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Brille = Bügel + Rahmen (oder noch weniger) Wie Designer Sven Götti randlose Brillen neu definiert

Eine Brille besteht aus zwei Bügeln, Nasensteg, Rahmen und einigen Kleinteilen. Das beschränkt die Möglichkeiten, könnte man meinen. Doch weit gefehlt: Designer Sven Götti spornt das zu Höchstleistungen an. Und mit seiner Kollektion »Götti Perspective« geht er sogar noch einen Schritt weiter, und definiert die randlose Brille neu. Dabei setzt er auch auf BALINIT C von Oerlikon Balzers.

Auch nach 25 Jahren als Designer ist der gelernte Optiker Sven Götti von Brillen fasziniert: »Ja, es stimmt schon – es ist immer das gleiche Produkt. Doch umso spannender ist es, und die Kombination von modischem Accessoire und Feinmechanik ist einzigartig und fordert mich täglich heraus.«

Vielleicht macht gerade das die Faszination von Götti Brillen aus. Hier geht es nicht nur um schönes Design, um Mode, um den »Look«. Das rund 30-köpfige Team um Sven Götti besteht aus Optikern, Industriedesignern und Konstrukteuren. Und am Hauptsitz in Wädenswil am Zürichsee gibt es auch eine eigene Entwicklungsabteilung.


Klein und fein
Wozu braucht ein Brillen-Label Konstrukteure und eine eigene Entwicklungsabteilung? »Wir haben damit vor gut drei Jahren gestartet, als wir eine Brille konstruieren wollten, die weder gelötet noch geschraubt noch geleimt wird«, erklärt Sven Götti. Entstanden ist die Kollektion ›Perspective‹ – minimalistisch, randlos, ästhetisch. Nicht eine einzige Schraube wird hier verarbeitet.

Beim Gang durch die kleine Produktion ist die Leidenschaft des Designers – wie auch seiner Mitarbeitenden – fast mit Händen greifbar: »Die einzelnen Teile fertigen wir aus Sandvik-Edelstahl, dadurch ist die Brille ultraleicht und flexibel. Das entscheidende Verbindungsteil mit dem Brillenglas wird in 3D-Druck hergestellt. Alle Teile werden hier in Wädenswil und drei Stiftungen in der Schweiz gefertigt, wo Menschen mit Behinderung für uns repetitive Produktionstätigkeiten verrichten. Auch die Werkzeuge, die nötig sind, damit der Optiker vor Ort die Bauteile mit dem Brillenglas verbinden kann, entwickeln wir selbst.«


Die Beschichtung macht’s
Erhältlich sind die randlosen »Perspective«-Modelle in acht Farben. Für das Schwarz hat sich Götti einen Partner ins Boot geholt, der ebenfalls für Schweizer Präzision steht, denn erst die normalerweise für Hightech-Werkzeuge eingesetzte Schicht BALINIT C von Oerlikon Balzers konnte den hohen Ansprüchen des Designers genügen. »Ich war auf der Suche nach einem Partner, der so wie wir für ›made in Switzerland‹ steht«, erläutert Götti. Doch nicht nur die Farbe hat es Götti angetan: Die Beschichtung macht die Brillenkomponenten auch kratz- und abriebfest sowie unempfindlich gegenüber Umwelteinflüssen.


Sven Götti, Gründer und Geschäftsführer, Götti Switzerland

»So sind wir enorm flexibel, können nicht nur eine
große Modellvielfalt
bei unserer ›Dimension‹-Kollektion anbieten,
sondern auch ›on demand‹ produzieren

Sven Götti, Gründer und Geschäftsführer, Götti Switzerland


»Gedruckte« Brillen
Und wie war das mit dem 3D-Druck, haben wir richtig gehört? Ja, in der Produktionsabteilung bei Götti steht auch ein Drucker, der aus weißem Polyamidpulver und fein abgestimmten Farbmischungen nicht nur winzige Verbindungsteile, sondern ganze Brillen druckt. Dafür beschäftigt Götti eigene CAD-Designer. »So sind wir enorm flexibel, können nicht nur eine große Modellvielfalt bei unserer ›Dimension‹-Kollektion anbieten, sondern auch ›on demand‹ produzieren. Spitzen werden mit einem externen Partner abgefangen.«

Und was kommt als nächstes? Der Designer lächelt: »Meine Vision ist die Frage: Wie weit kommen wir? Das Herzblut ist die Innovation, mit der wir nach neuen Lösungen suchen – und endlose Formen aus den gleichen Teilen kreieren.«

Eine Brille besteht aus zwei Bügeln, Nasensteg, Rahmen und einigen Kleinteilen. Nach einem Besuch bei Götti Switzerland mit Sven Götti ist aber klar, dass da noch mehr ist. Viel mehr. Oder auch weniger.


BALINIT C
BALINIT C ist eine WC/C basierte Schicht, also eine Mischung aus Metall (WC steht für WolframCarbid) und diamantähnlichem Kohlenstoff (C). Die Schicht reduziert Oberflächenermüdung und Tribooxidation. Meist wird BALINIT C eingesetzt für Zahnräder und Kugellager mit hohem Oberflächendruck, und stark belastete Präzisionsbauteile von Verbrennungsmotoren. Weitere Anwendungen sind Stanz- und Umformwerkzeuge, aber auch in der Medizinal- und lebensmittelverarbeitenden Industrie.
www.oerlikon.com/balzers/balinit-c

Farbdesign und Funktionalität
Hochdekorativ und gleichzeitig verschleißfest – die Schichten der Oerlikon Balzers »Design Line« ermöglichen hochwertige farbige Oberflächenbeschichtungen, die kreatives Produkt-Design noch flexibler machen. Die Schichten sind extrem dünn, wodurch vorgegebene Strukturen exakt wiedergegeben werden. Matt/Glanz-Effekte werden vor der Beschichtung durch Strahlen, Bürsten oder Polieren aufgebracht. Anwendung finden sie im Sanitärbereich, im Autoinnenraum, bei Teilen für Uhren, Schreibgeräten, Brillengestellen oder Elektronik.
www.oerlikon.com/balzers/designline

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