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Nachhaltigkeit ist ein fester Bestandteil der Strategie von Oerlikon

Nachhaltigkeit ist ein fester Bestandteil der Strategie von Oerlikon. Als globales Innovationskraftzentrum für Oberflächentechnik, Polymerverarbeitung und additive Fertigung ist Nachhaltigkeit nicht nur ein Konzept, sondern ein lebendiges Prinzip.

Die 10. Ausgabe von Beyond Surfaces widmet sich deshalb ganz dem Thema Nachhaltigkeit. In jedem Beitrag können Sie die Vielfalt und die Möglichkeiten erleben, in dem dieses Prinzip Realität wird, seien es die Kunden bei der Umsetzung ihrer Projekte, die Mitarbeitenden bei ihrer täglichen Arbeit, Forschungsprojekte oder bei der jährlich stattfindenden AMTC.

Wir sprachen mit Georg Stausberg,  Chief Sustainability Officer, Oerlikon, und Dr. Sven Hicken, Chief Technology Officer der Surface Solutions Division, um mehr über die Hintergründe, Nachhaltigkeit proaktiv und transparent zu kommunizieren, und die Nachhaltigkeitsziele für das Jahr 2030 zu erfahren.

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»Nachhaltigkeit ist für Oerlikon nichts Neues – neu ist aber, dass wir so transparent darüber sprechen«, sagt Georg Stausberg, Chief Sustainability Officer bei Oerlikon. 2021 veröffentlichte Oerlikon den ersten Nachhaltigkeitsbericht. Wir sprachen mit Georg Stausberg und Dr. Sven Hicken, Chief Technology Officer der Surface Solutions Division.

Herr Stausberg, ist Oerlikon mit dem Nachhaltigkeitsbericht auf einen Trend aufgesprungen?

Georg Stausberg: Nachhaltigkeit ist kein neues Thema für uns. Alle unsere grossen Standorte haben Energiemanagement-Systeme, viele nützen Sonnenenergie und betreiben Abfallrecycling auf sehr hohem Niveau. Zudem bedeutet Nachhaltigkeit für uns mehr als »nur« Umweltschutz: Wir achten besonders auf die Gesundheit unserer Mitarbeitenden, und konnten mit dem Programm »Health, Safety & Environment« die Unfallzahl in den letzten zehn Jahren deutlich senken. Zudem fördern wir unsere Mitarbeiter – und insbesondere unsere Mitarbeiterinnen – mit speziellen Programmen. Wir sind also gut unterwegs, auch im Vergleich zum Mitbewerb.

Georg Stausberg, Chief Sustainability Officer, Oerlikon

Warum gibt es denn erst jetzt einen Nachhaltigkeitsbericht?

Georg Stausberg: Wir haben gemerkt, dass wir zwar gut unterwegs sind, aber das von Kund/-innen, Investor/-innen, und teilweise sogar von unseren eigenen Mitarbeitenden nicht so wahrgenommen wird. Mit dem Bericht, den wir nun jährlich veröffentlichen werden, kommunizieren wir jetzt transparent, und das beantwortet viele Fragen, bevor sie überhaupt entstehen. Ab 2024 wird zudem das Reporting von nicht-finanziellen Kennzahlen EU-weit verpflichtend.

Herr Hicken, was bedeuten die Nachhaltigkeitsziele von Oerlikon für den Bereich Forschung und Entwicklung?

Sven Hicken: Lassen Sie mich das an einem Beispiel erklären. Arbeiten wir beispielsweise an einer neuen Beschichtung, muss diese bestimmten Kriterien entsprechen. Unsere Entwickler arbeiten dafür mit einer Checkliste. In dieser Checkliste sind nun auch Nachhaltigkeitskriterien besser und zahlreicher verankert. Unsere rund 1 000 Mitarbeitenden in F&E müssen sich also verstärkt mit dem Thema beschäftigen. Und nicht nur das: Wir haben auch relativ weit fortgeschrittene Projekte, die diesen Kriterien nicht entsprachen, gestoppt, und suchen nun nach Alternativen. Das ist für mich als Manager und als Chief Technology Officer aus reiner Business-Perspektive nicht immer einfach – aber als ganzheitlich denkender und handelnder Mensch finde ich es richtig, denn es zeigt, dass Oerlikon das Thema wirklich ernst nimmt.

Dr. Sven Hicken, Chief Technology Officer der Oerlikon Surface Solutions Division

Wo setzt Oerlikon Prioritäten, um die Nachhaltigkeitsziele für 2030 zu erreichen?

Georg Stausberg: Jene Standorte, die für 50 % unseres gesamten Energieverbrauchs stehen, haben bereits ein Energiemanagement-System nach Oerlikon-Standard oder nach ISO 50001; alle anderen folgen sukzessive bis 2030. Das ist eine sehr wichtige Massnahme, um unser Ziel zu erreichen. Andererseits soll unser Unternehmen gleichzeitig weiter wachsen. Mehr Produktion bedeutet aber auch mehr Energieverbrauch. Es geht also darum, gezielt Massnahmen zu setzen, um diesen zu senken: Verschwendung eliminieren, Maschinen erneuern und auf nachhaltige Energiequellen wie Photovoltaik und Ökostrom setzen.

Sven Hicken: Da kann ich an das Beispiel von vorhin anknüpfen, denn unsere Bemühungen reichen bis hin zum Anlagenbau. Im Hinblick auf den Energieverbrauch bzw. die Energieeffizienz ist die Frage, wie lange der Beschichtungsprozess dauert, und wie hoch der Ressourcenverbrauch dabei ist, wesentlich – nicht zuletzt auch für die Kosten. Für uns als Anbieter von Beschichtungsservices ist das ebenso wichtig wie für unsere Kunden, die unsere Maschinen im Einsatz haben.

Wie misst Oerlikon seinen ökologischen Fussabdruck?

Georg Stausberg: Es ist für uns als Serviceanbieter und Anlagenbauer tatsächlich kaum möglich zu sagen, wieviel Umsatz wir mit nachhaltigen Lösungen generieren. Bisher gibt es dafür noch keine Industriestandards. Wir müssen also unsere Standards selbst definieren, womit sich intern ein ganzes Projektteam beschäftigt. In der Zwischenzeit berichten wir deshalb nur, was wir tatsächlich messen können.

Beschichtungen leisten grundsätzlich einen wesentlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit, da sie entweder die Lebensdauer von Bauteilen verlängern oder das Gewicht reduzieren. Darüber hinaus trägt die Effizienz unserer Anlagen, z. B. in Bezug auf Energie- und Wasserverbrauch und Emissionen, ebenfalls zur Nachhaltigkeit bei. Zu beiden Themen haben wir gute Vergleichswerte und können den Vorteil auch quantifizieren.

Wenn es aber um Leichtbau-Komponenten für Flugzeuge und Autos geht, wird die Messbarkeit schon schwieriger. So ermöglicht eine Beschichtung von Oerlikon zwar beispielsweise, dass Treibstoff in einer Flugzeugturbine mit höheren Temperaturen und damit besser verbrannt wird, was den Kerosinverbrauch reduziert. Doch unser Kunde, der Hersteller der Turbinenschaufel, profitiert davon nicht direkt. Die Auswirkung wird erst in der zweiten oder sogar erst in der dritten Stufe der Lieferkette erkennbar.

Welchen Beitrag leistet Oerlikons F&E zu den Nachhaltigkeitszielen?

Sven Hicken: Da geht es einerseits um ganz klassische Themen: Wie kann man den Energieverbrauch eines Flugzeugs senken? Welchen Einfluss haben alternative Kraftstoffe, z. B. Wasserstoff, auf Motorenkomponenten, und wie müssen Schichten dafür beschaffen sein? Oder: Mit welchen Beschichtungen kann man Verbrauchsstoffe wie Schmier- oder Kühlmittel überflüssig machen?

Zudem beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema Elektromobilität. Wir sind traditionell stark bei Beschichtungen von Komponenten für Verbrennungsmotoren, nun aber brauchen unsere Kunden verstärkt Lösungen für alternative Antriebe. Auch hier können Schichten nicht nur Komponenten schützen, sondern sogar andere Materialien ersetzen, zum Beispiel Dämmstoffe.

Woran forscht Oerlikons F&E langfristig – Stichwort 2030?

Sven Hicken: Für uns Forschende eröffnet das Thema Nachhaltigkeit völlig neue, extrem spannende Betätigungsfelder. Zum Beispiel im Bereich Energieerzeugung: In stationären und mobilen Brennstoffzellen wird mittels eines chemischen Prozesses aus Wasserstoff Energie erzeugt; hierbei spielen Beschichtungen eine wichtige Rolle. Und wir beschäftigen uns mit Feststoff-Batterien, denn die Achillesferse der Elektromobilität ist heute noch die Batterie. Mit Feststoff-Batterien könnte man die gespeicherte Energiemenge pro Volumen deutlich erhöhen. Eine Möglichkeit besteht darin, statt wie heute mit Flüssigkeit zukünftig mit Pulver zu arbeiten – für uns als Hersteller von Metallpulvern natürlich ein hochinteressantes Forschungsfeld!

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Oerlikons Nachhaltigkeits-Ziele 2030

Oerlikons Ziel ist es, gleichermassen für die eigene Innovationskraft und Integrität anerkannt zu werden wie für das Ausmass, in dem die Lösungen des Unternehmens den Fortschritt der Länder bei der Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) unterstützen. Deshalb konzentriert sich Oerlikon insbesondere auf jene Bereiche, wo das Unternehmen mit seinen Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsaktivitäten die grösstmögliche Wirkung erzielen kann.

Wie wir unseren Kunden helfen, Ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen

Weniger Feinstaubemissionen
Etwa 31 % der PKW-Emissionen werden durch Bremsenverschleiss verursacht. Dies führt allein in den OECD-Ländern zu mehr als 90 000 Tonnen Feinstaub pro Jahr. Die DiscCover-Lösungen von Oerlikon reduzieren den Feinstaub von Bremsscheiben erheblich.
Weniger CO2-Emissionen in Luft- und Raumfahrt
Unsere Lösungen tragen dazu bei, dass eine Flotte von der Grösse der A320-Familie täglich bis zu 5 Millionen Liter Treibstoff einspart – das entspricht dem Volumen von zwei olympischen Schwimmbecken. Das bedeutet: 11 600 Tonnen CO2-Emissionen weniger.

 

Mehr mit weniger erreichen.

Das ist unser Anspruch und unser Versprechen an unsere Kunden. Als einer der »50 Sustainability & Climate Leaders«, einem Projekt von Unternehmen, die dem Klimawandel entgegenwirken wollen, steht unsere Klimapolitik in diesem Video im Mittelpunkt.

Video “Oerlikon is a global Sustainability & Climate Leader. Enabling YOU to achieve more with less”:

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