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Segment Manmade Fibers

2007 hat Oerlikon mit dem WINGS-Konzept eine völlig neue Generation von Garnwicklern in der Chemiefaserspinnerei begründet und auf den Markt gebracht. Seither wurden über 12'000 WINGS POY Spinnstellen (Pre-oriented Yarn, vorverstrecktes Garn) für die Herstellung von Polyester verkauft.

Mit WINGS POY 1 800 hat das Segment Manmade Fibers das erfolgreiche Konzept weiter entwickelt. Im Vergleich zum Vorgängermodell WINGS POY 1 500 wurde dabei das sogenannte Spannfutter von 1.5 Meter auf 1.8 Meter verlängert. Somit können auf einer Anlage neu 12 statt wie bisher nur 10 Spulen aufgenommen werden. Das heisst, dass die Produzenten ihren Garn-Ausstoss um 20 % erhöhen können – bei einer Verlängerung der Komponente um nur 30 Zentimeter. Die Hersteller von Chemiefasern stehen unter einem hohen Kostendruck – eine derart drastisch gesteigerte Produktivität der Anlage ist für sie deshalb ein sehr überzeugendes Argument. Sie können auf der gleichen Fabrikfläche deutlich mehr Garn herstellen und ihre Wirtschaftlichkeit auf diese Weise nachhaltig erhöhen.

Die Herstellung von Chemiefasern erfordert eine sehr robuste und hochpräzise Technik, denn sie spielt sich in den absoluten Grenzbereichen des physikalisch Möglichen ab. So haben die beispielsweise mit WINGS hergestellten Filamente einen Durchmesser von nur gerade 0.0045 Millimetern – das ist etwa 50 Mal dünner als ein menschliches Haar. Die Fäden werden mit einer Geschwindigkeit von über 300 Stundenkilometern aufgewickelt, was etwa dem Speed eines Formel-1-Autos entspricht. Auf einer einzigen Spule von 15 Kilogramm Gewicht befindet sich ein Filament von 20 Millionen Metern Länge – damit liesse sich die Erde zur Hälfte umrunden. Beeindruckend ist auch das extrem niedrige Gewicht der Fasern: Die Filamente wiegen nämlich nur gerade 0.21 Gramm pro 10 000 Meter. Ein Faden, der vom Oerlikon-Hauptsitz in Pfäffikon bis ins Chemiefaser-Technikum nach Remscheid in Deutschland reicht, wäre somit nur gerade 15 Gramm schwer.