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Junge Talente für die Industrie begeistern Oerlikon Metco Young Professionals Award (OMYPA)

Für das Oerlikon Surface Solutions Segment bedeutet Verantwortung auch Engagement für die nächste Generation. Durch das Sponsoring des Young Professionals Award möchte Oerlikon Metco junge, innovative Wissenschaftler für die Oberflächentechnologie begeistern. BEYOND SURFACES traf Emine Bakan und Amanda Wang, die Preisträgerinnen von 2013 und 2016 und wollte erfahren, welchen Einfluss der OMYPA auf ihr Berufsleben hatte.

Links: Emine Bakan; Rechts: Amanda Wang
Links: Emine Bakan, die Gewinnerin des OMYPA 2013, am Forschungszentrum Jülich, Deutschland. Rechts: Amanda Wang vor ihrer Präsentation auf der ITSC 2016 in Shanghai.

Der Oerlikon Metco Young Professionals Award (OMYPA) wird seit 2011 jedes Jahr während der International Thermal Spray Conference (ITSC) an Studierende verliehen, die herausragende Leistungen im Bereich der Oberflächentechnologie erbringen. »Es ist uns ein großes Anliegen, junge Talente für ein Studium zu begeistern, und ihr Interesse für unseren Industriebereich zu wecken. Sie sind unsere Zukunft, denn sie bringen neue Ideen und Denkansätze mit. Diese sind unverzichtbar, um in einem Umfeld, das aus rapiden technologischen Veränderungen und hohen Marktanforderungen besteht, Erfolg zu haben«, erklärt Dr. Richard Schmid, Chief Technology Officer bei Oerlikon Metco.

»Die herausforderndste meiner Präsentationen«

Emine Bakan wurde im Mai 2013 auf der ITSC in Busan, Südkorea, für ihre herausragende Präsentation zum Thema ›Overcoming the Implementation Challenges of Gadolinium Zirconate in Plasma Sprayed Thermal Barrier Coatings‹ ausgezeichnet. Zu dieser Zeit war sie Doktorandin am Institut für Energie- und Klimaforschung (IEK-1) am Forschungszentrum Jülich in Deutschland. Sie arbeitete in der von Professor Dr. Robert Vaßen geleiteten Abteilung ›Werkstoffe für die Kraftwerkstechnik‹ mit großem Erfolg im Team für Funktionsschichten. Dieser Bereich entwickelt Werkstoffe, die als Wärmedämmschichten in Gasturbinen eingesetzt werden können. Der Fokus liegt auf effizienten Methoden zur Energieerzeugung und Werkstoffen für die kommerzielle Nutzung.

»Ich erinnere mich sehr gerne an meine Teilnahme am ›Young Professionals‹-Wettbewerb auf der ITSC 2013«, erzählt Emine Bakan. »Der fünfminütige wissenschaftliche Vortrag war vielleicht eine der herausforderndsten Präsentationen, die ich bis dahin gehalten hatte! Dank des Wettbewerbs lernte ich eine Menge darüber, wie man einem Publikum komplexe Ideen vermittelt. Zudem war es natürlich eine einzigartige Gelegenheit, Gleichgesinnte aus aller Welt aus dem Bereich Thermisches Spritzen zu treffen, und auch für meine eigenen Forschungen von diesem geballten Expertenwissen zu profitieren. Ich kann allen jungen Forscherinnen und Forschern im Bereich Thermisches Spritzen nur wärmstens empfehlen, diese Gelegenheit zu nutzen, um ihr Wissen zu erweitern und neue Kontakte zu knüpfen!«

Seit ihrer Promotion setzt Emine Bakan ihre Forschungen als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Professor Dr. Robert Vaßens Team am Forschungszentrum Jülich fort. In Zusammenarbeit mit Oerlikon Metco wird dort an der Entwicklung von Environmental Barrier Coatings (EBC, Schutzbarriereschichten) gearbeitet.

»Die Gelegenheit, sich zum ersten Mal als Forscherin zu präsentieren«

Amanda Wang ist die diesjährige Preisträgerin. Sie wurde auf der ITSC 2016 in Shanghai für ihre herausragende Präsentation zum Thema ›Three Dimensional Reconstruction of Plasma Sprayed NI-20Cr on Alumina‹ ausgezeichnet.

Amanda Wang

Frau Wang, was inspiriert Sie bei Ihrer Arbeit?
Thermisches Spritzen war eines meiner Studienfächer, daher war ich mit dem Thema bereits vertraut. Mein Betreuer, Professor Paul R. Munroe, zeigte mir Forschungsbeispiele zum Thema Thermisches Spritzen und ich war sofort begeistert von den feinen Details und Konstruktionen, die im Mikro- und Nanobereich existieren. Auch jetzt noch erzähle ich den Leuten, dass es bei meiner Arbeit darum geht, die Strukturen des Universums, die so klein sind, dass sie mit bloßem Auge nicht erkennbar sind, mit großen Mikroskopen zu erforschen. Als ich mit meinem Projekt beinahe am Ende angelangt war, inspirierte mich Prof. Munroe erneut – diesmal mit der Möglichkeit, 3D-Tomographie für die Analyse von sogenannten ›Splats‹ einzusetzen. Es war ein Erlebnis, einen Splat als einzelnes Ganzes zu sehen und zu erkennen, wie alle Schichten darum herum perfekt zusammenpassen. Das weckte meine Neugier und ich fragte mich, ob ich als Newcomerin in diesem Fachgebiet eines Tages ähnliche Ergebnisse erzielen könnte. Heute, in meinem dritten Doktoratsjahr im Bereich Thermisches Spritzen, gibt es noch immer so viel über meine aktuellen Proben zu lernen! Geringe Abweichungen bei einer Komponente können die Proben bereits beeinflussen – sei es beim Rohmaterial, dem Substrat, den Sprüh- oder sogar den Fräsparametern. Aufbauend auf die Erfahrungen führender Experten haben wir jedoch eine Chance, eines Tages diese Puzzleteile zusammenzufügen.

Über den OMYPA

Fakten & Zahlen

Der OMYPA wurde von Prof. Dr.-Ing. Kirsten Bobzin von der Universität Aachen ins Leben gerufen. Er wird von Oerlikon Metco gesponsert und vom Deutschen Verband für Schweißen und verwandte Verfahren (DVS) sowie der Branchenvereinigung American Society for Metals (ASM International) organisiert. Ziel ist es, Studierenden, Doktoranden und Wissenschaftlern aus der ganzen Welt eine Plattform zu bieten und junge Talente zu ermutigen, ihren Teil zur Entwicklung der Oberflächentechnik beizutragen.
Die Wettbewerbsteilnehmer sind Studierende, die gerade ihr Absolventenjahr bestreiten und einen Abstract ihrer Forschung im Bereich Thermisches Spritzen verfasst haben. Die eingereichten Abstracts werden von einem internationalen Team aus Experten im Bereich Thermisches Spritzen, sowohl aus der Wissenschaft als auch aus der Industrie, bewertet. Die ausgewählten Abstracts werden dann von den Finalisten auf der International Thermal Spray Conference (ITSC) vorgetragen, und nach Originalität, Forschungsergebnissen und Präsentationsstil bewertet.

Welche Ihrer bisherigen Erfahrungen möchten Sie mit unseren Leserinnen und Lesern teilen?
Die International Thermal Spray Conference war eine Erfahrung, die mir die Augen geöffnet hat. Die schiere Anzahl an Experten aus dem Bereich Thermisches Spritzen, alle zusammen an einem Ort, war überwältigend! Ich bekam nicht nur die Gelegenheit, Autoren von Publikationen, die ich gelesen hatte, persönlich zu treffen, sondern konnte auch mit ihnen über Konzepte und Beispiele diskutieren und ihnen Fragen stellen. Am besten hat mir gefallen, dass alle so aufgeschlossen und bescheiden waren, was ihre Forschungen betrifft. Der ›Young Professionals‹-Wettbewerb ist eine großartige Gelegenheit, um sich zum ersten Mal als Forscherin zu präsentieren. Dass die Organisatoren der ITSC diesem Wettbewerb einen ganzen Nachmittag widmen, zeigt, wie sehr junge Talente geschätzt werden. Diese Möglichkeit der Präsentation ist sehr positiv für alle jungen Fachleute – egal, ob man gewinnt oder nicht.

Welche Pläne haben Sie denn jetzt ganz allgemein für Ihre Zukunft?
Derzeit konzentriere ich mich auf den Abschluss meines Doktoratsstudiums. Danach hoffe ich, weiterhin in diesem Industriebereich zu arbeiten, vorzugsweise in einem Fachgebiet, in dem ich meine Fähigkeiten, die ich während der Ausbildung erlangt habe, einsetzen kann.

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