Die Oerlikon Gruppe setzte 2006 die positive Unternehmensentwicklung fort. Die Übernahme der Saurer AG stellt dabei einen Meilenstein im Ausbau des Konzerns dar und stärkt substanziell das Wachstumspotenzial des Konzerns. Mit der Übernahme verdreifachen sich Mitarbeiterzahl und Geschäftsvolumen der Oerlikon Gruppe auf über 19 000 Mitarbeitende und einen Umsatz von CHF 4,7 Mrd. (die kumulierten Jahresumsätze 2006 von Oerlikon CHF 1,7 Mrd. und Saurer CHF 3,0 Mrd.). Auch die regionale Präsenz sowie die Fertigungskapazitäten vor allem in Asien erfahren durch die Akquisition eine deutliche Erweiterung. Oerlikon ist nun an rund 170 Standorten in 35 Ländern tätig.
| 2006 (inkl. Saurer) |
Differenz | 2006 (exkl. Saurer) |
Differenz bereinigt |
2005 | |
| Bestellungseingang | 2,63 | 80,9 % | 2,08 | 42,9 % | 1,45 |
| Bestellungsbestand | 1,56 | 338,4 % | 0,73 | 106,1 % | 0,36 |
| Umsatz | 2,29 | 42,7 % | 1,70 | 5,8 % | 1,61 |
| EBIT (in CHF Mio.) | 329 | 859,3 % | 303 | 792,2 % | 34 |
«Besonders in den umsatzstarken
Segmenten konnten wir über dem Marktdurchschnitt wachsen. Für 2007 erwarten wir eine Fortsetzung dieses
positiven Trends.»
Thomas Limberger
CEO

«Klare Strukturen, eindeutige
Verantwortlichkeiten und maximale Kundenorientierung sind die Basis für ein effektives Wachstum in den
Unternehmensbereichen.»
Dr. Uwe Krüger
CEO

Dünnfilm-Beschichtung für Solarmodule
Zur Neuausrichtung des Oerlikon-Konzerns zählte auch die Fokussierung der Forschung und Entwicklung.
2006 konnten zahlreiche innovative Produkte und Technologien auf den Markt gebracht werden.
Die 2005 eingeleitete Neuausrichtung zeigte im Berichtsjahr 2006 ihre volle Effektivität mit einem stark gewachsenen Konzernergebnis (Net Profit) von CHF 21 Mio. auf CHF 302 Mio. Auch der EBIT stieg deutlich von CHF 34 Mio. auf CHF 329 Mio. Mit einer Eigenkapitalquote von 25 Prozent sowie einem operativen Cashflow von CHF 355 Mio. ist Oerlikon weiterhin solide finanziert. Der Aktienmarkt reagierte auf diese positive Entwicklung mit einem Kursanstieg von 204 Prozent auf CHF 603.
Der Konzernumsatz der Oerlikon Gruppe stieg, inklusive der konsolidierten Werte der Saurer AG für die Monate November und Dezember 2006, um 42,7 Prozent von CHF 1,6 Mrd. für 2005 auf CHF 2,3 Mrd. für 2006. Der Bestellungseingang verbesserte sich um 80,9 Prozent von CHF 1,5 Mrd. auf CHF 2,6 Mrd. Ohne die Konsolidierung von Saurer stieg der Bestellungseingang um 42,9 Prozent auf CHF 2,1 Mrd. Der Bestellungsbestand der Oerlikon Gruppe erhöhte sich 2006 insgesamt um 338,4 Prozent auf CHF 1,6 Mrd. Dies ist in hohem Masse durch den hohen Auftragsbestand des Segments Oerlikon Saurer Textile mit CHF 825 Mio. zu begründen.
Diesen Ergebnissen liegt eine konsequente Neuausrichtung des Konzerns in zentralen Unternehmensbereichen zugrunde, die 2006 in wesentlichen Teilen abgeschlossen werden konnte. Deren wichtigste Bestandteile waren die Zentralisierung der Unternehmensführung durch eine operativ tätige Holding, die Einführung standardisierter und verbindlicher Prozesse sowie eine Zusammenführung der Business Units in Segmente entlang spezifischer Kernkompetenzen und Technologien. Untermauert wird diese neue, zentrale Unternehmensführung auch durch die konzernweite Konsolidierung der SAP-Systeme, die 2006 gestartet wurde und im ersten Quartal 2008 abgeschlossen sein soll.
Die Segmentorganisation stellt sich wie folgt dar:
Oerlikon Balzers CoatingDie Segmente fassen die spezifischen Technologien, den Maschinen- und Anlagenbau sowie die entsprechenden Services zu einer Kernkompetenz zusammen. Als Coating Powerhouse beinhaltet Oerlikon Balzers Coating sämtliche Geschäftsbereiche, deren Kernkompetenzen in der Dünnfilm- Beschichtung liegen; Oerlikon Leybold Vacuum umschliesst die gesamte Vakuumtechnik, angefangen von einzelnen Pumpen bis hin zu umfangreichen Vakuumsystemen mit hohem Engineering-Anteil und Wartungsservices. Das Segment Oerlikon Saurer Textile umfasst ein integriertes Portfolio von Hightech-Anlagen, technologischem Know-how und Dienstleistungen, welches die gesamte Wertschöpfungskette der Textilindustrie abdeckt. Die Ausrichtung ist beispielhaft für die Strategie von Oerlikon als ganzheitlichem Lösungsanbieter. Das Segment Oerlikon Graziano Drive Systems entwickelt führende Antriebstechnologien, u.a. für die Automobil- und Energieindustrie, und bietet damit hervorragende Synergiepotenziale zu bestehenden Oerlikon Kernmärkten, vor allem im Segment Oerlikon Balzers Coating. Oerlikon Components ist fokussiert auf den Bau von Präzisionstechnologie und -systemen.
Im Zuge dieser Neuorganisation wurden die ehemaligen Business Units «Wafer Processing» und «Data Storage» zur Geschäftseinheit «Oerlikon Balzers Coating, Systems» verschmolzen und die ehemalige Oerlikon Esec Semiconductor als Business Unit Assembly Equipment im Segment Oerlikon Components eingegliedert.
Sämtliche Massnahmen der Neuausrichtung wurden zu strategischen Initiativen verdichtet, in einem Transformation Program zusammengefasst sowie durch ein Program Management Office (PMO) konsequent gesteuert. Auf diese Weise konnte die Ausrichtung auf Kunden, Märkte und Technologien in kurzer Zeit umgesetzt werden. Für jede Geschäftseinheit wurde ein spezifisches Aktionsprogramm definiert, u.a. um die Effizienz in Produktion und Verwaltung zu steigern, zusätzliche Umsatzquellen zu erschliessen, den Vertrieb zu stärken oder die regionale Expansion voranzutreiben. Besonders stark waren die Effekte im ehemaligen Geschäftsbereich Display, der 2006 in die neue Business Unit Solar transformiert wurde. Der Ausstieg aus der Displaysparte und die Weiterentwicklung der Technologie für den Solarmarkt führten von einem zweistelligen CHF-Millionenverlust 2005 zu einem positiven EBIT in zweistelliger Millionenhöhe 2006. Ebenfalls stark waren die positiven Effekte durch die Reorganisation der Produktion bei Oerlikon Leybold Vacuum, die Behebung von Qualitätsmängeln bei Turbomolekularpumpen sowie die Reintegration der Fertigung im Bereich Wafer Processing am Standort St. Petersburg, USA.
Die am 23. Mai 2006 von der Generalversammlung mit hoher Zustimmung beschlossene Umbenennung von Unaxis zu Oerlikon ist Ausdruck der Integration und Vereinheitlichung des Konzerns. Zudem ist der Name ein deutliches Bekenntnis zur industriellen Tradition des Unternehmens mit Assoziationen zu den schweizerischen Werten wie Qualität, Zuverlässigkeit, Präzision und Erfindungsreichtum. Das Rebranding sämtlicher Geschäftsbereiche wurde in der zweiten Jahreshälfte weltweit umgesetzt. Erstmals in seiner 100-jährigen Geschichte tritt das Unternehmen nach aussen einheitlich unter der Dachmarke «Oerlikon» auf und schafft nach innen die Voraussetzung für eine übergreifende, gemeinsame Identität und Kultur.
Mit der Reorganisation sowie dem neuen Marktauftritt wurde eine flexible Plattform generiert, die sowohl das organische Wachstum fördert als auch die Integration akquirierter Unternehmen erheblich erleichtert.
Dies zeigt bereits positive Effekte bei der gestarteten Integration der übernommenen Saurer AG. Die Akquisition ist ein entscheidender Schritt auf dem eingeschlagenen Wachstumspfad der Oerlikon Gruppe. Das Traditionsunternehmen mit einer über 150- jährigen Geschichte hat in allen Regionen einen ausgezeichneten Ruf. Saurer ist in seinen Geschäftsfeldern Textilmaschinen und Antriebssysteme technologisch und wirtschaftlich weltweit führend. Die Transaktion verlief aussergewöhnlich schnell und reibungslos. Der Verwaltungsrat der Saurer AG hatte nach der Erhöhung des Übernahmeangebots auf CHF 135 pro Aktie ihren Aktionären empfohlen, die Offerte anzunehmen, und unterstützte in der Folge aktiv den Übernahmeprozess und Beginn der Integration. Dadurch können die Vorteile und Synergien nun umfassend realisiert werden. Saurer ist ein gut geführtes Unternehmen mit einer bisher dezentralen Organisation und Führungsstruktur. Eingebettet in das Management und die Organisation von Oerlikon werden die Synergien verwandter Kernkompetenzen im Hightech-Maschinenund -Anlagenbau ihre Wirkung entfalten.
Die Integration der Mitarbeitenden und Geschäftsaktivitäten in den Oerlikon Konzern ist in vollem Gange. Startpunkt war ein Global Leadership Meeting mit mehr als 150 Führungskräften Anfang des Jahrs. Die einzelnen Integrationsprojekte werden in gemeinsamen Teams operationalisiert und umgesetzt.
Zu den positiven Ergebnissen im Geschäftsjahr 2006 trugen vor allem Oerlikon Balzers Coating, Services, Oerlikon Leybold Vacuum sowie Oerlikon Assembly Equipment bei, die sich in ihren Märkten überdurchschnittlich entwickelten. Oerlikon Balzers Coating, Services wuchs mit 11 Prozent mehr als doppelt so stark wie der weltweite Beschichtungsmarkt. 2006 wurden weitere acht Beschichtungszentren eröffnet, und zwar in Japan, China, Korea, Indien, Tschechien, Deutschland und in den USA. Die Übernahme der amerikanischen Gold Star Coating verbesserte die Stellung auf dem US-Markt deutlich. Mit aktuell 77 Coating Centers verfügt Oerlikon Balzers Coating, Services, über das global dichteste Netz an Beschichtungszentren. Auch Oerlikon Leybold Vacuum konnte das Geschäft mit einem Umsatzwachstum von 12 Prozent rund dreimal so stark ausbauen wie das allgemeine Marktwachstum. Besonders in der Prozessindustrie wurde die Position weiter gestärkt. Die umfangreiche Restrukturierung in diesem Segment führte zu einer hohen EBIT-Marge von 11 Prozent. Zu den starken Umsatzträgern zählte zudem auch die Business Unit Oerlikon Assembly Equipment, die weitere Marktanteile gewinnen konnte.
Oerlikon Solar konnte bereits im ersten Jahr einen dreistelligen Millionen-Auftragseingang verbuchen. Die Aufträge konnten nicht vollständig im geplanten Umfang in Umsatz gewandelt werden, da aufgrund veränderter Kundenanforderungen Auslieferungen teilweise ins laufende Geschäftsjahr verschoben wurden. Diese Umsätze werden nun 2007 realisiert.
Verhalten verlief das Geschäft in den Business Units Oerlikon Balzers Coating, Systems sowie Oerlikon Components, Optics. In beiden Geschäftseinheiten befinden sich die Märkte in einer Umbruchphase; im Bereich optischer Datenträger von den konventionellen CD-Formaten hin zu neuen Blu-ray-discs mit höherem Speichervolumen; im Bereich von Projektionssystemen von konventionellen Beamern hin zu laserbasierten Lichtquellen.
Positiv hervorzuheben ist, dass selbst in diesen Bereichen die Gewinnmargen gesteigert werden konnten. Hier machen sich die Massnahmen zur Effiziensteigerung sowie neue Pricing-Strategien positiv bemerkbar.
Oerlikon Saurer Textile baute im Geschäftsjahr 2006 seine Marktstellung weiter aus. Der Auftragseingang stieg um 37 Prozent (bereinigt um Akquisitionen und Währungseffekte um 25 Prozent) auf CHF 2,3 Mrd., der Umsatz um 13 Prozent (bereinigt: 3 Prozent) auf CHF 2,0 Mrd. Der Auftragsbestand befand sich per Ende 2006 auf dem höchsten je erreichten Niveau von CHF 825 Mio. Oerlikon Graziano Drive Systems erzielte durch die Übernahme von Fairfield Manufacturing Inc. im Februar 2006 die weltweite Marktführerschaft für Spezialgetriebe, komplette Antriebssysteme, Planetengetriebe und Zahnräder, mit Standorten in West- und Osteuropa, in den USA, Indien und China.
Im Geschäftsjahr 2006 hat Oerlikon seine Technologieführung weiter ausgebaut und investierte CHF 260 Mio.1 in den Bereich Forschung und Entwicklung. Zusammen mit den Mitarbeitenden der übernommenen Saurer AG arbeiten mehr als 1 500 Forscher, Entwickler und Ingenieure bei Oerlikon.
Die nach Kernkompetenzen neu geordnete Segmentstruktur hat die Innovationskraft des Konzerns entscheidend vorangetrieben. Das Innovationsmanagement wurde ebenfalls integriert und wird zentral geführt. Die Forschungs- und Entwicklungsprojekte konnten dadurch gestrafft und fokussiert und wegweisende Technologien so schneller und erfolgreicher im Markt platziert werden. Beispielhaft seien erwähnt:
Den grössten Erfolg innerhalb der Oerlikon Gruppe konnte der Geschäftsbereich Oerlikon Solar verbuchen. Weltweit ist Oerlikon zurzeit der einzige Anbieter von Produktionsanlagen zur Herstellung von Dünnschicht-Solarmodulen mit amorphem Silizium. Der Technologievorsprung vor dem Wettbewerb beträgt rund zwölf Monate. Durch eigene Weiterentwicklungen sowie gezielte Akquisitionen etwa des englischen Laserspezialisten Exitech ist es nun möglich, den gesamten Herstellungsprozess der Solarmodule in einem automatisierten Arbeitsgang und mit eigener Technologie durchzuführen. Oerlikon Solar ist somit in der Lage, eine integrierte, schlüsselfertige Gesamtlösung aus einer Hand zu offerieren. Grossaufträge von Kunden wie die SCHOTT Solar oder ErSol Thin Film führten zu einem hohen Umsatz und Bestellungseingang und bestätigen die industrielle Reife des Oerlikon Verfahrens. Zudem befindet sich die nächste Technologiegeneration bereits auf dem Weg vom Labor in die Produktion: Anlagen zur Herstellung von zweifach beschichteten Solarmodulen, die mit einer zusätzlichen Schicht aus mikrokristallinem Silizium das Lichtspektrum besser ausnutzen und so den Wirkungsgrad von rund 6,5 Prozent auf über 10 Prozent steigern und damit in einer ähnlichen Grössenordnung liegen wie konventionelle Solarzellen. Dieser neue Anlagentyp wird in der zweiten Jahreshälfte 2007 auf den Markt kommen.
Oerlikon Balzers Coating, Services brachte mit P3eT eine zukunftsweisende Beschichtungstechnologie zur Marktreife, die verschiedene Coating-Verfahren in sich vereint und für Oerlikon mittelfristig ganz neue Anwendungsfelder erschliesst. Erstmals ist es mit P3eT möglich, härteste Schichten mit dem sogenannten Physical Vapour Deposition (PVD)-Verfahren zu erzeugen. Diese benötigen bislang die Chemical-Vapour-Deposition-Technologie (CVD), die mit Temperaturen von über 1000 Grad Celsius die möglichen Anwendungen stark limitiert. Oerlikon Balzers Coating hat dabei gleichzeitig mit der Technologie die entsprechenden Anlagen (INNOVA) entwickelt und lanciert, die bereits mehrfach an Kunden ausgeliefert wurden. Die Resonanz von Kunden und der Fachwelt ist äusserst positiv.
Mit einer vollkommen neu entwickelten Produktionsanlage zur Beschichtung von Festplatten (RACETRACK) hat sich Oerlikon Balzers Coating, Systems in diesem Wachstumsmarkt in eine technologische Führungsposition gebracht. Zur Anwendung kommt hier die zukunftsweisende PMR-Technologie (Perpendicular Magnetic Recording), die die Speicherkapazität von Festplatten verzehnfacht.
Ende des Jahrs startete Oerlikon Leybold Vacuum mit der MAG W 300 die Auslieferung einer neuen Plattform für Turbomolekular-Pumpen. Diese Pumpen verfügen über ein neues Antriebssystem und Magnetlager, die ein hohes Saugvermögen bei kleinsten Abmessungen und minimalen Vibrationen auszeichnet. Damit wird Oerlikon Leybold Vacuum die Marktposition vor allem in der Forschung und in der Prozessindustrie weiter stärken.
Mit einer 7-Meter-Spunbond-Linie setzt Oerlikon Neumag einen neuen Industrie Standard bei der Herstellung von Kunstfasern. Dank einer speziellen Technologie für das Aufschmelzen und Verteilen des Kunststoffs können auf Anlagen mit dieser Breite die gleichen Qualitäten wie auf kleinen Anlagen hergestellt werden. Neben den geringen Investitionskosten und einem sehr niedrigen Energieverbrauch fällt mit der neuen Technologie auch deutlich weniger Ausschuss an.
Durch die Beteiligung an der kalifornischen Novalux Inc. Mitte 2006 erhält Oerlikon Optics Zugang zu einer neuen Lasertechnik und entwickelt auf dieser Grundlage neuartige Projektionssysteme. Die neue Technologie beeindruckt durch ihre Leuchtkraft und Farbechtheit. Die Laser- Chips machen den Einsatz vieler Bauteile überflüssig. Durch die Weiterentwicklung von Oerlikon Optics (Laser Modul) und den Wegfall von Komponenten werden die Produktionskosten für laserbasierte Produktionssysteme reduziert. Erste Prototypen wurden Ende 2006 an Kunden ausgeliefert, im laufenden Geschäftsjahr sollen die ersten Produkte mit den neuen Lichtquellen auf den Markt kommen. Auf der diesjährigen Consumer Electronics Show in Las Vegas waren bereits erste Modelle von Pico-Beamern und TVGeräten mit der neuen Lasertechnik zu sehen.
Oerlikon Graziano Drive Systems entwickelt den Prototypen für ein neues, automatisches Doppelkupplungsgetriebe (Dual Clutch). Dieser neue Getriebetyp ermöglicht das automatische Schalten ohne Kraftunterbrechung und führt so zu einer schnelleren und ruckfreien Beschleunigung. Oerlikon Graziano Drive Systems wird im laufenden Geschäftsjahr diese wegweisende Getriebetechnologie verschiedenen Automobilherstellern präsentieren und ist damit bislang der einzige unabhängige Getriebebauer, der ein solches Aggregat vorweisen kann.
Oerlikon Assembly Equipment konnte durch den neuen Die Bonder 2008 hSplus die Produktionsleistung um bis zu 40 Prozent steigern. Dafür wurde ein vollkommen neues Pick & Place Modul entwickelt sowie ein schnelleres Vision System integriert.
Um mit solchen Innovationen dauerhaft den technologischen Vorsprung zu halten und weiter auszubauen, hat Oerlikon 2006 entschieden, verstärkt in die Grundlagenforschung zu investieren und dafür ein neues, weltweites Forschungszentrum aufzubauen. Bis heute sind die F&EAktivitäten vorwiegend produktbezogen - eine Grundlagenforschung im eigentlichen Sinn existiert nur ansatzweise. In den neuen Einrichtungen sollen zusätzlich eingestellte Wissenschaftler und Entwickler zentral an verschiedenen Forschungsschwerpunkten arbeiten, darunter an Themen wie Nanotechnologie, intelligente Werkstoffe und Oberflächen oder Mechatronik. Es ist geplant, dass dieses Zentrum 2008 seinen Betrieb aufnimmt. Zurzeit findet eine Evaluierung des Standorts statt.
Der Kapitalmarkt bewertete die Entwicklung der Fundamentaldaten des Konzerns positiv, was zu einem markanten Kursanstieg der Aktie führte. Oerlikon wurde aufgrund der hohen Wertsteigerung von mehr als 200 Prozent und einer Börsenkapitalisierung von über CHF 8,5 Mrd. in den STOXX 600 aufgenommen und dort als erfolgreichste europäische Aktie 2006 ausgezeichnet. Die Aktie stieg von CHF 198 (Schlusskurs am 30. Dezember 2005) um 204 Prozent auf CHF 603 (Schlusskurs am 29. Dezember 2006). Die Marktkapitalisierung erhöhte sich damit im Berichtszeitraum von CHF 2,8 Mrd. auf CHF 8,5 Mrd.
Per 31. Dezember 2006 belief sich die Bilanzsumme des Oerlikon Konzerns auf CHF 6 Mrd. gegenüber CHF 2 Mrd. per Ende 2005. Die Nettoliquidität einschliesslich marktfähiger Wertpapiere zu Marktpreisen belief sich per 31. Dezember 2006 auf CHF - 589 Mio. Nach einem Wert von CHF 706 Mio. in der Berichtsperiode 2005 entspricht dies einer Abnahme um CHF 1,3 Mrd. Die Zunahme der Vorräte um CHF 733 Mio. auf CHF 970 Mio. 2006 ist im Wesentlichen durch die Übernahme der Saurer AG bedingt.
Mit CHF 161 Mio. lagen die Investitionen in Sachanlagen deutlich über dem Niveau des Vorjahrs (2005: CHF 88 Mio.). Das Eigenkapital betrug zum Jahresende CHF 1,5 Mrd., was einer Eigenkapitalquote von 25 Prozent entspricht. Durch die hohe Liquidität und die umfangreichen Eigenmittel verfügt Oerlikon über eine stabile Finanzkraft, um die Unternehmensstrategie des nachhaltigen Wachstums konsequent voranzutreiben.
Die Oerlikon Gruppe wird im laufenden Geschäftsjahr den eingeschlagenen Wachstumskurs fortsetzen. Die Übernahme der Saurer AG hat den «Global Footprint» deutlich gestärkt. In Anlehnung an die neue Unternehmensorganisation wird die regionale Expansion und Globalisierung des Geschäfts mit Nachdruck vorangetrieben. Gleichzeitig steht eine Vielzahl von Produkten erst am Anfang ihrer Vermarktung und ihres Produktlebenszyklus.
In Summe sind wir optimistisch, weiterhin stark über dem Durchschnitt der jeweiligen Märkte wachsen zu können und mit einem effizienten Management der Gruppe überdurchschnittliche Gewinnmargen zu realisieren. Der 2006 um 81 Prozent gestiegene Bestellungseingang auf CHF 2,6 Mrd. ist ein Indikator für einen starken, organischen Ausbau des Geschäfts im Jahr 2007.