Weil ich Erfahrung in den Bereichen Vakuumtechnik und Beschichtung mitbrachte, bekam ich den Job», erinnert er sich. Rund 15 Jahre später – Lock war inzwischen bestens mit Technik und Methoden von Oerlikon Balzers vertraut – schickte ihn die Firma in die USA, wo er als technischer Berater im Bundesstaat New York arbeitete und Beschichtungszentren im ganzen Land betreute.

Aus den ursprünglich geplanten vier Monaten wurden zwei Jahre. Nach dem Ablauf dieser Zeit wurde Lock 2003 ins Expansionsteam nach Liechtenstein berufen. Seither hat der Brite den Bau von neun Beschichtungszentren in verschiedenen Ländern von der Planungsphase bis zur Inbetriebnahme begleitet. Das Vorgehen ist dabei immer identisch: «Wir suchen ein passendes Gebäude, bereiten alle Papiere und Dokumente vor, planen das Layout der Produktionsanlagen, beschaffen und importieren die Maschinen, rekrutieren und schulen die Mitarbeitenden und nehmen schliesslich die Produktion auf», erzählt Lock. Im Schnitt dauere dieser Prozess zwischen vier und neun Monaten. In Brasilien, Argentinien, Ungarn und Polen hat Lock schon gearbeitet. Seit einigen Jahren jedoch ist er fast nur noch in China beschäftigt, denn das Wachstum dort ist gewaltig. Schon sieben Beschichtungszentren hat Lock an diesem Schlüsselmarkt aufgebaut. Zwei weitere sind derzeit am Entstehen. «Die Möglichkeit, ein Land auf diese Weise zu erleben, hat mich entscheidend geprägt», ist Lock überzeugt. «Ich bin als Person toleranter und offener geworden, was andere Ideen und Lebensarten angeht.» Das Leben als Arbeitsnomade berge allerdings auch das Risiko, sein Sozialleben zu vernachlässigen: «Deshalb muss man sich immer wieder motivieren hinauszugehen, um Menschen zu treffen und die Umgebung zu erkunden», meint er. Für einen solchen Job müsse man der Richtige sein – und auch die richtige Familie haben. Seine Frau und die drei Söhne leben in England: «Weil man sich nicht oft sieht, ist die Freude jedes Mal umso grösser».